Explosion in Beirut: „Die Stadt steht unter Schock“

Notoperationen auf den Gängen im schwer beschädigten Krankenhaus Hôtel-Dieu de France.

Bereits vor dem 4. August war der Libanon ein Staat am Limit: Korruption, Vetternwirtschaft, gewaltige Infrastruktur-Probleme, politische und gesellschaftliche Zerrissenheit, 1,5 Millionen Geflüchtete aus Syrien, dazu die Folgen der Corona-Pandemie und des Lockdowns. Jetzt stürzt die verheerende Explosion im Hafen von Beirut den Libanon in die schwerste Krise seit Ende des Bürgerkriegs.

Nach Angaben der libanesischen Regierung wurden mehr als 130 Menschen getötet, etwa 5.000 verletzt. Bis zu 250.000 Einwohner haben ihre Wohnungen verloren. Auch die Einrichtungen der Jesuiten in Beirut wurden schwer beschädigt. Trotz gewaltiger Gebäudeschäden arbeitet das medizinische Personal im von der jesuitischen Universität Saint-Joseph betriebenen Krankenhaus Hôtel-Dieu de France mit Hochdruck an der Behandlung Hunderter Verletzter. Um die katastrophale Situation zu meistern, sind die Jesuiten vor Ort dringend auf Unterstützung angewiesen.

Schwere Schäden in jesuitischen Einrichtungen

„Am Dienstag nahmen wir gegen 18 Uhr Ortszeit unweit unserer Residenz eine sehr laute Explosion wahr“, berichtet der Jesuitenpater Nader Michel SJ: „Eine große schwarze Rauchwolke stieg in den Himmel, dann wurde das ganze Gebäude schwer erschüttert, die Fenster und Türen rissen aus den Wänden, Zwischendecken stürzten auf den Boden. Ein Bild der Verwüstung und massiven Zerstörung überall in unserem 11-stöckigen Gebäude. Auch der Gemeindesaal und das College-Gebäude wurden schwer beschädigt. Gott sei Dank gab es bei uns nur zwei Leichtverletzte.“

Schwere Schäden trugen auch die JRS-Regional- und Länderbüros sowie das Sozialzentrum und die Schule in Bourj Hammoud davon: „Glücklicherweise sind alle Mitarbeiter des JRS mehr oder weniger wohlauf“, berichtet Pater Michel. Viele haben Schnitt- und Schürfwunden erlitten, aber es gibt keine ernsthaften Verletzungen.

Unzählige menschliche Tragödien

Derweil regiert in Beirut das schiere Chaos: „Überall sieht man zerbrochene Fenster, mit Glas übersäte Straßen, und man hört nur die Sirenen der Krankenwagen. Die Stadt steht unter Schock.“ Vor allem jene Menschen in Beirut, die schon vor Krieg und Konflikten geflohen waren, sind durch die Katastrophe traumatisiert, die Sozialarbeiter und Psychologen der JRS versuchen auf unzählige menschliche Tragödien zu reagieren: „Es ist leichter, die Gebäude zu reparieren als die seelischen Wunden zu heilen“, sagt Pater Michel.

Hilfe für Beirut

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