Ein Jahr mit Abstand – und doch voller Hilfsbereitschaft

Der Pandemie und einer Flutkatastrophe zum Trotz: Zahlreiche Spenden haben auch 2020 „Gesundheit, Bildung, Glaube und Freude“ in arme Gegenden Vietnams gebracht, berichtet P. Stefan Taeubner SJ vom Freundeskreis „Vietnam Partner“. Jetzt aber wächst die Sorge vor steigenden Corona-Infektionszahlen. Pater Taeubner berichtet:

Das besondere Jahr 2020 stand unter der Maßgabe und Sorge vor Corona. Vietnam selbst hatte das Jahr über eigentlich mit strenger Absonderung und Verfolgung der Kontakte ohne große Ansteckungswelle überstanden. Jetzt aber, Ende Januar, kurz vor dem Tet-Fest am 12. Februar, steigen die Infektionszahlen in Vietnam plötzlich ungewöhnlich an.

Land unter in Mittelvietmam

Besorgniserregender war für Vietnam im vergangenen Jahr der große Sturm im Oktober und die anschließenden Überflutungen weiter Teile in Mittelvietnam und in den Gebirgstälern. Hier waren auch die Kreuzliebenden Schwestern aus Quảng Bình sofort beteiligt: Sie warteten nicht lange auf Spenden sondern öffneten zuerst ihre Vorräte an Reis, Nudeln, sauberem Wasser, Decken und Kerzen, und machten sich per Boot auf, um Menschen entlang des großes Flusses Gianh zu erreichen, die sonst von der Außenwelt abgeschnitten waren, ohne Strom und teilweise ohne Lebensmittel. Diese Aktion erinnerte mich an sie Nothilfeaktion der hl. Elisabeth von Thüringen, die während einer großen Hungersnot im Winter, die Vorräte der Wartburg öffnete und sie an Bedürftige verteilen ließ.

Doch auch die Hilfe aus Deutschland ließ nicht lange auf sich warten. Spontan meldeten sich Spender aus verschiedenen Städten wie Stuttgart, Frankfurt, Berlin oder Leipzig und begannen, Sammlungen unter ihren Landsleuten für die Nothilfe in Vietnam. Über 8.000 Eu kamen auf diese Weise in einem Monat zusammen. Sie konnten mit Hilfe der Jesuitenmission in Nürnberg schnell, sicher und transparent nach Vietnam weitergeleitet werden. Einen herzlichen Dank an alle Spender, die so großzügig geholfen haben und auch für die so reibungslose Abwicklung unserer Spenden durch die Mitarbeiter*innen in der Missionsprokur.

Gesundes Bio-Gemüse und sauberes Trinkwasser

Im Advent und zu Weihnachten sammelten wir wieder rund 1.000 Euro für das Kinderheim Mai Âm Schelter in Fatima-Saigon für HIV-kranke Kinder und Jugendliche. P. John Toai, der das Projekt vor Ort leitet, schickte uns im Januar eine Email als Dank: Besonders beeindruckt ihn die Tatsache, dass viele Spender in Deutschland, obwohl sie zur Zeit selbst mit vielen eigenen Nöten und finanziellen Sorgen wegen der Corona-Sperren zu kämpfen haben, sich immer noch so offen für die Projekte in Vietnam zeigen!

Aus den Eingängen der Jahresspender konnten am Ende für dieses Projekt 2.800 Euro verteilt werden. 2.500 Euro gingen an das Kinderheim Vincente in Quang Bình. Dort konnten die Schwestern dank einer größeren Spende aus St. Martin in Kornwestheim bei Stuttgart, ein Gewächshaus beim Kloster aufbauen, um hier sauberes Bio-Gemüse anzubauen. Gerade in Vietnam sind Gemüse und Obst oft krankheitsgefährdend hoch mit Giften belastet.

Im zentralen Hochland von Buôn Mê Thu?t kümmern sich die Schwestern „Maria Königin des Friedens“ besonders um die ethnischen Minderheiten. Oft fehlt es an vielen Orten noch an sauberem Trinkwasser und der Möglichkeit zum Schulbesuch. Mit weiteren 3.000 Euro aus den Jahresspenden 2020, und einer größeren Spenden vom Restaurant UMAMI in Berlin, konnte dort ein weiteres Zentrum für Kinder mit dem Bau einer Brunnenanlage unterstützt werden. Genau am 24.12.2020 traf das Geld dort ein! Die neue Oberin Maria Nguy?n Thi Thu?n aus Buôn Me Thu?t schreibt zum Dank: „Wir bedanken uns für ihre Generosität. Möge Gott Sie alle mit seiner liebenden Güte umarmen und beschenken!“

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung

So waren wir in diesem Jahr räumlich getrennt, fühlten uns oft einsam und abgeschnitten von der großen Gemeinde, und doch, blicken wir zurück auf das Jahr 2020, gibt es auch viel Dankbarkeit und Grund zur Freude, weil wir sehen, wie viel Gutes auch geschehen ist. Ihre Hilfsbereitschaft hat trotz eigener Not nicht nachgelassen. Der Blick ging über den eigenen Haushalt hinaus auf andere, die auf uns warten! Das ist ein wunderbares Zeichen des Glaubens und der Liebe. Ein Zeichen der Hoffnung auf Gott, der sich um die Menschen sorgt, indem er uns in seinem Geist bewegt, immer wieder über uns selbst hinauszuwachsen und neue Herausforderungen anzunehmen: „Selig seid Ihr, wenn ihr Lasten tragt, selig seid ihr, wenn ihr Unrecht spürt. Selig seid ihr, wenn ihr Krüge füllt, Hunger und Durst füreinander stillt.“ So heißt es im Kirchenlied (GL 458). Das ist unser Anteil an der Freude des Reiches Gottes unter uns.

Liebe Spenderinnen und Spender! Durch Ihre Gaben können wir Gesundheit, Bildung aber auch Glaube und Freude mit Menschen an vielen Orten teilen, die sonst nur wenige Möglichkeiten dazu in ihrem Leben haben. Dafür einen großen Dank an Sie alle und Gottes reichen Segen auch für Ihr eigenes Leben.

P. Stefan Taeubner SJ


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