Karl Steffens SJ: Ein begeistertes Herz schlägt nicht mehr

In seinen Worten: „Ahoi!“, Pater Karl Steffens!

In der Nacht auf Donnerstag, 22. Oktober 2020 ist nach langer Krankheit Pater Karl Steffens SJ im Alter von 84 Jahren in Harare/Simbabwe gestorben. Jörg Dantscher SJ, stellvertretender Leiter von jesuitenweltweit, blickt mit uns zurück auf das Leben „eines wirklich bestaunenswerten Missionars“:

Karl Steffens gehört in die Geschichte von Rhodesien und dann von Zimbabwe wie wenige andere Jesuiten aus Deutschland oder England zu diesem Land und seiner Geschichte. Als ich ihn das erste Mal besuchte, hatte er in seinem „Büro“ eine Reihe von Flugzeugmodellen von der Decke hängen und vor dem Haus stand sein Motorrad, mit dem er wie auf einem wild gewordenen Pferd durch die Lande fuhr…

Mit Freude und Begeisterung in die Seelsorge

Jeder von Ihnen kennt viele solche Geschichten und hat dabei sein lustig-amüsiertes Gesicht vor Augen, das von einem lebendigen, begeisterten Herzen erzählte. Sein Witz, manchmal seine Ironie, kann man kaum vergessen, weil es erkennen ließ, dass er nicht unter der Last seiner Aufgabe gelitten hat, sondern immer irgendwo seine Freude und Begeisterung mit in die Seelsorge nahm…

Er kam mir manchmal fast wie ein ausgelassener, origineller Junge vor. Dabei hatte er schon so viele Jahre auf dem Buckel und wollte es sich und anderen nicht eingestehen. Erst in der letzten Zeit, vielleicht seit man ihm seine Bein amputierte, konnte ich wahrnehmen, dass er sein Alter und die Hinfälligkeit wahrnahm und dazu stand. Aber er klagte nicht.

Sein helles Lachen bleibt Teil einer frohen Botschaft

Ich denke mir, er war kein Frömmler, aber ein Glaubender mit Biss, wenn ich das so sagen darf. Sein Weg, den er im Orden mit Jesus gehen durfte, hat ihn zu einem nüchternen, aber hartnäckigen Glauben geführt. Der gehörte so wie der Staub der Steppe oder die Elefantenbäume, unter denen er mit den Afrikanern Messe feierte, zu seinem Alltag dazu.

Er bleibt uns allen nicht nur als Bruder oder Onkel oder Mitbruder in Erinnerung, sondern als jemand – wie beim Kleinen Prinzen von Exupery – , dessen helles Lachen wir hören können, wenn wir an ihn denken. Er ist Teil einer „frohen Botschaft“, auch wenn wir jetzt traurig sind.

Jörg Dantscher SJ

P. Steffens wurde am 1. April 1936 in Saarburg geboren. Vor seinem Eintritt in die Gesellschaft Jesu am 19. April 1955 war er ein begnadeter Mittelstreckenläufer. Bereits sein älterer Bruder Josef Steffens (*29.10.1930 – † 15.02.2000) war Jesuit. Nach der Priesterweihe am 28. August 1965 schickte ihn der Orden 1966 als Missionar nach Simbabwe. Er hat zunächst in Harare Shona gelernt und arbeitete dann in verschiedenen Missionstationen, erst in Magonde, dann in Chitsungo. Später war er Gefängnisseelsorger in Harare. Während des Befreiungskrieges war er in der Marymount Mission tätig. Später war er lange Superior und Pfarrer in der St. Paul’s Mission, Harare, zuletzt in der Sacred Heart Mission in Banket. 2018 kam er nach Berlin, wo ihm ein Bein amputiert werden musste, und lebte bis September 2019 in der Kommunität in Berlin-Kladow

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