Südsudan: Ordensleute im Einsatz

Im Südsudan gibt es eine ordensübergreifende Initiative, in der Männer und Frauen verschiedener Kongregationen gemeinsam für den Frieden und mit den Menschen arbeiten. „Solidarity with South Sudan“, Solidarität mit Südsudan, nennt sich das Projekt.

Vor allem im Bürgerkriegsgebiet im Südsudan eskaliert die Situation in der Dürreregion. Mit einem Notfallprogramm versuchen die Jesuiten der Provinz Ostafrika die Grundversorgung aufrecht zu erhalten. Doch ihre Mittel sind begrenzt – Hilfe von außen tut Not.

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Eine bestechende Idee

Die Idee hinter „Solidarity“ ist bestechend: Anstatt dass jede Ordens­gemein­schaft ihr eigenes Projekt im Südsudan aufbaut, schließen sie sich zusammen und leben auch gemeinsam in ordens­übergreifenden Kommu­nitäten. „Wir sind an fünf Orten im Südsudan: in Juba, Yambio, Wau, Riimenze und Malakal“, zählt Schwester Yudith Pereira Rico auf. Die zupackende Spanierin hält in Rom die Fäden der Initiative zusammen. „Wenn wir für unsere Projekte einen Lehrer, eine Ärztin, eine Hebamme, eine Verwaltungs­fachkraft oder jemanden mit Erfahrung in der Land­wirtschaft brauchen, schicken wir eine Mail an unsere Mitglieder, und die Orden, die jemanden schicken können, melden sich bei uns. Inzwischen kooperieren wir mit über 260 Frauen- und Männerorden und vielen internationalen Hilfsorganisationen.“

Der jüngste Staat der Welt

„Solidarity“ engagiert sich im Südsudan in vier Bereichen: Bildung, Gesund­heit, Pastorales und Landwirtschaft. Es gibt zwei Ausbildungs­zentren für Lehrer, ein Gesundheits­institut, in dem Krankenschwestern und Hebammen ausgebildet werden, zwei Landwirtschaftsprojekte und ein Pastoral­programm, das sich vor allem auf Friedens- und Versöhnungs­arbeit konzen­triert. Es sind schwierige Bedingungen, unter denen die Ordensleute von „Solidarity“ arbeiten. Die erst im Januar 2015 ausgehandelte Waffen­ruhe zwischen den Konfliktparteien ist durch verschiedene Rebellengruppen bereits wieder gebrochen worden. Dabei hatte der jüngste Staat der Welt am 9. Juli 2011 seine Unabhängigkeit nach 22 Jahren Bürgerkrieg mit so viel ausgelassener Freude und hoffnungsvoller Zuversicht gefeiert. Doch im Dezember 2013 führte ein politischer Machtkampf zwischen dem Präsidenten und seinem Vize-Präsidenten zu neuen Gefechten und einer Massenflucht. Fast eine Million Menschen suchten Zuflucht in Flüchtlingslagern. Hilfsorganisationen warnten bereits im April 2014, dass ausfallende Ernten zu einer dramatischen Hungerkrise führen werden.

Ein geplündertes College

Schwester Barbara schreibt im November 2014 von ihrer Rückkehr in das zerstörte Malakal: „Unser College ist zerstört, alle Türen und Fenster sind zerbrochen und alles wurde mitgenommen, sogar die Solarpanel, Compu­ter, Bücher und Möbel. In einer Flüchtlingssiedlung aus Bambus- und Zelthütten haben wir mindestens zehn unserer Lehrer wiedergetroffen. Inmitten dieser unerträglichen Armut wurden wir so herzlich begrüßt und aufgenommen. Aber die Leute sagen uns auch, dass sie beginnen, jegliche Hoffnung zu verlieren. Wir haben viele weitere Flüchtlingslager besucht und wir werden Lehrer finden und ausbilden, damit sie in den Lagern unter­richten können. 60 Prozent der Jugendlichen zwischen 16 und 24 Jahren können nicht lesen und schreiben. Und die meisten Frauen hatten ebenfalls nie eine Chance. Ja, es ist eine riesige Herausforderung, aber wir werden mutig vorangehen und unseren Fähigkeiten vertrauen.“

Freude über Erfolge

Die anderen Projekte von „Solidarity“ waren nicht so stark von den jüngsten Gewaltausbrüchen betroffen wie das College zur Lehrerausbildung in Malakal. „In Wau haben unsere Krankenschwestern und Hebammen ihre Ausbildung erneut mit Top-Ergebnissen abgeschlossen“, freut sich Schwester Yudith, „und in Yambio am Lehrerinstitut gab es zwei Klassen an Absolventen. Dort werden wir die Kapazitäten erweitern. In Riimenze in dem Projekt der gemeinschaftlichen Landwirtschaft hatten wir eine gute Ernte und die Farm wächst. Darüber freuen sich alle in der Umgebung, denn die Familien sind Teil des Projektes. Es werden Erdnüsse, Mais, Hirse, Reis, Kürbisse, Bohnen, Linsen und Yucca angebaut und Familien können die Pflugochsen, Maschinen und die Mühle nutzen und lernen Methoden der Konservierung.“

„Wir werden bleiben“

In den fünf Projekten und Kommunitäten von „Solidarity“ leben momentan 29 Ordensleute und drei Laien. Es ist beeindruckend, was sie gemeinsam aufgebaut und auch durchgestanden haben. Für alle ist klar, dass sie auch in Zukunft die Menschen im Südsudan nicht alleinlassen werden. „Der Südsudan braucht unsere Solidarität“, sagt Schwester Yudith. „Wir werden bleiben.“

Projekt X31151 Solidarity Südsudan

Seit 2006 arbeitet die Ordensinitiative „Solidarity“ mit den Menschen im Südsudan zusammen. Die jüngsten Gewaltausbrüche und die damit verbundene Hungerkrise und neue Welle der Flucht sind ein herber Rückschlag.

Aber gerade jetzt ist es wichtig, die Menschen im Südsudan nicht zu vergessen:

  • Um eine Lehrerin oder einen Lehrer auszubilden, braucht es 175 Euro pro Monat.
  • Die Ausbildung eines Krankenpflegers oder einer Krankenpflegerein kostet 548 Euro pro Monat.

Für Ihre Spende danken wir Ihnen von Herzen!

Weitere Informationen:

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  • Jesuitenmission
  • Verwendungszweck:
  • X31151 Solidarity Südsudan
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  • BIC: GENO DEF1 M05

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