Schließt Freundschaften!

Nürnberg, Deutschland – 24. Juli 2021: Aussendungsfeier Jesuit Volunteers 2021 in St. Martha in Nürnberg. Foto von Christian Ender

Nach  einer  einjährigen  Pause  freuen  wir  uns  über  fünf  Jesuit  Volunteers  aus  ganz Deutschland und neue Partnerprojekte. Da die pandemische Lage weltweit weiterhin recht unstabil ist, senden wir unsere JVs ausschließlich in europäische Einsatzstellen: Lettland, Bosnien Herzegowina, Bulgarien, Griechenland und in den Kosovo.

Auch wenn viele Einsatzstellen neu sind, bleiben wir unseren Werten treu und die Freiwilligen können sich für Menschen am Rande der Gesellschaft sowie für eine gerechtere und nachhaltigere Welt engagieren und gleichzeitig neue Netze der Freundschaft in der im April gegründeten Zentraleuropäischen Provinz der Jesuiten, knüpfen. Unsere neuen Kooperationspartner:innen stellen sich vor, erläutern ihre Motivation ür die Zusammenarbeit mit dem Jesuit Volunteers Programm und geben den Freiwilligen Ratschläge mit auf den Weg.

Mutig sein zu träumen und zu lieben

„Unsere NGO heißt „Nepaliec viens“, das ist Lettisch und bedeutet ‚Bleib nicht allein‘. Sie wurde gegründet, um Wege zu suchen, Menschen, die auf unterschiedliche Weise am Rande unserer Gesellschaft zurückgelassen werden, zu unterstützen. Wir laden die Freiwilligen ein, sich in zwei strukturellen Bereichen unserer NGO, die mit Familien mit Kindern mit Behinderungen (hauptsächlich Autismus) arbeiten, zu engagieren: dem multifunktionalen Zentrum „Solis Augšup“ sowie der ehrenamtlich tätigen Jugendgruppe „Jauniešu pastorala maja“. Wir freuen uns, die Zusammenarbeit mit Jesuit Volunteers zu beginnen, weil wir sicher sind, dass junge Freiwillige aus Deutschland uns frische Ideen und neue Perspektiven bringen werden, die das Leben unserer Organisation noch bunter und vielfältiger machen werden. Deshalb möchten wir gerne Raum und Unterstützung für neue Initiativen schaffen. Wir hoffen auch, dass unsere Organisation ein Ort sein wird, an dem junge Freiwillige nicht nur auf verschiedene Weise wachsen können, sondern auch viel Spaß und Abenteuer erleben können. Wir glauben, dass der wichtigste Aspekt eines jeden Freiwilligendienstes nicht darin besteht, Dinge zu tun – obwohl es wichtig ist! – sondern darin, voll präsent zu sein: für die Menschen, die Erlebnisse und für sich selbst. Das Leben ist voller schöner Überraschungen, wenn wir nur bereit sind, sie zu sehen.

Allen Freiwilligen, die sich auf ihren Dienst im Ausland vorbereiten, möchten wir nur folgendes sagen: Seid mutig zu träumen und immer zu lieben!
(Ieva Jokste, Freiwilligenkoordinatorin in Lettland/Riga)

Austausch innerhalb der ECE-Provinz

Die Jesuitenkommunität in Riga heißt die Jesuit Volunteers herzlich willkommen, weil es eine Gelegenheit ist, jungen Menschen Lettland zu zeigen, die dieses Land sonst ielleicht nie kennengelernt hätten. Wir ermöglichen einen Zugang zur lettischen und gleichzeitig können wir die deutsche Kultur kennenlernen. In der neuen ECE-Provinz stellt dieser Austausch eine direkte Verbindung zwischen unseren beiden Ländern dar, welcher die Freundschaft noch mehr vertiefen kann. Für junge Menschen ermöglicht diese Erfahrung das Kennenlernen neuer Kulturen und Orte, das Gewinnen neuer Lebenserfahrung sowie das Bewusstsein für Unterschiede und Gemeinsamkeiten in Europa. Meiner Meinung nach ist das Wichtigste an einem Freiwilligendienst die Bereitschaft und der Wille, zu gehen, anderen zu begegnen, zu lernen und im Dienst, auf der individuellen Ebene sowie als Freiwilliger zu wachsen.

