Hilfe für syrische Flüchtlinge

Die Gewalt in Syrien eskaliert und der Konflikt hat längst dramatische Aus­wirkungen auf die ganze Region. Neun Millionen Syrer sind auf Hilfe angewiesen, zwei Drittel von ihnen sind Flüchtlinge im eigenen Land. Der Flüchtlings­dienst der Jesuiten hilft Familien in Syrien, Libanon, Jordanien und der Türkei.

Trotz Hitze und neuer Gewalt: Die Arbeit geht weiter (Juli 2017)

Nachmittagsangebot für Kinder und Eltern in einem der JRS-Zentren in Homs.

Syrien heizt sich auf: buchstäblich und im übertragenen Sinne. Seit Juli bewegt sich in den meisten Landesteilen das Thermometer im Bereich zwischen 40 und 45 Grad Celsius. Trotz vieler Anstrengungen, die Infrastruktur aufrecht zu erhalten, verschlimmern Strom-Blackouts und Wasserknappheit die Lage enorm.

Derweil nimmt die Gewalt kein Ende: Aus verschiedenen Landesteilen werden Gefechte gemeldet. Im Juli wurde Damaskus von einigen Explosionen erschüttert – die heftigste am Tahir-Platz forderte 19 Todesopfer, viele Verletzte und große Zerstörung. Dieser Tag, der 2. Juli, war der erste Arbeitstag nach dem Fest des Fastenbrechens; trotz der Bomben und der nachfolgenden Straßensperren herrschte in vielen Stadtteilen eine gelassene Stimmung. Die Geduld und Leidensfähigkeit der Menschen sind bemerkenswert, trotz permanenter Lebensgefahr. Aus Sicherheitsgründen hat der Jesuiten-Flüchtlingsdienst (JRS) einige geplante Maßnahmen im Großraum Damaskus an diesem Tag ausgesetzt, aber am Folgetag die Arbeit wieder aufgenommen.

Trügerische Ruhe in Aleppo

Etwa 90 Kinder werden in jedem der beiden JRS-Stützpunkte täglich mit Schulunterricht, Singen, Musik, Theater, Spielen und Handarbeit beschäftigt. Frauen nehmen an den Alphabetisierungskursen teil. In Homs brummen alle drei JRS-Zentren für Kinder; letzte Woche fanden dort gemeinsame Nachmittage für Kinder und Eltern statt. Außerdem konnten die Eltern dort in einem Evaluierungsprogramm berichten, wie sich das Verhalten ihrer Kinder durch den Besuch der JRS-Zentren verändert hat.

Aleppo herrscht das Gefühl einer Ruhe vor dem Sturm, ein Gefühl der Unsicherheit. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Leute nur begrenzen Zugang zu Strom und Wasser haben. Das JRS-Team unterstützt dort verstärkt die Bewohner der am schlimmsten betroffenen Bezirke im Osten der Stadt, vor allem in Jabal Badro, Al Sakhour und Deir Wartan. Eine Volksküche versorgt weiterhin die Bedürftigen im Westen der Stadt, in den östlichen Gebieten werden Lebensmittelpakete verteilt.

P. Cedric Prakash SJ (MENA) und Nihal Myassar (JRS Syria)

Die Menschen leiden

Der 15. März 2016 markiert den traurigen fünften Jahrestag der Krise in Syrien. Was 2011 mit Demonstrationen junger Studen­ten für Demo­kratie und friedlichen Protesten gegen das Regime von Baschar al-Assad begann, hat sich zur größten humanitären Not­lage unserer Gegen­wart ausgeweitet. Mehr als zehn Millionen Syrer sind auf Hilfe angewiesen, zwei Drittel von ihnen sind Flücht­­linge im eigenen Land. Krieg und Gewalt haben sie aus ihren Häusern ver­trieben, ganze Viertel wurden zerstört, Schulen mussten schließen, Arbeits­plätze gingen verloren, Preise explodierten. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ führt in Teilen Syriens zusätzlich zu Angst und Schrecken. Mehr als 270.000 Todesopfer hat der Konflikt bisher gefordert und durch die zusammen­gebrochene Gesundheits­versorgung sind in einigen Regionen Syriens wieder Krankheiten wie Polio, Tuberkulose und Typhus aus­gebrochen. Die Menschen leiden. Und viele Nachbarländer sind durch die hohen Flüchtlings­zahlen längst am Rande ihrer Kapazitäten angelangt: Allein im kleinen Libanon sind 1,8 Millionen Flüchtlinge aus Syrien untergekommen. Jordanien, Türkei, Irak und Ägypten sind weitere Aufnahmeländer der rund vier Millionen syrischen Flüchtlinge in der Region.

