Perspektiven schaffen für die Kinder von Cali!

Bandenkriege, Polizeigewalt, Armut, Hunger: Massenproteste gegen die herrschenden Zustände haben in den vergangenen Monaten das Leben in Kolumbien lahmgelegt. Wir bitten die Freundinnen und Freunde unserer Bildungsprojekte in Cali um Unterstützung: Ihre Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist wichtiger denn je!

In der demografisch jüngsten Stadt Kolumbiens lebt ein Viertel der Bevölkerung unter dem Existenzminimum. Pandemie und Lockdown-Maßnahmen verschärfen die Situation drastisch. Kein Wunder, dass Cali in diesem Frühjahr zum Epizentrum der Proteste wurde, die das Land wie ein Flächenbrand überzogen.

Keine Bildung, keine Jobs, keine Teilhabe

Anlass war eine umstrittene Steuerreform zu Lasten der Armen. Doch in zwischen geht es um weit mehr: Es gibt gravierende Defizite beim Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung, Wohnraum, Jobs und öffentlicher Infrastruktur. Das schürt Unzufriedenheit, besonders bei der jungen Bevölkerung.

Auch die Schüler:innen und Mitarbeiter:innen der Einrichtungen, die wir über den Alfred-Welker-Kinderfond unterstützen, sind betroffen. Vor 30 Jahren hatte der deutsche Jesuit Alfred Welker sein Hilfswerk El Señor de los Milagros gegründet, auch bekannt als „Die Kinder von Cali“. Eine Kindertagesstätte, mehrere Schulen und viele Sozialprogramme geben den Kindern und Jugendlichen Perspektiven jenseits von Kriminalität und Gewalt.

Online-Unterricht und Stipendien als Zukunftsstrategien

Seit 2017 hat die Partnerstiftung Carvajal das Programm „Aula Global“ für Schulen im Stadtbezirk Aguablanca aufgelegt mit dem Ziel, die Zahl der Schulabbrüche zu verkleinern. Im Lockdown hat Carvajal Strategien entwickelt, um möglichst vielen Kindern Online-Unterricht zu ermöglichen. Via WhatsApp geben Mitarbeiter:innen nicht nur Nachhilfe, sondern leisten Sozialarbeit und organisieren die Verteilung von Lebensmitteln. In den Sommerferien nutzt Carvajal leere Klassenräume, um in Kleingruppen versäumten Lernstoff aufzuholen.

Das Ausbildungszentrum Centro de Capacitación Don Bosco liegt im Zentrum von Aguablanca und wendet sich an die Jugendliche aus den angehängten Barrios El Retiro und El Vergel. Seit 2017 fördern wir über Stipendien die Berufsausbildung Hunderter junger Menschen. Über enge Kontakt zu Unternehmen werden Praktika vermittelt. Bereits 40% der Auszubildenden haben so einen Job gefunden. Noch finden die Lehreinheiten virtuell statt. Mit Beginn des neuen Ausbildungsjahres sollen Wechselunterricht und Praktika wieder möglich sein.

Welche Auswirkungen haben die Massenproteste und der Streik auf das Land und die Projekte?
Schüler:innen, Eltern und Mitarbeiter berichten:

Angst vor der Gewalt und Corona

„Corona hat mich sehr belastet, weil ich nicht in die Schule gehen und meine Freunde nicht treffen konnte. Auch der Streik setzt mich sehr zu. Es gibt so viel Gewalt, es wird geschossen. Ich kann das nicht mehr aushalten. Ich möchte, dass die Leute wieder in Frieden leben. Die Politiker sind schuld, dass wir uns jetzt in dieser Situation befinden und alles zerstört ist.“
(Maria de los Angeles Salazar, Schülerin)

„Gerade als die ersten Erfolge unseres Projekts „Aula Global“ sichtbar wurden, kam der Streik und hat uns in der Arbeit zurückgeworfen. Die Demonstrierenden stehen gewiss für die richtige Sache ein, aber der Streik erhöht das Risiko der Neuinfektionen in dieser dritten Covid-Welle in der wir uns befinden. Viele Menschen auf den Straßen vernachlässigen die Schutzmaßnahmen. Das betrifft dann auch unsere Familien.“
(Carlos Montaño, Koordinator der Stiftung Carvajal)

„Das ganze Leben steht still“

„Es gibt positive und negative Seiten der Demonstrationen. Positiv empfinde ich, dass wir damit unsere Rechte einstehen. Schlecht hingegen, dass die Preise für Lebensmittel stark gestiegen sind. Ich bin arbeitslos und Mutter von drei Kindern. Wir können aufgrund der aktuellen Situation keine Jobs mehr finden und es gibt keine Hilfe.“
(Acudiente Johana Quiñonez, Mutter)

„Ich finde die Proteste gut, weil wir damit unsere Rechte einfordern. Auf der anderen Seite kam das ganze Leben zum Stillstand und auch der Online-Unterricht fiel aus. Bei den Demos gab es viel Gewalt, daher nehme ich selbst nicht daran teil.“
(Sebastian Miranda, Schüler)

Um in die Arbeit der Werke in Krisenzeiten am Laufen zu halten, benötigen die Mitarbeiter:innen unsere Hilfe für:

  • die Bereitstellung von Tablets & Unterrichtsmaterial
  • die Entwicklung digitaler Lehrpläne und pädagogischer Strategien
  • die psychosoziale Unterstützung von Familien in der Pandemie und der allgemeinen Notlage
  • die Versorgung Bedürftiger mit GrundnahrungsmittelnMedikamenten und Hygienekits

Spenden und helfen

Im Namen der Kinder und Jugendlichen von Cali: Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

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