Der Rat, den ich den Freiwilligen geben möchte, ist einfach und herausfordernd zugleich. Sei aufgeschlossen und flexibel, sei bereit, überrascht zu werden, sei offen, dich auf die neuen Erfahrungen einzulassen, bringe dich mit deiner Arbeit und auch deiner Kultur ein und schließe Freundschaften. Und versuche das Beste aus dem zu machen, was gerade da ist.
(Father Janis Melnikovs SJ, Superior der Kommunität in Lettland/Riga)

Engagement gegen Diskriminierung

„Der Jesuit Refugee Service Greece (JRS Griechenland) wurde im November 2015 gegründet und konzentriert sich auf schutzbedürftige Menschen um die soziale Inklusion und Integration von Geflüchteten und anderen Zwangsmigrantinnen und -migranten in Griechenland. Seit den Anfängen sind Freiwillige ein unschätzbarer Teil der Arbeit des JRS-Teams in Griechenland. Ihre Anwesenheit spielt eine wichtige Rolle, da sie Motivation und Begeisterung in die Aktivitäten mit einbringen. Die internationalen Freiwilligen kommen zu uns, um uns bei unserer Arbeit mit Migranten und Geflüchteten zu unterstützen und um die ignatianische Spiritualität des Jesuiten-Ordens vor Ort mitzuerleben.Aus verschiedenen Ländern zu kommen und gemeinsam für das gleiche Ziel zu arbeiten, ermöglicht es dem JRS-Team, offen für verschiedene Perspektiven zu sein. Außerdem will das JRS-Team Menschen verbinden, um christliche Werte wie Teamarbeit, Geschwisterlichkeit, Solidarität, Gerechtigkeit, Brüderlichkeit und Menschenrechte zu entwickeln. Freiwillige können in den drei Zentren mitarbeiten, die der JRS Griechenland in Athen verantwortet: bei der Verteilung von Lebensmitteln oder Non-Food-Artikeln an benachteiligte Menschen in der Nachbarschaft, im Women Day Centre, das neben einem Wäsche- und Duschservice auch verschiedene Workshops anbietet, um Frauen zu unterstützen, im Pedro Arrupe Centre, einem sozialen Integrations-Zentrum, das durch außerschulische Förderprogramme Kindern mit Migrationshintergrund den Weg in die griechische Gesellschaft und das Bildungssystem erleichtern möchte oder in der Hub Community mit non-formalen Bildungsangeboten.

Den Freiwilligen wird durch ihre Tätigkeit beim JRS Griechenland ermöglicht, sich aktiv für eine gerechtere und nachhaltigere Welt zu engagieren, indem sie zu einer inklusiveren europäischen Gesellschaft beitragen und konstruktiv auf Herausforderungen reagieren, mit denen die Europäische Union konfrontiert ist, wie zum Beispiel die Zunahme von Diskriminierung und einer Stimmung gegen Migranten.
(Raquel Verdasco Martinez, Referentin für Projekte und Advocacy JRS Griechenland/Athen)

Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen

Dank der Unterstützung von großzügigen Menschen und Partnerorganisationen in ganz Europa sind wir beim JRS Bosnien Herzegowina in der Lage, unseren neuen Freund:innen in temporären Aufnahmezentren und in deren Umgebung täglich zu helfen. So verteilen wir einerseits verschiedene Hilfsgüter im Rahmen der Notfallhilfe, bieten viele kulturelle und pädagogische Workshops in den Camps an, aber auch psychosoziale Unterstützung und Übersetzungsdienste beim Besuch von Gesundheitseinrichtungen oder Behörden. Die Arbeit der Freiwilligen ermöglicht, dass wir die Geflüchteten noch besser begleiten und uns für sie einsetzen können. Jugendliche sollten sich ehrenamtlich engagieren, um zum Beispiel ihre Kooperationsfähigkeit und ihr lösungsorientiertes Denken zu stärken, was für ihren Erfolg im Studium, am Arbeitsplatz und in ihrem persönlichen Leben wichtig ist. Egal ob es darum geht, Spenden zu sammeln oder sich um ältere Menschen zu kümmern oder, wie in unserem Fall, Migrant:innen und Geflüchtete zu unterstützen, Jugendliche lernen, was es bedeutet, verantwortungsvoller Bürgerinnen und Bürger zu sein. Freiwilligenarbeit hilft jungen Menschen, ihre Lebensläufe mit realen Erfahrungen zu füllen. Junge Menschen, die sich freiwillig engagieren, bauen Freundschaften auf und stärken ihr „soziales Kapital“.Auf der einen Seite profitieren die Freiwilligen selbst sehr von ihrem Einsatz, aber auch wir als Organisation haben viele Vorteile, wenn wir die Freiwilligenarbeit junger Menschen fördern: Wir können neue Ideen und Fähigkeiten der Freiwilligen in unser Programm integrieren, eine Gemeinschaft voll Vertrauen aufbauen und zu lebenslangem Ehrenamt ermutigen.

Den Freiwilligen möchte ich mit auf den Weg geben, dass sie sich immer wieder bewusst sein sollen, dass sie als Gast in einer neuen Gemeinschaft willkommen sind. Dies bedeutet nicht, dass sie ihre eigenen Werte aufgeben sollen, sondern die Werte der Menschen, mit denen sie zusammenleben und arbeiten, respektieren sollten.
(Vedran Mihic, Freiwilligenkoordinator beim JRS Bosnien und Herzegowina/Bihac)

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