Eine neue Schule in Sisophon

Vor vierzig Jahren verwandelten die Roten Khmer das Leben in Kambodscha in eine Hölle und zerstörten auch das Bildungssystem. Die Folgen sind bis heute zu spüren. Die neuen Schule der Jesuiten in Sisophon bietet in der ländlichen Umgebung Bildung und Entwicklung.

Der kambodschanische Kultusminister Dr. Hang Chhuon Naron zeigt sich beeindruckt von der Qualität der jesuitischen Lehrerausbildung und strebt ein gemeinsames Programm an. Vorbild ist eine bestehende Kooperation mit der Königlichen Universität von Phnom Penh

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Schatten der Vergangenheit

Vor vierzig Jahren verwandelten die Roten Khmer das Leben in Kambodscha in eine Hölle und zerstörten auch das gesamte Bildungssystem. Die Roten Khmer verfolgten Gebildete und Intellektuelle gnadenlos, da sie Bildung als Verrat an ihrem Ideal eines reinen Agrarkommunismus sahen. Das ist lange her, aber die Schatten der Vergangenheit sind an vielen Orten noch zu spüren. Der Herrschaft der Roten Khmer folgte ein jahrelanger Bürgerkrieg, der mit dem Pariser Friedensabkommen von 1991 offiziell endete. Die Jesuiten kehrten mit den ersten Flüchtlingen ins Land zurück und halfen beim Wiederaufbau. Noch heute fehlen vor allem in ländlichen Gegenden gute Schulen.

Ein Traum wird wahr: eine Schule für die Kinder in Sisophon

Sisophon ist eine Kleinstadt nahe der thailändischen Grenze. Auf den Dörfern gibt es viele Kinder, wenige Schulen, kaum Arbeit und große Armut. Die Familien leben mehr schlecht als recht von der Landwirtschaft, kleinen Werkstätten und Läden. Viele Jugendliche brechen die Schule ab und gehen nach Thailand, um dort als ungelernte Hilfskräfte Geld zu verdienen. Hier soll der Traum von einer besseren Zukunft in Erfüllung gehen. Die neue Schule der Jesuiten will für die lokale Bevölkerung Alternativen schaffen und Zukunftsperspektiven öffnen. Seit vielen Jahren gibt es Pläne, eine eigene Schule zu bauen, die verschiedene Elemente unter einem Dach vereinigt: Kindergarten, Grund- und Oberschule, Lehrerausbildung, eine Art Volkshochschule für die Bewohner der umliegenden Dörfer, Nachhilfeunterricht und spezielle Kurse für Schulabbrecher.

Bildung als Schlüssel zur Entwicklung

Sok Eng lernte die Jesuiten in einem Flüchtlingslager in Thailand kennen. Heute setzt sie sich mit den Jesuiten für bessere Bildung in ihrer Heimat ein. „Ich lernte Englisch bei Pater Bingham und seine Freude an den einfachen Dingen des Lebens faszinierte mich“, erzählt Sok Eng. „Er brachte mir bei, nicht egoistische Lebensziele zu verfolgen, sondern für andere da zu sein. Ich half mit, die Kinder im Flüchtlingslager zu unterrichten und fing an zu begreifen, dass Bildung der einzige Schlüssel zu einer nachhaltigen Entwicklung ist. Als ich 1993 nach Kambodscha zurückkehrte, begann ich für den Jesuit Service in verschiedenen Entwicklungs-, Gesundheits- und Bildungsprojekten zu arbeiten. Bis heute setze ich mich mit den Jesuiten in Kambodscha dafür ein, dass sich mein Land von der Vergangenheit erholt und die junge Generation eine gute Bildung erhält. In vielen Dörfern gibt es immer noch keine richtige Schule und wenn es eine Schule gibt, verdienen die Lehrer zu wenig und sind oft nur ungenügend ausgebildet.“

Werte statt Korruption

„Es geht uns natürlich auch um die Vermittlung von Werten“, betont Pater In-don, der Obere in Kambodscha. „Die Korruption durchdringt alle gesellschaftlichen Bereiche und ist ein riesiges Problem. Umso mehr hat es uns erstaunt, dass wir für das Schulprojekt alle Genehmigungen sofort bekommen haben. Die Verwaltung in Sisophon und das Bildungsministerium unterstützen uns sehr.“ 

Die neue Schule der Jesuiten ist dringend notwendig und sie wird auch eine Ausstrahlungskraft auf die umliegenden Dorfschulen haben. Das erste Gebäude des großen Schulkomplexes steht bereits und ist voller Leben. Während der Summer School, einem vierwöchigen Intensivkurs in den Septemberferien, stellte sich heraus, dass 40 der 150 Kinder im Alter von 12 bis 13 Jahren nicht richtig lesen und schreiben konnten. Es ist in den Dorfschulen, aus denen sie kommen, nie aufgefallen. Das sagt viel über das staatliche Schulsystem aus. „Mit dem Übergang in die siebte Klasse beginnt die Mittelschule und ganz viele brechen hier ab“, erklärt der Schuldirektor Pater Ashley Evans. „Mit der Summer School wollen wir die Schüler ermutigen und darauf vorbereiten, weiter zu lernen.“ Gemeinsam mit Jesuiten anderer Länder unterstützen wir die Menschen in Sisophon, damit ihr Traum einer eigenen Schule wahr wird. Danke für Ihre Hilfe hierbei.

Projektvideo „Xavier Jesuit School“

Einblicke in das Leben und den Alltag sowie Hintergründe zum Schulprojekt in Kambodscha

Projekt X31154 Kambodscha

Land:
Kambodscha

Partner:
P. Ashley Evans SJ (Direktor der Schule)
P. In-Don SJ (Oberer der Jesuiten in Kamboscha)

Zielgruppe:
Bevölkerung in der Umgebung von Sisophon

Kontext:
Die neue Schule in Sisophon ist der Beitrag der Jesuiten für den Wiederaufbau der Bildungsinfrastruktur in Kambodscha. In der Xavier Jesuit School Sisophon werden Kinder und Jugendliche ebenso unterrichtet, wie künftige Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet werden sollen.

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