COVID-19: „Harte Zeiten, harte Lösungen“

Corona hat die Welt im Griff: das globale Auftreten der Pandemie am 18. März 2020.

Nicht nur in Europa kommt das öffentliche Leben zum Erliegen, Regierungen aller Kontinente ergreifen ähnliche Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Jesuiten aus Afrika und Kambodscha berichten über die Situation in ihren Ländern:

Ostafrika

In Kenia wurden bisher insgesamt 71 Fälle negativ getestet, 36 Personen werden beobachtet und vier wurden positiv getestet. Am Sonntag schloss der Präsident alle Schulen und Universitäten. Unternehmen und Behörden wurden aufgefordert, alle nicht wesentlichen Dienstleistungen einzustellen. Einige Mitarbeiter unserer Büros wurden aufgefordert, von zu Hause aus zu arbeiten, während andere noch hereinkommen.  Es hängt von der Art der Arbeit ab, und woher die Mitarbeiter stammen. Mit anderen Worten: Es ist eine Art Fall-zu-Fall-Szenario, und wir müssen beobachten, wie sich die Dinge entwickeln.

Tansania hat am Montag seinen ersten Covid-Fall gemeldet; ein weiterere Infektion wurde bei einem Reisenden bei seiner Ankunft an einem Flughafen festgestellt. Es wird berichtet, dass sich sein Zustand verbessert, aber dass er immer noch unter strenger Quarantäne steht. Die Regierung hat Menschenansammlungen verboten und die Schließung von Schulen angeordnet.

Uganda hat noch keinen Fall gemeldet, aber Schulen und Universitäten wurden vorsorglich geschlossen. Wir haben noch nichts von unseren Freunden im Südsudan gehört, dort wurde bisher kein Fall gemeldet.

Harte Zeiten, harte Lösungen: Grenzüberschreitende Reisen sind jetzt schwierig, insbesondere für so genannte Staatenlose. Trotzdem bleiben wir optimistisch. Die Panik der Menschen ist geringer als die in den Medien, aber es ist klar, dass alle in höchster Alarmbereitschaft sind. Wir hoffen und beten weiter, dass diese Epidemie nicht lange anhält.“

Allan Ggita SJ,  Jesuits Eastern Africa

Kambodscha

„Bis vor wenigen Wochen hatten die kambodschanischen Behörden nur ein paar Covid-Fälle gemeldet. Dann, vor ein paar Tagen, wurde bekannt, dass einige Ausländer nach Kambodscha gekommen waren, die sich mit dem Virus infiziert hatten. Am Dienstag, 17. März, wurden die Bürger über 12 neue Fälle informiert, 11 davon bei Mitgliedern einer muslimischen Gemeinschaft, die sich vom 27. Februar bis 1. März in Malaysia aufgehalten hatten. Wir können uns nur ausmalen, wie sich das Virus in diesen zwei Wochen in ihrer Gemeinde verbreitet haben könnte...

Mittlerweile wurden die deutschen und koreanischen Freiwilligen aus unseren Projekten in ihre Länder zurückgeschickt. Die Regierung hat bis aufs Weitere alle Schulen – darunter auch die Xavier Jesuit School (XJS) in Sisophon – geschlossen und alle Religionsgemeinschaften darüber informiert, dass sie keine Gottesdienste abhalten dürfen, bei denen größere Menschengruppen zusammenkommen.

Viele unserer Mitarbeiter sind von der Schließung der Schulen betroffen. Denn das bedeutet, dass ihre Kinder allein zu Hause sind, oder dass sie Familienmitglieder oder Freunde bitten müssen, sich um sie zu kümmern. Hinzu kommen weitere Probleme, denn wir müssen sicherstellen, dass das Arbeitsumfeld sicher ist, insbesondere da die Mitarbeiter aus verschiedenen Regionen stammen. Wir erwägen, das Personal zu bitten, eine Woche bezahlten Urlaub zu nehmen, und die Lage danach neu zu bewerten.

Alle Jesuiten in Kambodscha sollen vorerst auf Reisen außerhalb des Landes verzichten. Außerdem sollten sie die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel einstellen, wenn sie für wichtige Arbeiten durchs Land reisen müssen. Besuche in entfernten Gemeinden sollten ebenfalls ausgesetzt werden.

Wir Jesuiten müssen jetzt überlegen, wie wir unsere Kommunität verwalten, wenn alle  Mitarbeiter einschließlich des Kochs und anderer Helfer im Urlaub sind. Wir werden noch näher zusammenleben, und es wird viel zu tun sein.“

Noel Oliver SJ, Kambodscha

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