Sozialarbeit in den Slums von Bijapur

In einem Slum gibt es keine Bildung, keine Rechte, keine Chancen. Die Jesuiten von Bijapur setzen diesen Hindernissen etwas entgegen: Mit Bildungs- und Sozialarbeit für Kinder und Frauen stärken sie die Gesellschaft in den Slums der 326.000-Einwohner-Stadt.

Leben in ständiger Unsicherheit

Schätzungsweise einer von sechs Einwohnern der indischen Stadt Bijapur lebt in einem Slum. Mit der wachsenden Trockenheit verlassen immer mehr Landbewohner ihre Heimat und suchen nach einer besseren Zukunft in der Stadt. Solange ihre Ansiedlungen von Bretter- und Wellblechhütten noch nicht von den Behörden legalisiert sind, leben diese Menschen in ständiger Angst vor Vertreibung, meist ohne Zugang zu Bildung und Schutz des Gesetzes.

Sozialzentrum als Anstoß

Die Jesuiten der Provinz Karnataka verstehen diese Situation als Arbeitsauftrag. Sie setzen sich in ihrem Sozialzentrum schon seit Beginn der 1990er Jahre dafür ein, den heute rund 50.000 Slumbewohnern den Alltag zu erleichtern. Aber mehr noch haben die Jesuiten dabei die Hoffnung, dass ihre Zuwendung die Armen von Bijapur befähigt, selbst einmal etwas für Mitmenschen und die Gemeinschaft zu tun.

Slum-Schule und Frauengruppen

Zu diesem Zweck betreiben sie mehrere Bildungsprojekte. Da ist zum Beispiel die Loyola Yomiuri School. 850 Kinder kommen hier mittlerweile unter – als Slumbewohner hätten sie sonst keine Chance auf den Schulbesuch. Ein eigener Übergangszweig fängt zusätzlich jene Mädchen und Jungen auf, die von ihren Familien wieder aus der Schule genommen wurden oder im Unterricht den Anschluss verloren. Mit diesen Angeboten wollen die Jesuiten die Kinderarbeit eindämmen, die in der Region Karnataka ein weit verbreiteter Missstand ist. Ein Schwerpunkt des Sozialzentrums liegt darüber hinaus in der Frauenarbeit. Über Selbsthilfegruppen in ihrem Viertel erhalten die Frauen Informationen über ihre Rechte vor der Stadtverwaltung oder dem Staat. Sie können Lesen, Schreiben und wirtschaftliche Grundkenntnisse erlernen, um so beispielsweise ein Geschäft zu führen. Über Spargemeinschaften verteilen sie untereinander Kleinkredite. Im Fokus stehen insbesondere die „Devadasis“: unverheiratete, ungebildete Frauen aus unteren Kasten, die als Tänzerinnen in Tempeln arbeiten und häufig sexuell ausgebeutet werden. Viele von ihnen leiden an HIV und Aids.

Kurzfilm über die Sozialarbeit in Bijapur (8.26 min)

Projekt X55030 Sozialarbeit Bijapur

Land:
Indien

Partner:
P. Maxim Misquith SJ

Zielgruppe:
Bewohner der Slums Bijapurs

Kontext:
Kinder und Frauen in den Slums werden oft ausgebeutet und ausgenutzt. Die Sozialarbeitsprogramme greifen hier ein.

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X55030 Bijapur

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