Hilfe für die vertriebenen Rohingya

800.000 Menschen vom Volk der Rohingya haben sich im vergangenen Jahr vor beispiellosen Pogromemn in ihrer Heimat Myanmar nach Bangladesh gerettet. Seit einem Jahr stemmen sich Caritas Bangladesh und Jesuiten-Flüchtlingsdienst gegen eine beispiellose humanitäre Katastrophe

Flüchtlingskrise in Südasien

„Die meisten Geflüchteten sind Frauen und Kinder. Sie campieren am Straßenrand, hoffen auf Almosen. Tausende Waisen irren traumatisiert und orientierungslos durch die Straßen und betteln um Reis und Wasser“: Bei einem Besuch in einem Flüchtlingslager nahe der Stadt Cox‘s Bazar bot sich im Oktober 2017 P. Stan Fernandes SJ, Leiter des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) Südasien, ein Bild des Grauens. Es gab keine Unterkünfte und Sanitäranlagen, geschweige denn medizinische oder psychosoziale Angebote. Viele Menschen hatten Schussverletzungen. Der JRS startete in Zusammenarbeit mit der lokalen Caritas eine Hilfsaktion für die Rohingya: Soforthilfe und nachhaltige Maßnahmen, vor allem für die Kinder.

Lange schwelender Konflikt

Die Jesuiten und ihre Mitarbeiter bleiben vor Ort und begleiten die Rohingya auch bei ihrer möglichen Rückkehr nach Myanmar. Der Konflikt zwischen der muslimischen Minderheit der Rohingya und der buddhistischen Mehrheit in Myanmar schwelt seit Jahrzehnten. Die Regierung räumt den Rohingya keine Bürgerrechte ein. Als Rohingya-Rebellen Ende August 2017 Polizei- und Militärposten angriffen, entflammte der Konflikt erneut. Das Militär reagierte mit „Räumungsaktionen“, bei denen viele Menschen ums Leben kamen.

Gemeinsam gegen das Elend

Die Jesuiten haben eine lange Tradition in Südasien. Die Caritas, die in der Grenzregion Nahrung, Trinkwasser, Kleidung und Plastikplanen ausgibt, hat daher den JRS als Partner gewonnen, um in dieser massiven Krise gerade den Jüngsten beizustehen: Über die Hälfte der Geflüchteten sind Kinder. „Wir wollen für 10.000 Familien Bildungsangebote schaffen“, sagt Pater Fernandes. Auch die einheimische Bevölkerung in der ohnehin ärmsten Region Bangladeschs wird bei den Maßnahmen miteinbezogen. Neben der Versorgung mit lebensnotwendigen Gegenständen wie Gaskartuschen und einem Aufforstungsprojekt sind Kinderschutzzonen – Child Friendly Spaces (CFS) und Projekte für Frauen unter dem Stichwort MHPSS (Mental Health Psycho-Social Support) wichtigste Elemente. Derzeit werden in insgesamt sechs CFS gut 1.800 Kinder in verschiedenen Gruppen jeweils zwei Mal wöchentlich für zwei Stunden betreut, fünf weitere CFS sind in Planung. Pro Kind und Halbjahr belaufen sich die Kosten auf etwa 70 Euro.

Beispielhafte Süd-Süd-Kooperation

Um die etwa 40 bengalischen Caritas-Mitarbeiter auf ihre Aufgaben vorzubereiten und dabei zu begleiten, setzen die Verantwortlichen um Stan Fernandes und Caritas-Leiter Francis Atul Sarker auf eine beispielhafte Süd-Süd-Kooperation: Godfrey Ogena, Projekt-Direktor des JRS Ostafrika, leitet die Trainingseinheiten der Caritas in der Küstenstadt Cox’s Bazar.

Sicherheit durch Sonnenkraft – und ein neues Frauenbild

Um die Camps vor allem für die Frauen und Kinder sicherer zu machen, haben JRS und Caritas ein weiteres buchstäbliches Leuchtturmprojekt durchgesetzt: 300 Solarlaternen an den Wegesrändern, vor Brunnen und Toiletten. Es ist „friedlicher“ geworden, „sicherer“, sagen die Teilnehmerinnen eines der Frauenprojekte unisono. Und allein, dass sie in der Runde zusammenkommen, ist ein Riesenfortschritt, betont Stan Fernandes, würden sie der Tradition gemäß sonst niemals die eigene Hütte verlassen. Erst als die Männer erkannt haben, dass ihre Frauen in den Gruppen so viel Nützliches für die Familien erarbeiten, gaben auch die Majhis den Projekten ihren Segen.

Helfen Sie den Vertriebenen!

„Dieses Mädchen hat seine Eltern und seinen Bruder verloren“, berichtet Pater Fernandes. "Mit Nachbarn hat sie sich bis zur Küste von Cox’s Bazar durchgeschlagen. Sie ist völlig verloren und weiß nicht, wohin sie gehen und was sie tun soll.“ Im Flüchtlingslager gibt es viele Kinder mit ähnlichen Geschichten. Sie brauchen Unterstützung – lassen wir sie nicht allein!

Projekt X33500 Rohingya

Land:
Bangladesch

Partner:
P. Stan Fernandes SJ

Zielgruppe:
Flüchtlinge vom Volk der Rohingya aus dem Grenzgebiet zu Myanmar, Schwerpunkt auf Familien und Kindern

Kontext:
Die Arbeit der Jesuiten in Bangladesch ein Projekt der Jesuitenkonferenz Südasien und des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) in Zusammenarbeit mit der Caritas

So können Sie helfen:

  • 280 Euro pro Monat kostet es, eine Lehrerin in einem der „Child Friendly Spaces“ von Caritas und JRS zu beschäftigen

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Jesuitenmission
Verwendungszweck:
X33500 Rohingya

Bank: Liga Bank
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