Erdbebenhilfe Nepal

Nepal ist das zweitärmste Land Südasiens und kämpft mit vielen Problemen. Am 25. April 2015 wurde es von einem verheerenden Erdbeben getroffen. Jesuiten in Nepal helfen den Opfern – vor allem in den abgelegenen Dörfern sind das Ausmaß der Zerstörung und das Leid der Menschen groß.

„Ein Jahr nach dem Erdbeben geht es weiterhin um den Wiederaufbau – vor allem von Bildung.“

Am 25. April 2015 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,8 Nepal und hinterließ 8.900 Todesopfer und über 22.000 Verletzte. 600.000 Häuser wurden vollständig zerstört und weitere 285.000 beschädigt. Vielen Menschen blieb nichts außer ein Haufen Steine. Über eine Million Kinder konnte wegen des Erdbebens und seinen Folgen nicht mehr zur Schule gehen, weil Schulgebäude zerstört oder Straßen und Wege unpassierbar waren. Nicht einmal einen Monat später, am 12. Mai, gab es ein weiteres Beben, das die Zahl der Opfer ansteigen ließ und die Situation noch weiter verschlimmerte.

Das Xavier Network, die gemeinsame Plattform der jesuitischen Hilfswerke in Europa, Kanada und Australien, aktivierte direkt nach dem ersten Beben sein Notfallprotokoll. Wir nahmen Kontakt mit den Jesuiten in Nepal auf, um von ihnen zu erfahren, wie sie die Schäden einschätzen und wo unsere Unterstützung nötig ist. Über das Xavier Network konnten wir schnell Hilfe und Gelder zur Verfügung stellen, um die Menschen in den am schlimmsten betroffenen Gegenden mit Hilfsmaßnahmen zu erreichen.

„Immer mit dem Ziel, die zu erreichen, die noch keine Hilfe erhalten haben.“

Die Phase der Soforthilfe von April bis August 2015 wurde durch das Nepal Jesuit Social Institute (NJSI) (zu Deutsch: Sozialinstitut der Jesuiten in Nepal) koordiniert. In Zusammenarbeit mit tausenden von Freiwilligen, besonders Studierende der jesuitischen Bildungseinrichtungen im Land, wurden Notpakete verteilt mit lange haltbaren Lebensmitteln, Tabletten zur Wasseraufbereitung, Zelten, Decken, Matratzen, Kleidung usw. Zunächst erreichten wir so die Menschen in der städtischen Gegend um Kathmandu und den Distrikten Lalitpur, Sindhupalshowk, Kavrepalanchwok, Dhading, Gorkha und Nuwakot, die alle in der Nähe des Epizentrums des Erdbebens liegen. Später weiteten wir die Hilfsmaßnahmen auf die Distrikte Dolakha, Sindhuli, Ramechhap und Makwanpur aus, immer mit dem Ziel, diejenigen zu erreichen, die die Hilfe am dringendsten benötigten und noch keinerlei Hilfe erhalten hatten.

In der zweiten Phase von September bis Dezember konzentrierte sich das NJSI auf das Verteilen von Schulmaterialien: Schuluniformen, Unterrichtsmaterial, Spiele und Malutensilien sowie Schulmobiliar für Schüler und Lehrer. Das Ziel war es, Schulen und Bildungsinstitutionen so schnell wie möglich wieder zum Laufen zu bringen, damit die Kinder und Jugendlichen wieder etwas Stabilität zurückerhalten und nicht zu viel des Schulunterrichts verpassen. Außerdem wurden in dieser Phase 993 Wellblechdächer verteilt, um Übergangsunterkünfte bauen zu können.

„Schulen geben den Kindern Stabilität und Schutz.“

Seit Januar 2016 sind wir nun endlich in der Phase des Wiederaufbaus. Wir unterstützen besonders ländliche und schwer zugängliche Dörfer, die bisher noch keine andere Hilfe erhalten und besonders bedürftig sind, weil sie bereits vor der Katastrophe von großer Armut betroffen waren.

Zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen hat das NJSI ein Programm zur Arbeit mit Frauen entwickelt, das mittlerweile schon sieben Women Safe Spaces (sichere Orte für Frauen) gebaut hat und die Arbeit der lokalen nepalesischen NGO Home Net Nepal unterstützt. In diesem Rahmen wurden Workshops mit 79 Frauen durchgeführt, die zu den Themen Unternehmensführung und Management von einkommensgenerierenden Aktivitäten wie Kerzen- oder Seifenherstellung und Schmuckproduktion weitergebildet wurden.

„Ein Jahr nach dem Erdbeben leben noch immer fast vier Millionen Menschen in Übergangsunterkünften unter Bedingungen, die ihre Gesundheit gefährden.“

Im Moment warten wir ebenso wie die anderen Organisationen, die im Land tätig sind, darauf, dass die nepalesische Regierung grünes Licht für den Bau von permanenten Häusern und Schulen gibt. Bisher war dies wegen der Gefahr von Erdrutschen nicht erlaubt. Bis es soweit ist, werden wir weiterhin Übergangsgebäude für Bildungseinrichtungen bauen und Unterkünfte und Unterstützung für die Menschen bereitstellen, die durch das Erdbeben alles verloren haben. Darüber hinaus fahren wir mit der Lehrerausbildung fort und unterstützen auch die Arbeit mit den Frauen weiterhin.

„Armut erhöht die Verletztbarkeit der Bevölkerung.“

„Es zeigt sich wieder einmal, dass Armut die Folgen von Naturkatastrophen auf die Bevölkerung um ein Vielfaches verstärkt“, bedenkt unser Kollege Pablo Funes von entreculturas, unserer spanischen Schwesternorganisation, nach seiner Rückkehr aus Nepal. Schon vor dem Erdbeben lebten 40% der nepalesischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. Die Folgen des Erdbebens haben ganz besonders die Ärmsten im Land getroffen, die in den entlegenen Dörfern leben, ebenso wie die Zugehörigen der niedrigen Kasten. „Es ist wie eine ungerechte Laune der Natur. In einem kleinen Dorf, nahe dem Fluss Sumkhosi, erzählte uns der Direktor einer vollständig zerstörten Schule, mit welch großem Aufwand und Einsatz die Schule vor mehr als 25 Jahren von den Dorfbewohnern gebaut wurde. Niemand hatte sie dabei unterstützt. Die Schule wurde alleinig durch die Anstrengungen der Gemeinschaft gebaut. Nun ist sie zerstört und sie müssen wieder bei null anfangen. Es ist schrecklich ungerecht“, sagt Pablo.

Neben dem Wiederaufbau von Häusern und Wohnungen hat die Regierung Bildung als zweiten großen Bedarf festgemacht. Wir vom Xavier Network begrüßen und unterstützen diese Entscheidung sehr, weil Bildung in Katastrophensituationen hilft, der Bevölkerung physischen und psychosozialen Schutz zu bieten. Dies gilt insbesondere für Kinder, die der verletzlichste Teil der Gesellschaft sind. Die Möglichkeit wieder den Unterricht besuchen zu können, hilft ihnen, wieder etwas Normalität und emotionale Stabilität aufzubauen. Darüber hinaus schützt es die Kinder vor durch Regenfälle verursachten Erdrutschen, einstürzenden Ruinen oder anderen Gefahren wie Krankheiten durch verunreinigtes Wasser oder Vernachlässigung durch die Familien, die nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht.

„Wir wollen den Menschen in Nepal helfen, nachhaltige Strukturen aufzubauen, um die Armut zu verringern und die Menschen für die Zukunft zu stärken.“

Wir werden deshalb die Jesuiten in Nepal auch weiterhin dabei unterstützen, neue Schulen zu bauen, qualifizierte Fortbildungen für Lehrer anzubieten, Grundausstattungen für den Unterricht bereitzustellen, Dorfgemeinschaften im Wiederaufbauprozess zu begleiten und zu unterstützen.

Vielen Dank für Ihr Gebet und Ihre Spende für Nepal!

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Weitere Informationen:

Die Jesuiten in Nepal haben eine eigene Facebook-Seite eingerichtet, auf der sie über die Hilfsmaßnahmen posten.

Ein Jahr nach den Beben: Vor allem die Kinder leiden weiter an dem unfassbaren Ausmaß der Zerstörung.

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