DACA: Trauer um Father Tony

Bildung für Mädchen – durch ihre Herkunft und ihr Geschlecht stark benachteiligt – ist eines der wichtigsten Anliegen der von Tony Raj SJ gegründeten Dr. Ambedkar Cultural Academy.

Antony Raj SJ, Gründer und Direktor der Dr. Ambedkar Cultural Academy (DACA), einem Bildungszentrum für Dalits – marginalisierte „Kastenlose“ – in Tamil Nadu, ist einer Covid-Erkrankung erlegen.

Am Montag, 10. Mai, 2021, ist Antony Raj SJ im Vadamalayan Hospital in Madurai nach einem Herzstillstand gestorben. Eine Woche zuvor war er Covid-positiv getestet worden und kam sofort in die Klinik. „In den ersten Tagen sprach er gut auf die Behandlung an“, berichtet sein Mitbruder Vargheesh Antony SJ. Die Sauerstoffzufuhr seiner künstlichen Beatmung wurde schrittweise von 15 Liter auf 5 Liter reduziert. Pater Vargheesh: „Er rief mich noch am 7. Mai abends an und sagte, dass er bald zu DACA zurückkommen würde, erlitt aber in der Nacht einen leichten Herzstillstand.“ Nach weiteren zwei Tagen am Beatmungsgerät starb er am Nachmittag des 10. Mai an einem erneuten Herzstillstand. Noch am selben Tag wurde er vor dem Hauptgebäude von DACA – dem „Ubelmesser Bhavan“ – beigesetzt, das nach seinem langjährigen Freund aus Deutschland, Joe Übelmesser SJ, dem früheren Leiter der Jesuitenmission, benannt ist.

Joe Übelmesser SJ erinnert sich an einen Freund und dessen Traum von einer Gesellschaft, in der jeder Mensch in Würde lebt:

„Tony gab mir den Anstoß, zu helfen“

Ich habe Tony vor mehr als 25 Jahren kennengelernt. Sein damaliger Provinzial war zu Besuch bei uns in Nürnberg und erzählte mir von der Doktorarbeit von Tony in Chicago. Wenn ich mich richtig erinnere, bat er mich um Hilfe beim Druck und der Fertigstellung dieser Dissertation.  Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, damit habe sich die Angelegenheit erledigt, aber tatsächlich war es wirklich der Beginn einer langen und dauerhaften Freundschaft.

Nach einiger Zeit kam Tony selbst nach Deutschland. Und er kam danach noch einige Male. Und ich habe immer noch das Gefühl, dass Tony in der Jesuitenmission in Nürnberg ganz zu Hause war, und er wurde von allen Menschen, die dort arbeiteten und zu Besuch waren, geliebt.

Obwohl ich selbst mein Theologiestudium in Indien absolviert habe, war mir bis zu meiner Begegnung mit Tony das Leid der Dalits nur theoretisch bewusst. Erst durch Tony habe ich erkannt, in welcher Situation so viele Dalits in Indien leben müsseb. Tony gab mir den Anstoß, zu helfen, so gut ich konnte, mit den Mitteln der Jesuitenmission. Unser größter Beitrag war wahrscheinlich die Hilfe bei der Gründung von DACA.  Auch als ich nicht mehr für die Jesuitenmission zuständig war, blieb unser Kontakt bestehen. Ab und zu rief er mich an und erzählte von seiner Arbeit und später von seiner gesundheitlichen Situation.  Ich denke, es war wohl etwa 10 Tage vor seinem Tod, dass er zum letzten Mal mit mir telefonierte.

Tony hat einen sicheren Platz in meiner Erinnerung und in meinem Herzen.

Und ich hoffe, dass all die Mühe, die er für seine Leute auf sich genommen hat, auch in Indien Früchte tragen wird.

Verbunden im Gebet und in liebevoller Erinnerung,

Joe Übelmesser SJ

Corona-Hilfe Indien

Der tragische Tod von Pater Antony Raj ist einer von Hunderttausenden: Die Not in Indien ist größer und akuter denn je. Medizinische Ausrüstung, Hygieneartikel, Grundnahrungsmittel, Begleitung von besonders gefährdeten Familien – unsere Jesuiten und Projektpartner:innen in Indien helfen an vielen Orten. Sie erreichen in ländlichen Regionen diejenigen, denen Corona selbst das Allernötigste zum Leben genommen hat.

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