„Ein herber Verlust“

So sah die 1998 neu eingeweihte Kirche vor dem Brand aus.

Knapp 20 Jahre nach ihrer Neu-Einweihung ist am Mittwochmorgen die katholische Kirche im sibirischen Belostok niedergebrannt. Sie war Dreh- und Angelpunkt der seelsorglichen Arbeit der Jesuiten. P. Stephan Lipke SJ hofft, „dass das nicht das letzte Wort sein kann“ und berichtet von dem Unglück:

„Gestern früh hat uns, die Katholiken von Tomsk und die Kommunität der Jesuiten, ein großes Unglück getroffen: Die Kirche in Belostok, etwa 250 km nordwestlich von Tomsk, ist in der Nacht abgebrannt. Glücklicherweise gab es dabei keine Verwundeten oder gar Todesopfer.
Dennoch ist das ein herber Verlust: Die Kirche, eingeweiht 1910, 1930 geschlossen, 1998 neu eingeweiht, steht symbolisch für Freude und Leiden, für das harte Leben der polnischen Katholiken in Sibirien.

Sie war ein Ausgangspunkt für seelsorgliche Arbeit in der Umgebung. Vor allem Kinder und Jugendliche haben wir immer wieder hierher eingeladen, um sie wenigstens für ein paar Stunden dem Elend des Dorflebens, der Armut und Hoffnungslosigkeit, der Grausamkeit oder Gleichgültigkeit ihrer betrunkenen Eltern zu entreißen. Dabei spielte eine wichtige Rolle, dass Priester und Ordensleute diese Arbeit nicht alleine gemacht haben, sondern dass junge Leute aus der Stadt geholfen haben, darunter nicht nur Katholiken. Und wenn wir in den Ferien oder an Feiertagen die Kinder und Jugendlichen aus dem Dorf und der Umgebung eingeladen haben, dann haben wir selbstverständlich auch nicht nach der Konfession gefragt.

Keine Ahnung, wie es jetzt weitergeht, aber wir alle waren uns einig, dass das nicht das letzte Wort sein kann, zumal ein Feuerwehrmann extra die Muttergottes-Statue vor dem Eingang gerettet hat.“

Die Jesuiten betreiben in Tomsk das einzige katholische Gymnasium in ganz Russland. Seit der Neueröffnung in den 1990er Jahren kümmert sich die Schule speziell um Kinder aus armen Familien und traumatisierte Kinder, die im normalen Schulunterricht nicht mitkommen und die in anderen Schulen nicht individuell betreut werden können.

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