Vermitteln für den Frieden

Nach den Wahlen in Simbabwe beklagen Anhänger der Opposition und ausländische Beobachter massive Manipulationen. Mehrere Demonstranten starben bei Protesten in der Hauptstadt. Derweil will die Bischofskonferenz des Landes zwischen den verfeindeten Lagern vermitteln.

Scharfe Munition gegen Demonstranten

Mindestens drei Menschen sind bei Ausschreitungen in Simbabwes Hauptstadt Harare nach den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen am Montag ums Leben gekommen, es waren die ersten nach der Entmachtung von Langzeitdiktator Robert Mugabe. Die Regierungspartei Zanu-PF von Präsident Emmerson Mnangagwa, zuvor über Jahrzehnte von Mugabe als Vorsitzendem kontrolliert, beansprucht nach ersten Auszählungen die absolute Mehrheit im Parlament. Doch auch die „Bewegung für Demokratischen Wandel“ (MDC) von Oppositionsführer Nelson Chamisa hatte sich bereits zum Sieger erklärt. In der Folge eskalierte die Gewalt auf den Straßen Harares. Nach Medienberichten setzten Sicherheitskräfte scharfe Munition ein, um die Demonstrationen aufzulösen.

Angst vor neuen Manipulationen

Auch ausländische Wahlbeobacher monieren Unregelmäßigkeiten bei den Wahlen. So sprach der deutsche EU-Parlamentarier und Vorsitzende der EU-Beobachterkommission Elmar Brok von „Versuchen, die freie Willensbekundung der Wähler zu untergraben, um ein Votum zugunsten der Regierungspartei sicherzustellen“.

Auch die Katholiken im Land sind besorgt über den Verlauf der Urnengangs und die Konsequenzen: Der Jesuitenpater Brian MacGarry befürchtet in einem Interview mit dem Nachrichtenportal „Vatican News“, Gerüchte über Wahlfälschungen könnten sich tatsächlich bewahrheiten. So habe die Regierungspartei selbst in ihrem ländlichen Kernland massiv an Unterstützung eingebüßt, etwa in Mzumba, „tiefstem Zanu-Land“, habe der oppositionelle Chimisa, anders als von der Regierung behauptet, „ungefähr 90% der Stimmen“ bekommen.

Pater MacGarry berfürchtet nun erneute Manipulationen durch die Zanu-PF bei Nachzählungen.
Zudem drohe sich die Lage im Land weiter zu verschlechtern: „Wir stehen vor weiteren fünf Jahren einer subtileren Art von Gewalt.“ Noch mehr Menschen könnten verhungern oder durch den Mangel an Medikamenten an AIDS sterben. Denn: Wenn sich die Zanu-PF gegen den Willen des Volkes an der Macht halte, „wird die Wirtschaft innerhalb eines Jahres zusammenbrechen. Sie wiederholen bereits all die Dinge, die sie schon einmal falsch gemacht haben.“

Derweil haben die Mitglieder der „Kommission für Gerechtigkeit und Frieden“ der Bischofskonferenz von Simbabwe auf einer Pressekonferenz angekündigt, ein Vermittlungsteam einzurichten, um zwischen den beiden Parteien und ihren Anhängern zu vermitteln.

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