#standwithstan: Freiheit für Pater Swamy

Am 8. Oktober 2020 wurde Stan Swamy SJ, ein 83-jähriger indischer Jesuitenpater, unter konstruierten Vorwürfen wegen angeblicher „staatsfeindlicher Aktivitäten“ verhaftet. Unterstützer:innen weltweit fordern die Freilassung des an Parkinson erkrankten Pater Swamy sowie seiner 15 Mitangeklagten. Ihr „Verbrechen“: Einsatz für Menschenrechte in Indien

Fingierte Vorwürfe gegen Menschenrechtsaktivisten

Die Vorgeschichte des Falls Swamy geht zurück auf den 1. Januar 2018, als es im gesamten Bundesstaat Maharashtra zu Gewalt gegen Dalits kam. „Dalits“ werden die Nachfahren der indischen Ureinwohner genannt, die im indischen Kastensystem als „Unberührbare“ gelten und massiven Diskriminierungen ausgesetzt sind. Ein Dalit-Jugendlicher wurde getötet, unzählige Dalits wurden verletzt. „Obwohl alle Beweise darauf hindeuten, dass Rechtsradikale für den Gewaltausbruch verantwortlich sind, hielt es der Staat für bequem, mit fingierten Vorwürfen gegen Menschenrechtsanwälte vorzugehen, die dafür bekannt sind, sich für die Armen einzusetzen“, stellen die Jesuiten vom „Social Justice and Ecology Secretariat“ (SJES) der Gesellschaft Jesu klar.

Neben Pater Swamy wurden in den vergangenen Monaten 15 weitere Aktivistinnen und Aktivisten aus ganz Indien wegen derselben angeblichen Verstöße gegen ein drakonisches Anti-Terror-Gesetz inhaftiert. Der Staat behauptet, dass alle 16 mit einer verbotenen maoistischen Partei zusammenarbeiten würden, die die gewählte Regierung stürzen will.

Gewaltfreier Kampf für die Rechte der Adivasi

Pater Stan ist bekannt für seinen langjährigen Einsatz für die Ärmsten Indiens. Er wurde einer von ihnen, indem er sich ihren gewaltfreien Kampf für Bürgerrechte und Menschenwürde anführte. Seine Mittel sind die rechtlichen Instrumente der indischen Demokratie, um der Gewalt gegen die Schwächsten der Gesellschaft Einhalt zu gebieten und ihre Lebensgrundlagen zu sichern.

Pater Swamy und seine 15 Leidensgenossen sind in ganz Indien bekannt für ihren engagierten und mutigen Einsatz für die Rechte der indigenen Bevölkerung. Jeder ihrer Anträge auf Freilassung gegen Kaution wurden vom Staat bislang konsequent abgelehnt.

Interventionen blieben erfolglos

Das OHCHR hat die Situation bereits zur Kenntnis genommen und an die indische Regierung appelliert, ihren internationalen Verpflichtungen zur Wahrung bürgerlicher und politischer Rechte nachzukommen. Diese Interventionen hat allerdings bisher keine Erleichterung für die Angeklagten gebracht, ebenso wenig Brandbriefe ans Auswärtige Amt in Berlin oder den Unterausschuss für Menschenrechte im Europaparlament in Brüssel.

Internationale Petition: Freiheit für Pater Swamy

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