Im Kampf gegen die Krankheit – und das Stigma

Fotos: RSS

Am letzten Sonntag im Januar wird all jener gedacht, die an den Folgen der heimtückischen Infektionskrankheit Lepra leiden. Noch heute infizieren sich jährlich über 200.000 Menschen. In China nehmen sich die Teams der „Ricci Social Services“ der „Aussätzigen“ an.

1954 hatte der Franzose Raoul Follereau, bekannt „Apostel der Leprakranken“, den weltweiten Gedenktag eingeführt, um auf die Not der Betroffenen aufmerksam zu machen. Damals zählte die WHO ca. 15 Millionen Leprakranke weltweit, eine Heilung war nicht möglich.  

Die Hansen-Krankheit, so die offizielle Bezeichnung für Lepra, ist eine chronische bakterielle Infektionskrankheit. Zu Beginn des Krankheitsverlaufs treten meist keine Symptome auf, die Inkubationszeit kann bis zu 20 Jahre betragen. Die Krankheit selbst befällt Nervensystem, Atemwegen, Haut und Augen.

Seit über 30 Jahren stehen die „Ricci Social Services“ (RSS), gegründet von Pater Luis Ruiz auf der chinesischen Insel Taikam, im Dienst jener, die durch die Krankheit an den äußersten Rand der Gesellschaft gedrängt werden; außer Lepra-Infizierten stehen auch HIV-Patienten im Fokus der RSS-Teams.

Pflegende werden zu Familienmitgliedern

Grundsätzlich gilt Lepra mittlerweile als heilbar. So liegt ein wichtiger Aspekt der Arbeit der „Ricci Social Services“ darin, Leprakranke und ihre Familien, die immer noch häufig stigmatisiert werden, mit verschiedenen geeigneten Hilfsprogrammen dabei zu unterstützen, wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen.

In Rehabilitationszentren kümmern sich Schwestern um Leprakranke und ihre schwer heilbaren Geschwüre und werden in der krankheitsbedingten Isolation zu ihren Familienmitgliedern. Gegenwärtig handelt es sich bei den meisten Betroffenen in den Rehabilitationszentren um ältere Menschen. Viele von ihnen sind bettlägerig und warten auf den Tod. Hospizpflege ist also ein weiterer Arbeitsschwerpunkt, damit die Patienten die letzten Momente ihres Lebens in Sicherheit und Würde verdingen können.

Unterstützung für die Arbeit der Ricci Social Services

Derzeit unterhalten die „Ricci Social Services“  50 Programme durch in 13 Provinzen Chinas mit 64 Lepra-Zentren für insgesamt 4.000 Patienten, dazu fünf Heime für 40 HIV-infiziertete Kinder und 300 HIV-positive Mütter sowie Einrichtungen 1500 Studenten aus mittellosen Familien.

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