Würde, Frieden, Menschenrechte!

P. Endashaw Debrework SJ, Direktor des jesuitischen Flüchtlingsdienstes (JRS) in Ostafrika, war zu Gast in Wien, gab einen Einblick in die alltägliche Arbeit mit geflüchteten Menschen und schilderte Perspektiven und Ziele für die Region.

Die Ostafrikanische Provinz der Jesuiten

In der ostafrikanischen Provinz der Jesuiten befinden sich viele Gebiete, die akut von Hungersnöten betroffen sind, wie der Südsudan, Äthiopien und Nordkenia. Außerdem ist mit Uganda ein Land, das mit 1,3 Millionen Flüchtlingen die höchste Population an Vertriebenen beheimatet, Teil des Einsatzgebietes. P. Endashaw Debrework SJ, Direktor des jesuitischen Flüchtlingsdienstes (JRS) in Ostafrika, war zu Gast in Wien, gab einen Einblick in die alltägliche Arbeit mit geflüchteten Menschen und schilderte Perspektiven und Ziele für die Region.

Flüchtlingsdienst im Südsudan

Das größte Projekt von JRS Eastern Africa ist im Moment der Südsudan, wo ungefähr 123.000 Flüchtlinge und 1,8 Millionen Binnenflüchtlinge leben. Die Arbeit der Jesuiten beschränkt sich aber nicht nur auf diese beiden Gruppen, sondern inkludiert seit 2017 auch die lokale Bevölkerung. Hilfeleistungen werden vor allem durch ein breites Bildungsangebot zur Verfügung gestellt. Computertrainingsprogramme, LehrerInnentrainingsprogramme und Englischtrainingsprogramme, die von 30% bis 40% von der lokalen Bevölkerung in Anspruch genommen werden, können in den vier Camps besucht werden.

Viele Menschen, egal geflohen oder einheimisch, haben weder Nahrung noch Kleidung. Dafür gibt es die die Notfallhilfe, die außerdem sicherstellt, dass Betroffene medizinisch versorgt sind und ein Dach über dem Kopf haben.

P. Endashaw Debrework SJ

P. Endashaw Debrework SJ, Leiter des JRS Ostafrika, schilderte bei seinem Besuch in Wien im Juni gemäß des strategischen Plans des JRS seine Vision für Ostafrika:

„Eine Welt, wo Flüchtlinge und Vertriebene in Würde und Frieden leben, wo Menschenrechte anerkannt und gewährleistet sind und das Potential eines Jeden voll ausgeschöpft wird.“

Strategieplan 2019 – 2023

Diese Vision begleitet die fünf Hauptziele, die in dem strategischen Plan definiert sind und den gewaltsam Vertriebenen helfen sollen:
1. Wohlbefinden
Psychologisches, soziales, spirituelles und physisches  Wohlbefinden soll möglichst vielen Personen gewährt werden. Vor allem die schutzbedürftigsten Gruppen, wie Frauen und Kinder, sollen die Möglichkeit haben, an den psychosozialen Aktivitäten teilzunehmen.
2. Qualitative und inklusive Bildung
In den kommenden Jahren sollen mehr Flüchtlinge und Binnenflüchtlinge die Möglichkeit auf eine qualitative, angemessene Vorschul- und Grundschulbildung sowie sekundäre Bildung bekommen. Dazu werden bereits Lehrerausbildungen und Schulmanagementtrainings angeboten, die noch regional und inhaltlich ausgeweitet werden sollen.
3. Nachhaltige Lebengrundlagen
Mehr Partnerschaften mit Job Anbietern sollen die Zahl der Flüchtlinge und lokalen Bevölkerung, die in den Arbeitsmarkt integriert sind, durch einkommensgenerierende Aktivitäten steigern und so die Lebensumstände der Menschen verbessern.
4. Einsatz für Rechte und Würde
Sowohl Flüchtlinge als auch die lokale Bevölkerung werden in diesen Prozess miteingebunden, damit eine effektive Antwort auf die Realitäten der geflüchteten Personen gegeben werden kann. Ein größerer Schutzraum für die Betroffenen sowie eine Zusammenarbeit mit akademischen und sozialen Forschungsinstituten soll dabei helfen, die Probleme zu erfassen, um sie anschließend zu bekämpfen.
5. Institutionelle Stärke
Durch eine professionelle, verantwortliche und effiziente Organisation sollen robuste Strukturen in den Bereichen Kommunikation, Programm Management, Finanzen und Personalwesen geschaffen werden, um schneller und besser auf die Bedürfnissen der Menschen in Not sowie der Partnerorganisationen eingehen zu können.

„Wir benötigen jede Hilfe, die wir bekommen können.“ sagt Endashaw Debrework. „17 Jahre verbringt ein Flüchtling hier durchschnittlich in einem Lager. Viele der jungen Leute sind in den Lagern aufgewachsen. Meistens dürfen sie außerhalb der Camps nicht arbeiten und sich auch nicht frei bewegen. Viele verzweifeln daran. Wie im kenianischen Kakuma hilft der JRS in vielen ostafrikanischen Flüchtlingslagern mit psychosozialer Begleitung und mit Bildung. Der Lerneifer der südsudanesischen Kinder auf dem Foto ist mit Händen zu greifen. Noch ist ihr Vertrauen in die Zukunft nicht gebrochen.“

Helfen wir gemeinsam, dass es so bleibt. 50 Euro pro Kind und Monat kosten Schulbildung, Hefte, Kleidung und Essen im Flüchtlingslager.

Flüchtlingslager Kakuma: Spenden und Helfen

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