„Das Blut, das vergossen wird, ist nicht das Blut eines Feindes“

Myanmar, hier eine Straßenszene in Yangon, ist ein ethnischer Flickenteppich. Nach dem Putsch hat sich die Lage für Minderheiten weiter verschlechtert

Bei einem Angriff der burmesischen Armee auf Rebellen im Bundesstaat Kayah wurde am Sonntag, 23. Mai 2021, eine katholische Kirche von Geschützfeuer getroffen. Dabei kamen zwei Frauen ums Leben, die im Inneren Zuflucht gesucht hatten, mehrere Personen wurden verletzt. Nach dem Militärputsch vom Februar steht das Land am Rande eines Bürgerkriegs. Zivilgesellschaftliche Einrichtungen wie die Community Colleges der Jesuiten brauchen jetzt unsere Unterstützung dringender denn je!

Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind seit dem Umsturz knapp 800 Menschen getötet worden. Mehr als 5.000 wurden inhaftiert. Am vergangenen Sonntag hatten Soldaten der burmesischen Armee das Dorf Kayan Tharyar angegriffen, sieben Kilometer entfernt von Loikaw, der Hauptstadt des Bundesstaates Kayah. Bei den Opfern handelt es sich um Geflüchtete, die in der Kirche Zuflucht gesucht hatten. Auch die Herz-Jesu-Kathedrale von Pekhon, etwa 15 Kilometer von Loikaw entfernt, wurde durch Artilleriegeschosse beschädigt. Kayah, wo 75 Prozent der Einwohner ethnischen Minderheiten angehören, ist der burmesische Bundesstaat mit dem höchsten Anteil an Christen. Über 90.000 der 355.000 Einwohner des Staates sind katholisch.

„Eine humanitäre Tragödie“

Kardinal Charles Maung Bo, Präsident der Katholischen Bischofskonferenz von Myanmar (CBCM) und Vorsitzender des Bündnisses Religions for Peace (RfP), appelliert an die Konfliktparteien, das Blutvergießen zu stoppen und vor allem Zivilist:innen zu schützen: „Der mitternächtliche Angriff zwang die unglücklichen Menschen, in den Dschungel zu fliehen. Ihr Schicksal ist der Außenwelt immer noch nicht bekannt. Sie brauchen dringend Nahrung und medizinische Versorgung. Unter ihnen sind viele Kinder und alte Menschen. Dies ist eine große humanitäre Tragödie. Wir machen alle darauf aufmerksam, dass Gotteshäuser, Krankenhäuser und Schulen in Konfliktsituationen durch die Haager Konventionen geschützt sind.  Abgesehen von allen Protokollen sollten wir uns zudem daran erinnern, dass das Blut, das vergossen wird, nicht das Blut eines Feindes ist; diejenigen, die gestorben sind und diejenigen, die verwundet wurden, sind die Bürger dieses Landes. Mehr als 20.000 Menschen wurden in Loikaw durch die Kämpfe vertrieben. Das muss aufhören. Unser Volk ist arm, Covid-19 hat ihm die Lebensgrundlage geraubt, Millionen Menschen hungern, die Gefahr einer weiteren Pandemie-Welle ist real.  Wir beten für den Frieden und hoffen, dass wir alle als Brüder und Schwestern in dieser großen Nation leben können.“

Unterstützung für die Community Colleges

Bildungsangebote und Sozialarbeit geben Jugendlichen aus den Slums von Yangon und anderer Städte Hoffnung und Zukunft. Viele von ihnen gehören ethnischen Minderheiten an und sind stark benachteiligt. Nach dem Putsch ist die Unterstützung für die Community Colleges wichtiger ist denn je. 42 Euro kostet es, einem Jugendlichen für einen Monat die Ausbildung in einer der Einrichtungen zu ermöglichen.

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