Hakima verändert die Welt

Zwei von drei afghanischen Mädchen gehen nicht zur Schule, nur 37 Prozent der weiblichen Jugendlichen im Land können lesen und schreiben. Entsprechend gering ist der Frauenanteil unter den Studierenden: Landesweit sind es gerade 19 Prozent. Das Programm Jesuit Worldwide Learning (JWL) bietet benachteiligten Gemeinschaften in Krisengebieten weltweit Hochschulbildung auf internationalem Niveau. Dass es das Zeug hat, echten sozialen Wandel herbeizuführen, wird im ländlichen Afghanistan deutlich.

Die meiste Zeit ihres Lebens hat Hakima in der Provinz Daikundi, in den Bergen Zentralafghanistans, verbracht: „Als ich sechs Jahre alt war, gab es in unserem Dorf eine Schule, an der Jungen und Mädchen gemeinsam lernten. Das war sehr neu und ungewöhnlich.“ Gegen viele Widerstände überzeugte sie schließlich ihre Eltern, am Unterricht teilnehmen zu dürfen: „Die meisten Menschen in meinem Dorf teilen die Vorstellung, dass ein Mädchen zu Hause bleiben und jung heiraten muss.“

Wichtigstes Medium: das Internet

2015 erfuhr Hakima von der Möglichkeit, im 300 Kilometer entfernten Bamiyan Englisch zu lernen: Zusammen mit Freundinnen aus ihrem Dorf wollte sie am JWL-Programm teilnehmen. Während die meisten Familien ihren Töchtern diesen Wunsch verwehrten, willigte ihr Vater schließlich ein. Spätestens als die Absolventinnen und Absolventen aus Hakimas Gegend begannen, ihre Freunde zuhause zu unterrichten, verstanden die Eltern, wie wichtig und nützlich Bildung ist.

JWL versorgt Menschen in den Kriegsgebieten und Armutsregionen der Welt mit hochwertiger universitärer Bildung und ist ein Gemeinschaftsprojekt renommierter jesuitischer Hochschulen, darunter sind die Regis University in Denver/Colorado, die Münchner Hochschule für Philosophie und die St. Xavier’s University in Kalkutta. Sie setzen die Lehrpläne, garantieren höchste akademische Qualität – und dass die JWL-Abschlüsse weltweit anerkannt werden. Wichtigstes Medium: das Internet. Ebenso unersetzlich aber ist das gemeinschaftliche Lernen in den „Community Learning Centers“ (CLC).

Globale Vorwärtsstrategie mit lokalen Auswirkungen

Über die Hälfte der afghanischen JWL-Studierenden sind weiblich, Frauen und Männer studieren gemeinsam. Trotz aller Vorbehalte und kultureller Unterschiede. Das Beispiel von Hakima, die ihr neues Wissen an die Heimat-Community weitergibt, untermauert die „Theorie des Wandels“ von JWL-Gründer und -Präsident Pater Peter Balleis: „In fast allen gescheiterten und volatilen Staaten ist die Verbindung von Bildungsferne, Flucht, Migration, Geschlechterungleichheit, Extremismus, Armut und Umweltzerstörung offensichtlich.“ Genau hier setzt JWL an und verfolgt eine globale Vorwärtsstrategie mit lokalen Auswirkungen: Hochschulbildung als Bekämpferin der Ursachen, nicht der Symptome. Aktuell profitieren über 3.000 Studenten von den JWL-Programmen in Asien, Afrika und im Nahen Osten. Gerade prüft JWL die Möglichkeit, das Angebot in naher Zukunft auch auf Kuba und Haiti auszuweiten. Die geplante Anzahl an Studierenden für das Jahr 2020 beläuft sich auf 10.000.

Hakima hat den Start in eine bessere Zukunft gewagt. Nach ihrem Studium ging sie über ein Programm der US-Botschaft in Kabul in die Türkei und nach Indien und nahm an „Leadership“-Kursen teil. Ihr Wille, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und Verantwortung für sich und ihre Community zu übernehmen, hat das Potenzial, einem ganzen Land auf die Beine zu helfen.

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Gemeinsam die Welt verändern: JWL in der Osterausgabe von weltweit

Hakima hat ihr Recht auf Bildung durchgesetzt.

Koedukation ist in Afghanistan weiterhin selten.

Das JWL-Zentrum in Bamiyan: Hier hatten vor wenigen Jahren die Taliban die berühmten Buddha-Statuen dem Erdboden gleichgemacht.

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