Mehr Engagement im Kampf gegen Steuerkriminalität und Geldwäsche!

Die Bundesrepublik belegt einen traurigen Platz 7 im Ranking der internationalen Schattenfinanzwirtschaft, arme Länder leiden massiv unter „Steuervermeidung“. Pater Jörg Alt von unserem Forschungsprojekt „Steuergerechtigkeit & Armut“ nimmt Deutschland und die EU in die Pflicht

Am 30.1.2018 hat das „Tax Justice Network“ zum fünften Mal die Ergebnisse seines „Schattenfinanzindex''“ vorgestellt. In dem nach einheitlichen und unterschiedslos angewendeten Kriterien durchgeführten Ranking steht Deutschland auf Platz 7, noch einen Platz über dem Ergebnis der letzten Erhebung von 2015.

Die Jesuitenmission ist besorgt, weil sich unter die Finanzströme, die über dunkle Kanäle nach Deutschland fließen und hier investiert werden, auch viel Geld aus armen Ländern mischt. Dabei ist der Schaden, der dadurch armen Ländern entsteht, unverhältnismäßig groß.
Ein Beispiel: 2014 flossen aus Sambia 2,9 Milliarden US-Dollar unkontrolliert außer Land, während der gesamte Staatshaushalt im gleichen Jahr 2,7 Milliarden US-Dollar betrug. Die Bundesrepublik Deutschland verliert durch aggressive Steuervermeidung einen Betrag, der unter 1% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegt, in Sambia macht er etwa 5% des BIP aus!

Dazu sagt Pater Jörg Alt, Koordinator des Forschungsprojekts „Steuergerechtigkeit & Armut“:

„Die rechtlichen Grundlagen zum automatischen internationalen Datenaustausch für Steuerzwecke
sind gegeben. Aber die praktische Umsetzung ist meist an Wechselseitigkeit geknüpft. Konkret: Können arme Staaten aufgrund schwacher Verwaltungen keine Daten liefern, erhalten sie umgekehrt keine Informationen über versteckte Guthaben ihrer Staatsbürger. Hier ist Entgegenkommen angebracht, wenn man den Geldabfluss aus armen Ländern stoppen will. Denn genau mit diesem Geld könnten diese Staaten ihre Steuerverwaltung ausbauen und stärken.

Ex-Finanzminister Schäuble liebt den Goethe-Aphorismus ‚Ein jeder kehr vor seiner Tür, und sauber ist das Stadtquartier.‘ Heute gewinnt dieser traurige Aktualität: Der Schattenfinanzindex belegt, dass Deutschland und die EU endlich ernst machen müssen mit der Bekämpfung von Steueroasen. Tun sie dies transparent und glaubwürdig, könnten sie alle jene vom EU-Binnenmarkt aus schließen, die weiterhin Geschäfte mit verbleibenden Steueroasen tätigen. Das wäre ein wirksamer Schlag gegen das Offshore-Geschäftsmodell. Die USA haben diese Strategie bereits erfolgreich angewendet.

Steuerflucht ist kein Kavaliersdelikt: Vor allem arme Länder leiden massiv unter volkswirtschaftlichen Ausfällen.

P. Dr. Jörg Alt publiziert in unserem Forschungsprojekt „Steuergerechtigkeit und Armut“.

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