Radio Chikuni bringt Neuigkeiten und Bildung

In ländlichen Regionen Sambias kann ein großer Teil der Kinder keine Schule besuchen, da der Weg zu weit ist. Im ländlichen Raum sind die Menschen nicht nur von Bildung, sondern auch von Nachrichten aus dem Rest des Landes abgeschnitten. Radio Chikuni bringt den Unterricht und Neuigkeiten in die Dörfer.

Die Isolation durchbrechen

Wer in Sambia auf dem Land lebt – und das ist der Großteil der Bevölkerung – ist abgeschnitten von Informationen und Entwicklung. Ohne Strom, Fernsehen, Telefon und Internet haben die Menschen keine Möglichkeit, sich über aktuelle Geschehnisse zu informieren und miteinander auch über größere Distanzen zu kommunizieren.

Radio Chikuni ist das Sprachrohr der Batonga

Schon 1905 gründeten die Jesuiten in Chikuni, abseits der großen Verbindungsstraße von Lusaka nach Livingstone, eine Missionsstation. Heute ist diese Missionsstation mindestens im Umkreis von 60 Kilometern allen bekannt. Denn das ist die Reichweite des Radiosenders Chikuni. Seit dem Jahr 2000 werden von der Missionsstation aus täglich Beiträge zu unterschiedlichen Themen gesendet. So erhält die Bevölkerung wichtige Informationen über Gesundheit, Ernährung, HIV/Aids und Bildung. Zugleich werden über den Radiosender aktuelle Nachrichten aus dem Land und den Dörfern gesendet. Zustande kommen die Beiträge in den Außenstationen der Mission. Insgesamt gibt es 55 der sogenannten „Listening Clubs“, die interessante Themen aufnehmen und in die Radiozentrale in Chikuni schicken. Dort werden sie für die Ausstrahlung aufbereitet. Radio Chikuni ist von der Bevölkerung für die Bevölkerung. Deshalb ist der Radiosender auch eine wichtige Plattform für die traditionelle Musik der Batonga. Kultur bewahren und Fortschritt ermöglichen ist das Ziel der Jesuiten in Chikuni.

Bildung aus dem blauen Kasten

In manchen Gegenden Sambias lernen bis zu 80 Prozent der Kinder weder lesen noch schreiben. Der Grund dafür sind die weiten Distanzen zur nächsten Schule, bis zu 50 Kilometer müssten sie am Tag zurücklegen. Weil nicht nur Schulen, sondern auch ausgebildete Lehrer Mangelware sind, haben die Jesuiten sich eine Idee aus Latein­amerika zu eigen gemacht: Radio­schulen. Mittlerweile besuchen über 900 Mädchen und Jungen eine dieser kleinen Radioschulen. Sie treffen sich unter einem Baum oder in einer einfachen Hütte. Die Stimme des Lehrers erreicht sie durch ein kleines, blaues Radio­gerät, das über eine Handkurbel aufgeladen werden kann. Jede Radioschule hat auch einen Hilfs­lehrer – meist die einzige Person im Dorf, die zumindest etwas lesen oder schreiben kann. Die Hilfs­lehrer werden in Chikuni geschult. Nach der Radio­schulstunde beantworten sie die Fragen der Kinder und vertiefen den Stoff mit Übungen. Die Radio­schulen sind ein großer Erfolg, der sich bei den über­durch­schnittlichen Ergebnissen der Schüler bei den nationalen Abschlusstests zeigt.

Weitere Informationen:

Projekt X43040 Chikuni

Land:
Sambia

Partner:
P. Kelly Michelo SJ

Zielgruppe:
Ländliche Bevölkerung ohne Zugang zu Medien und Bildung

Kontext:
Radio Chikuni ist das einzige Informationsmittel und Bildungsmedium in der Region.


Weitere Informationen:

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