COVID-19: Mehr als ein ernstes Gesundheitsproblem

Nothilfe des Jesuiten-Flüchtlingsdiensts JRS an der venezolanisch-kolumbianischen Grenze.

Rückschritte in der Sozialpolitik, Rückfall in autoritäres Gebaren: Einige Regierungen haben die Corona-Pandemie ausgenutzt, um eine restriktivere Migrationspolitik einzuführen, kritisiert der Generalobere des Jesuitenordens, Arturo Sosa, im Interview mit Vatican News. Auch Grundrechte im Bereich der Arbeit und Gesundheit würden eingeschränkt.

COVID-19 ist ein ernstes Gesundheitsproblem, doch bereits jetzt ließen sich auch „die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Folgen“ der Pandemie beobachten, sagt Sosa. Diese Folgen seien „sehr ernst“ zu nehmen, betont der Generalobere.

„Eines der Opfer der Pandemie könnte die Demokratie sein, wenn wir uns nicht um unsere politische Lage kümmern. In diesem Moment zum Beispiel den Weg des Autoritarismus einzuschlagen, ist die große Versuchung vieler Regierungen, auch der so genannten demokratischen Regierungen.“

Restriktionen in der Migrationspolitik

Die Gesellschaft Jesu ist weltweit stark in der Flüchtlingshilfe engagiert. In diesem Bereich werde der Orden derzeit Zeuge von ernüchternden Entwicklungen – ebenso in den Bereichen Arbeit und Gesundheitsversorgung, so der aus Venezuela stammende Ordensmann:

„Mehrere Länder haben diese Pandemie ausgenutzt, um die Migrationspolitik dahingehend zu ändern, dass die Durchreise von Migranten oder die Aufnahme von Migranten eingeschränkt wird. Das ist ein großer Fehler, wenn man bedenkt, dass wir die Welt brüderlicher und gerechter machen wollen. Auch beim Thema Arbeit gibt es viele Unternehmen, die diese Gelegenheit nutzen, um Arbeitnehmer zu entlassen oder die Löhne zu kürzen oder nicht das zu zahlen, was sie zu zahlen haben, oder um Leistungen der öffentlichen Gesundheit zu kürzen.  Die Pandemie ist eine Gelegenheit, Schritte vorwärts oder rückwärts zu gehen. Und dessen müssen wir uns als katholische Kirche und als Menschen, die sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen, sehr bewusst sein, um eine aufnahmebereitere, demokratischere Gesellschaft aufzubauen.“

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Bereitstellung von medizinischer Ausrüstung, Hygieneartikeln, Grundnahrungsmitteln und Unterrichtsmaterialien, Begleitung von besonders gefährdeten Familien

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