Nach dem Mord an Victor-Luke Odhiambo SJ: Jesuiten fordern Entwaffnung des Südsudans

Clan-Rivalitäten, Rachekultur und Kleinwaffen allerorten: Der Mord am Jesuitenpater Victor-Luke Odhiamboan ist vorläufiger trauriger Höhepunkt ausufernder Gewalt im Südsudan. Um die katastrophale Situation nachhaltig zu verändern, fordern die afrikanischen Jesuiten in einem Brandbrief einen grundlegenden Neustart.

P. Victor-Luke Ohdiambo SJ, ein Jesuitenpriester aus Kenia, wurde am 15. November 2018 in Cueibet, Südsudan, bei einem bewaffneten Überfall ermordet. Pater Odhiambo war Leiter des Mazzolari Teachers College in Cueibet und stellvertretender Oberer der Gemeinschaft vor Ort.

Der Südsudan ist seit vielen Jahren Schauplatz bewaffneter Konflikte und gilt als einer der fragilsten Staaten der Welt. Jesuiten und ihre Partner arbeiten in den Regionen Wau, Kajokeji, Tabura-Yambio, Lobone, Nimule, Yei, Maban, Rumbek, Cueibet und Juba: Schon einige von ihnen wurden mehrfach von bewaffneten Banden überfallen und entführt und Zeugen gewalttätiger Angriffe auf die südsudanesische Zivilbevölkerung.

Waffenschwemme und Rachekultur

Nach Angaben der Vereinten Nationen hat die Gemengelage aus Gewalt, Epidemien und einer anhaltenden Wirtschaftskrise schon über 50.000 Zivilisten das Leben gekostet. Seit der Unabhängigkeit des Landes sind zwei Millionen Menschen geflohen; derzeit benötigen 7,5 Millionen Südsudanesen dringend humanitäre Hilfe und Schutz.

Die Gewalt im Südsudan fußt auf der Rivalität zwischen Clans, einer tiefsitzenden Rachekultur und vor allem der Verbreitung von Kleinwaffen.

Um die katastrophale Situation im Südsudan nachhaltig zu verändern, fordern die Jesuiten:

  • Die Regierung Südsudans muss endlich Maßnahmen ergreifen, um das Leben aller südsudanesischen Bürger und aller anderen Menschen, die im Südsudan leben und arbeiten, zu schützen, unabhängig von Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder politischer Zugehörigkeit;
  • Die Mörder von Pater Odhiambo müssen identifiziert und strafrechtlich belangt werden. Dies ist wichtig, um die im Lande verbreitete Kultur der Straflosigkeit zu beenden;
  • Eine sofortige und umfassende Entwaffnung der Konfliktparteien im Südsudan;
  • Der Import illegaler Kleinwaffen, größtenteils aus westlichen und asiatischen Ländern, muss unverzüglich eingestellt werden;
  • Die internationale Gemeinschaft muss sich stärker für Frieden und Entwicklung im Südsudan einsetzen, die wirtschaftliche Entwicklung förden und ihren Teil dazu beitragen, Rechtsstaatlichkeit zu verankern und, was noch wichtiger ist, allen Südsudanesen Zugang zu hochwertiger Bildung zu ermöglichen. Zudem muss die internationale Gemeinschaft umgehend Maßnahmen ergreifen, durch transparentere Steuersysteme den Abfluss öffentlicher Gelder aus dem Südsudan zu stoppen;
  • Die Führung der Ortskirchen muss gestärkt werden, um Fragen des Glaubens und der Gerechtigkeit für die lokale Bevölkerung in den Vordergrund zu rücken;
  • Die Afrikanische Union, die Anrainerstaaten und die internationale Gemeinschaft müssen auf die Umsetzung des Friedensabkommens pochen, das am 12. September 2018 zwischen Präsident Salva Kiir und seinem ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar vereinbart wurde;
  • Alle Südsudanesen müssen die Stimme erheben und sich gegen die Kultur der Gewalt und des Todes stellen. Wir müssen die Kräfte des Hasses mit der Kraft der Liebe, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Versöhnung überwinden

Projektseite „Solidarity Südsudan“

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Vorläufig letztes Opfer der Gewalt im Südsudan: der kenianische Jesuitenpater Victor-Luke Odhiambo SJ (62).

Zwei Millionen Menschen mussten seit 2011 aus ihren Heimatdörfern fliehen.

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