Diözese Bac-Ninh: Junge Kirche in Vietnam

In den letzten sechs Jahrzehnten hatten es Gläubige in Vietnam schwer. Das kommunistische Regime zerstörte Gotteshäuser und verbot das Praktizieren des Christentums. Dennoch überlebte der Glaube im Untergrund und kommt seit einigen Jahren immer stärker hervor.

Christliche Tradition in Vietnam

Vor fast 500 Jahren kam das Christentum nach Vietnam. Obwohl es im Lauf der Geschichte immer wieder Zeiten der Verfolgung gab, wurde die Kultur des Landes stark von der katholischen Kirche geprägt. Die letzte Periode der Christenverfolgung setzte mit der Machtübernahme der Kommunisten ein, 1954 in Nordvietnam und 1975 in Südvietnam. Kirchliche Güter wurden enteignet, zu Fabriken oder Kinos umgewandelt, Gottesdienste verboten, Pfarrer und Bischöfe kamen ins Gefängnis oder wurden jahrelang unter Hausarrest gestellt. Viele Christen kamen in „Umerziehungslager“ oder wurden getötet, andere flohen vor den Kommunisten außerhalb des Landes.

Handeln innerhalb von Schranken

Im Jahr 2000 wurden einige Verbote gelockert, aber immer noch muss die Weihe von Priestern, Bischofsbesuche in den Pfarreien und die Ernennung von Pfarrern von den Behörden genehmigt werden. Bischof Cosma Hoang Van Dat SJ der Diözese Bac Ninh nutzt alle Nischen, in denen sich die Jesuiten bewegen dürfen. Der schulische Bereich ist ihnen noch verboten, da die Regierungspartei den Einfluss der Glaubensgemeinschaften fürchtet. Im sozialen Bereich dürfen sie aber schon tätig sein. So unterhalten die Jesuiten zusammen mit Schwesterngemeinschaften Waisenhäuser, Obdachlosen­heime, Lepradörfer und ein Zentrum für behinderte Kinder und Erwachsene.

Junge Kirche im Aufbruch

Die alten Patres, die in den 1980er Jahren inhaftiert worden waren, sind wieder in Freiheit und können nun miterleben, dass viele junge Männer und Frauen Orden beitreten möchten. Mehr, als diese bewältigen können. Die Strukturen der Kirche sind noch schwach, durch das lange Überwintern im Untergrund. Hinzu kommt die große Armut der Menschen, die es unmöglich macht, die Kirchen aus eigenen Kräften wieder aufzubauen und die Pfarrer und Schwestern zu unterhalten. Das Geld reicht oft schon nicht, um die Kinder in die Schule zu schicken. Fehlende Einrichtungen, geringes Glaubenswissen und vor allem auch die zerstörten Kirchen sind eine zusätzliche Last. Große Anstrengungen unternahm Bischof Cosma SJ deshalb im Bereich der Katechetinnen und Katecheten. Eine gute Ausbildung für die jungen Menschen, die in die Dörfer gehen und den Menschen dort helfen, ihren Glauben zu praktizieren und zu leben, steht an oberster Stelle. Ziel ist es, durch starke Glaubensstrukturen Mut und Hoffnung zu transportieren und hoffentlich bald auch im Bildungswesen offiziell tätig werden zu dürfen.

Projekt X69200 Diözese Bac-Ninh

Land:
Vietnam

Partner:
Bischof Cosma Hoang Van Dat SJ

Zielgruppe:
Kinder, Frauen und Männer, die sich für den christlichen Glauben interessieren.

Kontext:
Die lange Jahre unterdrückte Kirche in Vietnam braucht Unterstützung.

So können Sie helfen:

  • 40 Euro kostet die Ausbildung zum Katecheten für eine Person.
  • 75 Euro kostet der Teilnahmebeitrag zu einem theologischen Sommerkurs.
  • 430 Euro betragen die Kosten pro Jahr für eine Schwester im Schwesternseminar.