Netzwerke der Hilfe

Über syrische Jesuiten, die mit lokalen Freiwilligen in Damaskus, Homs und Aleppo gut funktionierende Netzwerke der Hilfe aufgebaut haben, ist der Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) eine der wenigen Organisationen, die nach wie vor die Notleidenden im Land selbst erreichen. Junge Christen und Muslime besuchen gemeinsam die Flüchtlingsfamilien, verteilen Decken, Matratzen, Kochgeschirr, Lebensmittel, helfen bei der Wohnungssuche, organisieren Betreu­ung, Unterricht, Spiele und Sport für die Kinder, um ihrem Alltag zumindest den Anschein verlässlicher Normalität zu geben.

„Eine Mörsergranate kann überall landen“

„Eigentlich gibt es keine wirklich sicheren Gegenden mehr in Syrien. Eine Mörsergrante kann überall und zu jeder Zeit landen“, erklärt Nader, der in Damaskus für den JRS arbeitet. „Am meisten macht mir zu schaffen, dass du nicht weißt, ob du die anderen jemals wiedersehen wirst, wenn du morgens aus dem Haus gehst“, sagt ein anderer Freiwilliger. Pater Nawras Sammour betont vor allem das Gefühl der Verlassenheit: „Nach so viel andauernder Gewalt sind die meisten in Syrien wirklich müde – müde und frustriert. Wir fühlen uns alleingelassen. Wir brauchen in Syrien mehr internationale Präsenz.“

Begleitung und Bildung

Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten hilft über die verschiedenen Programme mehr als 300.000 Menschen in Syrien und den Nachbarländern Libanon, Jordanien und der Türkei. Die Begleitung über Hausbesuche ist eine zentrale Säule der Arbeit. Denn das schafft Nähe und Vertrauen. Weitere Schwerpunkte sind psychosoziale Unterstützung und Bildungsprojekte für Kinder und Erwachsene. Die Jesuitenmission konnte die Nothilfe für syrische Flüchtlinge dank Ihrer Hilfe bisher mit 1,7 Millionen Euro unterstützen. Für jede Spende, jedes Gebet und Zeichen der Solidarität danken wir Ihnen herzlich!

Weitere Informationen:

Danke für Ihre Hilfe!

Seit 2008 arbeitet der Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) in Syrien und Jordanien. Damals ging es vor allem um die Begleitung irakischer Flüchtlinge. Heute ist der JRS eine der wenigen Organisationen, die nicht nur in den Nachbarländern, sondern auch noch in Syrien selbst den Flüchtlingsfamilien helfen können. Danke für Ihre Spende!

Projekt X31122 Syrien

Länder:
Syrien, Libanon, Jordanien, Türkei

Partner:
Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS)

Zielgruppe:
Zehn Millionen Syrer sind auf Hilfe angewiesen – im eigenen Land und als Flüchtlinge in Nachbarländern.

So können Sie helfen:

  • 50 Euro pro Monat kostet der Basiskorb mit Grundnahrungsmitteln für eine fünfköpfige Familie
  • 160 Euro reichen für die Monatsmiete einer Familie
  • 1.000 Euro kostet es, eine warme Mahlzeit für 2.500 Flüchtlinge pro Tag zu kochen

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Jesuitenmission
Verwendungszweck:
X31122 Syrien

Bank: Liga Bank
IBAN:DE61 7509 0300 0005 1155 82
BIC:GENO DEF1 M05