Jesuiten im Einsatz gegen Aids

Das Aids-Netzwerk afrikanischer Jesuiten AJAN (African Jesuit AIDS Network) begleitet Projekte und Initiativen in vielen Ländern Afrikas.

25 Jahre Einsatz für die Armen, 12 davon mit einem Heim für Kinder, deren Eltern im Gefängnis sitzen: Irene Baumgartner blickt zurück auf ein Vierteljahrhundert harter Arbeit im Osten Afrikas – mit einem „überwältigenden Gefühl der Dankbarkeit“

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AJAN – Das Aids-Netzwerk afrikanischer Jesuiten

Gegründet wurde AJAN 2002 auf Beschluss der Ordensoberen der Jesuiten in Afrika und Madagaskar, um der Verbreitung von HIV/Aids auf dem Kontinent gemeinsam und koordiniert entgegenzutreten. Das Netzwerk bietet Unterstützung für alle an Aids-­Programmen Beteiligten, evaluiert Ansätze und Methoden von Projekten, um die Arbeit wirksamer werden zu lassen, begleitet und fördert die Entwicklung und Umsetzung neuer Projekte. „Unsere Vision sind gestärkte Individuen, Familien und soziale Gruppen, die sich engagieren für ein Leben in Fülle und eine HIV/Aids-freie Gesellschaft“, erklärt Pater Paterne Mombé SJ, der Koordinator von AJAN.

HIV/Aids in Afrika

Kein anderer Kontinent ist in dem Ausmaß von HIV/Aids betroffen wie Afrika. Von weltweit geschätzten 34 Millionen Menschen mit einer HIV-Infektion leben knapp 23 Millionen in Afrika, das auch fast 70% aller Neuinfektionen verzeichnet. Trotz großer internationaler Programme, etwa der Vereinten Nationen, fehlt 51% der Betroffenen nach wie vor der Zugang zu den erforderlichen Medikamenten. Schlimmer noch: Die Zahlen nehmen wieder ab. Hier zeigt sich deutlich die größte Not der infizierten Menschen in Afrika. Die afrikanische Bischofskonferenz stellt fest: „HIV/Aids ist nicht allein als medizinisch-pharmazeutisches Problem oder als Frage menschlicher Verhaltens­änderungen anzusehen. Es ist zutiefst eine Frage von nachhaltiger Entwicklung und Gerechtig­keit.“ Wo die Verbreitung von Infektionen hoch ist, wird die Entwicklung von Individuen, Familien, Gemeinschaften und ganzen Ländern beeinträchtigt. Pater Michael Kelly SJ, Mitglied des Beirates von AJAN, bringt es auf den Punkt: „Aids verschlimmert die Ungerechtigkeit. Ungerechtigkeit verschärft die Aids-Problematik. Das eine kann ohne das andere weder verstanden noch richtig angepackt werden.“

Der Beitrag der afrikanischen Ortskirche

Kirchliche Einrichtungen leisten rund 25% der weltweiten Arbeit in Aids-Projekten. In Afrika liegt der prozentuale Anteil noch höher, vor allem in ländlichen Gebieten erreicht er fast 100%. Dies liegt auch daran, dass sich über die regionalen Strukturen der Pfarreien viele Gemeinde­mit­glieder und christliche Gemeinschaften engagieren. Die meisten dieser Projekte nehmen sich eher bescheiden aus und erreichen jeweils nur einige hundert Menschen. Für die, die so Hilfe erhalten, macht dies jedoch den ent­scheidenden Unterschied. Ein Beispiel ist Frau Rozina, Lehrerin in Sambia: Als zwei Aids-Waisen der weitere Schulbesuch verwehrt wurde, startete sie in ihrer heimischen Küche Privatunterricht für die beiden. Bald war ihre Küche voller Kinder, so dass ihr der Ortspfarrer Räume in der Gemeinde zur Verfügung stellte. 

Niemand hängt gerne am Tropf der Wohltätigkeit

Angesichts der globalen Finanzkrise und abnehmender Mittel für Aids-Programme werden viele staatliche Projekte reduziert oder sogar komplett eingestellt. Dies erhöht wiederum den Druck auf die kleinen Initiativen vor Ort, an die sich immer mehr Betroffene wenden. AJAN fördert deshalb verstärkt Initiativen, die versuchen, HIV-Infizierten und ihren Angehörigen ein eigenes Einkommen zu verschaffen. Keiner der Betroffenen hängt gerne „am Tropf der Wohltätigkeit“ und jeder will lieber selbst für das eigene Auskommen sorgen. Mit einer guten Ernährung, Zugang zu Medikamenten und etwas Starthilfe kann ihre Arbeitskraft so weit wiederhergestellt werden, dass dieser Wunsch kein Traum bleiben muss.

Projekt X42100 AJAN

Kontinent:
Afrika, Hauptsitz in Kenia

Partner:
P. Paterne Mombé SJ

Zielgruppe:
Menschen, die mit und ohne HIV/Aids leben. 

Kontext:
Den Traum einer Aids-freien Generation verwirklichen.