Dem Klimawandel die Stirn bieten

Nach Einschätzung des Weltklimarats ist Afrika der durch den Klimawandel am meisten bedrohte Kontinent. In Malawi stemmt sich das Jesuit Centre for Ecology and Development (JCED) mit der ländlichen Bevölkerung gegen die katastrophalen Folgen – mit Erfolg!

Kampf gegen die Dürre

Während Teile des südostafrikanischen Binnenstaats Malawi am vergangenen Wochenende vom Zyklon IDAI verwüstet wurden, blieb die Region Kasungu, etwa 130 Kilometer von der Hauptstadt Lilongwe entfernt, verschont. Dennoch ist die hiesige Landbevölkerung im besonderen Maß vom Klimawandel betroffen: „Es wird immer trockener“, berichtet Adrian Makasa SJ. Die Regenzeit verkürzt sich Jahr für Jahr, die Auswirkungen der Dürre werden durch das jahrzehntelange Abholzen der Wälder verstärkt: „Der Boden kann das Wasser nicht mehr speichern und verliert seine Nährstoffe.“  

Kürbisse unterm Tabak

Der Jesuit ist Direktor des JCED und mit seit zwei Jahren mit seinem Team auf den Feldern der abgelegenen Dörfer um das Provinzstädtchen Kasungu. Die Agrar- und Ökologieexperten zeigen den Bauern auf insgesamt 30 Trainingsfeldern, wie sie mit einfachen, aber ebenso innovativen und effektiven Methoden dem Klimawandel die Stirn bieten können.

Dazu gehört etwa eine Abkehr von Monokulturen: Tabak ist für die meisten das einzige Agrarprodukt, das in den Verkauf geht. Der Ertrag lässt sich deutlich steigern, indem die Bauern Kürbisse unter die großblättrigen Pflanzen setzen. Nach und nach wächst auch der Baumbestand: Mit Hilfe des JCED werden um die Maisfelder und Gemüsegärten nach und nach schnell wachsende Bäume gesetzt. Sie spenden Schatten, ihr Wurzelwerk hält das Regenwasser länger im Boden.

Aus Wärme wird Strom

Ein echter „Gamechanger“ für die Menschen in den Dörfern sind die „Microgasifier“-Kochherden: kleine Keramik-Aufsätze, die auf die traditionellen Feuerstellen gesetzt werden und die Wärme des Brennholzes oder der Kohlebrikettes speichern und so den Verbrauch der natürlichen Ressourcen deutlich senken: „Wir haben erkannt, dass Holzkohle und Brennholz in Malawi in den nächsten Jahrzehnten weiterhin eine wichtige Energiequelle sein werden“, erklärt Martha Phiri, eine junge Umweltingenieurin und verantwortlich für das Ofen-Projekt. In Dörfern mit erschöpften Baumressourcen werden zudem Ernterückstände für die Gewinnung von brennbarer Biomasse verwendet. Ein weiterer unschlagbarer Vorteil: „Die Wärme lässt sich über einen Adapter in Elektrizität umwandeln: „Wir können damit über sechs Stunden drei Glühbirnen laufen lassen und ein Handy aufladen“, ergänzt Pater Makasa.

Die Jesuitenmission unterstützt das JCED über drei Jahre bis 2020 mit 60.000 Euro – der Nutzen für mittlerweile 673 Bauern – es werden wöchentlich mehr – ist unbezahlbar.

Field Officer Martha Phiri mit Dorfbewohnern.

Ein Ofen, der auch Strom produzieren kann.

Pater Makasa (2.v.li.) mit seinem Entwicklungsteam.

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