Alte Hoffnung, neue Ängste

Die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeits-Jubiläum hat Präsident Emmerson Mnangagwa abgesagt. COVID-19 hat Simbabwe erreicht; das Land rüstet sich, so gut es geht. Drei Projektpartner von jesuitenweltweit schildern im Festjahr Erinnerungen und ihre ungebrochene Hoffnung auf ein besseres Simbabwe. Nigel Johnson SJ, Direktor für Entwicklung der Jesuit Province of Zimbabwe-Mozambique, berichtet über den Corona-Lockdown in einem hochgefährdeten Land.

Versöhnung bringen: eine große Aufgabe

Simbabwe begeht am 18. April 2020 den 40. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. Drei unserer Projektpartner vor Ort – Oskar Wermter SJ, Tendai Makonese OP und Nigel Johnson SJ – schildern in der Osterausgabe von weltweit, was sie zum Jubiläum bewegt

COVID-19: Simbabwe macht dicht

In Simbabwe kommt das öffentliche Leben immer weiter zum Erliegen. Bisher wurden nur sehr wenige Infektionsfälle registriert, aber es steht zu bezweifeln, dass viele Menschen mit Symptomen getestet wurden. So könnte es tatsächlich wesentlich mehr Betroffene geben.

Erstes offizielles Todesopfer: ein 30-Jähriger

Am Donnerstag gab es dann mit Zororo Makamba, dem ersten gemeldeten Covid-19-Fall, auch das erste offizielle Todesopfer zu beklagen. Makamba war ein beliebter Radiomoderator und erst 30 Jahre alt. Sein Tod hat jetzt das ganze Land dazu gebracht, die Bedrohung ernst zu nehmen.

Jetzt sind die Grenzen geschlossen, mit Ausnahme für den Warenverkehr und die zurückkehrenden Staatsbürger. Alle öffentlichen Messen in katholischen Kirchen wurden abgesagt, alle Bars, Nachtclubs, Fitnessstudios usw. geschlossen. Auch Sportveranstaltungen und die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag finden nicht statt. Supermärkte und Geschäfte haben noch geöffnet, aber in vielen Filialen sprühen die Mitarbeiter jeden Kunden vor dem Betreten mit Desinfektionsmittel ein.

Ein marodes Gesundheitssystem stößt an seine Grenzen

Was sehr gefährlich scheint: Die chronisch überlasteten öffentlichen Verkehrsmittel sind allesamt weiter in Betrieb. Die Regierung muss Mittel und Wege finden, das Problem zu lösen.

Unsere Mitarbeiter im Büro für Entwicklung und Bildung arbeiten jetzt von zu Hause aus. Glücklicherweise können wir dank Solarenergie und Internetverbindung weiter arbeiten. Große Sorge bereitet uns, dass auf unser völlig marodes öffentliches Gesundheitswesen eine rasche Ausbreitung von Infektionen zukommen könnte. Etwas beruhigend hingegen ist die Tatsache, dass wir, anders als in Europa, erst am Beginn der Pandemie stehen.

Fr Nigel Johnson SJ,  Harare, 25.03.2020

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Acht Millionen hungern

Zusätzlich zur Bedrohung durch Covid-19 nimmt die Nahrungsmittelknappheit in Simbabwe  dramatische Züge an. Die Folgen der anhaltenden Dürre werden durch die Wirtschaftskrise massiv verschärft. Fast acht Millionen Menschen leiden Hunger

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