Syrien: 2,8 Millionen Kinder können nicht zur Schule

Die Flüchtlingskrise ist nach wie vor das größte humanitäre Problem weltweit. Seit Ausbruch des Krieges im Jahr 2011 gilt der syrische Konflikt als die bisher schlimmste Krise mit der größten Zahl an Binnenvertriebenen. Nach UN-Angaben wurden allein seit Anfang dieses Jahres mehr als 920.000 Menschen aus ihren Häusern vertrieben, die Gesamtzahl dieser syrischen „Internally Displaced People“ (IDP) beläuft sich auf 6,2 Millionen.

2,8 Millionen Kinder ohne Zugang zu Bildung

Und die Situation wird sich auf abesehbare Zeit nicht verbessern: „Niemand kann die Zukunft Syriens vorhersagen“, konstatiert Pater Nawras Sammour SJ, Regionaldirektor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes (JRS) im Nahen Osten: „Diese Unsicherheit ist das beherrschende Gefühl im Lande.“
 
Am stärksten betroffen sind Kinder: Etwa 2,8 Millionen syrische Kinder können derzeit nicht die Schule besuchen, dabei ist für sie Zugang zu Bildung von entscheidender Bedeutung. Bildung nämlich ist ein wichtiges Instrument zum Schutz von Kindern, gibt ihnen Hoffnung und ist ein Ansatz für nachhaltigen Frieden.

Das „Wir“ im Fokus

Zum Weltflüchtlingstag betont der JRS die Notwendigkeit, Flüchtlingskinder zu unterrichten: „Bei Bildung geht es nicht nur um Wissen, sondern um den ganzen Menschen. Bildungsangebote für Flüchtlinge, die sonst alles verloren haben, stehen bei uns an erster Stelle. Damit fördern wir das ,Wir', das Gemeinwohl“, betont Pater Sammour. Der JRS bietet so eine ganze Reihe von Bildungsprogrammen an, die frühkindliche Bildung, Lernunterstützung, formale Bildung und psychosoziale Hilfe umfassen, dazu kommen soziale und pädagogische Angebote an die Eltern.

Hoffnung auf den Wiederaufbau

„Als wir im Libanon ankamen, waren die öffentlichen Schulen voll. Ich habe fast drei Jahre ohne Unterricht verbracht und fast alles vergessen, was ich vorher gelernt hatte“, sagt Fatima, eine 13-jährige Schülerin an einer der JRS-Schulen im libanesischen Bar Elias. Fatima ist eines der vielen Flüchtlingskinder, die sich täglich vielen Herausforderungen stellen müssen, weiß aber um die große Chance, die ihr der Zugang zu hochwertiger Bildung bringt. Die Schule ist ein sicherer Ort, an dem sie selbst sein kann, ein Ort der Hoffnung: „Ich möchte Ärztin werden, weil ich nicht mag, dass Menschen leiden“, erklärt sie.

„Das Beste daran, Lehrer zu sein, ist beizutragen, dass sich die Kinder akzeptiert und beschützt fühlen. Und sie in den Hoffnungen und Träumen zu bestärken, ihr geliebtes Syrien irgendwann wieder aufzubauen “, sagt ein syrischer Freiwilliger aus Damaskus, der in Bar Elias unterrichtet.
 
Pater Sammour appelliert zum Weltflüchtlingstag: „Wir müssen uns zu den betroffenen Menschen in Syrien bekennen, die heute mehr denn je unsere Unterstützung brauchen, vor allem sind es die Kinder!“

Projektseite: Flüchtlingshilfe Syrien

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Kinder sind oft widerstandsfähiger als Erwachsene – ohne Bildung aber ohne Zukunft. Foto: JRS

Mit Programmen für Kinder und ihre Eltern schafft der JRS Perspektiven.

Blick auf das Flüchtlingslager in Bar Elias / Libanon. Foto: Kristóf Hölvényi /JRS MENA

Pater Nawras Sammour SJ, Leiter des JRS Naher Osten.

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