„Ich will mein Leben und das anderer nachhaltig verändern“

Gegen alle Widerstände hat Hakima aus Afghanistan ihr Recht auf Bildung durchgesetzt. Nach einem erfolgreichen BWL-Studium unterrichtet sie nun selbst und strebt einen Bachelor-Abschluss in „Leadership“ an. Ihr Ziel: ein Job in der Regierung, um gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben.

Zwei von drei Mädchen in Afghanistan können nicht lesen und schreiben

Die 20-jährige Hakima wuchs in der Provinz Daikundi in den Bergen Zentralafghanistans auf. Nicht leicht war es, ihren Eltern die Erlaubnis abzuringen, die Schule besuchen zu dürfen: „Die meisten Menschen in meinem Dorf teilen die Vorstellung, dass Mädchen zu Hause bleiben und jung heiraten müssen.“
2015 erfuhr Hakima vom Programm „Jesuit Worldwide Learning“ (JWL) im 300 Kilometer entfernten Bamiyan und von der Möglichkeit, dort Englisch zu lernen – erneut willigte ihr Vater gegen viele Widerstäde in der Familie und in der Dorf-Community ein.

JWL bietet Menschen in den Kriegsgebieten und Armutsregionen der Welt hochwertige universitäre Bildung. Es funktioniert als Gemeinschaftsprojekt renommierter jesuitischer Hochschulen, darunter etwa die Münchner Hochschule für Philosophie und die St. Xavier’s University in Kalkutta. Sie gestalten die Lehrpläne und garantieren, dass die JWL-Abschlüsse weltweit anerkannt werden. Seminare und Prüfungen finden online statt; unersetzlich aber ist auch das gemeinschaftliche Lernen in den „Community Learning Centers“ (CLC), in denen Frauen und Männer gemeinsam studieren – trotz aller Vorbehalte und kultureller Unterschiede. Mehr als die Hälfte der afghanischen JWL-Studierenden ist weiblich, während landesweit zwei von drei Mädchen nicht lesen und schreiben können.

Schülerin wird Führungsperson

Hakima ging es in ihrem Kampf um Bildung nicht nur um gute Abschlüsse, sondern auch darum „sich selbst zu finden“. Ihre Wahl fiel auf Betriebswirtschaftslehre, denn: „Durch ein Geschäft wird man selbstbewusster, knüpft Kontakte, schafft sich selbst und anderen Arbeit. Ich will mein Leben und das anderer nachhaltig verändern.“ Ihr Traum: eine Geschäftsidee realisieren, mit der sie Frauen ohne Bildung das Lesen, Schreiben und Rechnen beibringt und gemeinsam mit ihnen Alltagsprodukte herstellt und vertreibt. Damit das Ganze kein Traum bleibt, strebt Hakima nun auch einen Bachelor-Abschluss in „Leadership“ an. Ein akademischer Grad ist auch die Mindestvoraussetzung für ein weiteres Ziel: „eine Aufgabe in der afghanischen Regierung, um weiter den gesellschaftlichen Wandel voranzutreiben“. Mittlerweile koordiniert Hakima für JWL die Einrichtung eines weiteren Standorts und unterrichtet nun in Bamiyan selbst Englisch.

Ihr Beispiel untermauert die „Theorie des Wandels“ von JWL-Gründer und -Präsident Peter Balleis SJ: "In fast allen volatilen Staaten ist der Zusammenhang von Bildungsferne, Flucht, Migration, Geschlechterungleichheit, Extremismus, Armut und Umweltzerstörung offensichtlich.“ Hakima hat den Start in eine bessere Zukunft gewagt. Je mehr Menschen ihr das gleichtun, desto größer ist das Potenzial, einem ganzen Land auf die Beine zu helfen.

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Projektseite: JWL

Hakima lebt ihren Traum von einem anderen Afghanistan.

Abschlussfeier in Bamiyan, einer Stadt, in der einst die Taliban wüteten.

Koedukation: im patriarchalen Afghanistan sehr unüblich, im JWL-Programm eine Selbstverständlichkeit.

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