Corona-Lockdown? Xavier Jesuit School bringt den Unterricht in die Dörfer!

Wenn die Schüler nicht in die Schule kommen können, kommen die Lehrer zu den Schülern: eine der dörflichen Lerngruppen der XJS.

Unterrichtsausfälle, geschlossene Schulen, Ringen um digitale Alternativen: Die Corona-Pandemie legt weltweit das Bildungswesen lahm. Noch viel mehr als in Deutschland sind Schülerinnen und Schüler in den Ländern des Globalen Südens betroffen, etwa in Kambodscha.  Im Kampf gegen den Stillstand haben die Verantwortlichen der Xavier Jesuit School (XJS) in Sisophon nun  kreative Wege im Umgang mit der „neuen Normalität“ entwickelt.

Mitte April hat das Team des XJS-Grundschulzweigs eine Umfrage durchgeführt, um die Anzahl der Schülerinnen und Schüler zu ermitteln, die Zugang zum Internet haben, sowie die Anzahl derer, die ein Smartphon oder einen Computer besitzen. Da etwa die Hälfte der befragten Kinder positive Rückmeldung gab, begann die Grundschule, Online-Unterricht durch vorab aufgezeichnete Unterrichtsstunden anzubieten, die über YouTube hochgeladen wurden. 

Online-Unterricht: nicht für alle Schülerinnen und Schüler geeignet

Derzeit sind bereits 60 Videos auf den Klassenkanälen hochgeladen. Die Videos decken hauptsächlich den Khmer- und Matheunterricht bis Klasse 5 ab. Dieses internetbasierte Lernen stieß bei den Schülern aber auf gemischte Reaktionen, negatives Feedback war hauptsächlich auf den schlechten Netzempfang, die hohen Datenkosten und den Mangel an zuverlässigen Geräten zurückzuführen.

Dezentrale Lerngruppen in den Dörfern

Glücklicherweise hat das Bildungsministerium Anfang Mai eine Direktive veröffentlich, die Schülerinnen und Schüler ohne Internetzugang ermutigt, in den Häusern ihrer Nachbarn zu lernen, vorausgesetzt, dass es nur maximal 10 Schülerinnen und Schüler auf einmal sind, und die Hygienevorschriften strikt eingehalten werden.

Als Antwort darauf hat die XJS ein Programm für jene Dörfer entwickelt, wo die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler keinen Zugang zum Online-Lernen hat. In der Vorbereitungsphase haben die Koordinatoren zunächst mit den Dorfvorstehern Häuser ausfindig gemacht, in denen sich die Lerngruppen treffen können: Bis jetzt sind es jeweils sechs Standorte in Deylo und Phnom Bak.

Die Lehrer besuchen die beiden Dörfer, um dort zwei Stunden lang Khmer-, Mathematik- und Englischunterricht zu erteilen. Mehr als die Hälfte der dort ansässigen Grundschüler nehmen daran teil,  von Schülern und Eltern kamen überwiegend positive Rückmeldungen.

Reis und Telefonkarten: Hilfsprogramme der XJS

Die allermeisten Kambodschaner mögen davon verschont geblieben sein, sich mit dem Virus anzustecken, nicht aber von den Auswirkungen der Corona-bedingten Wirtschaftskrise: Viele Unternehmen sind nach wie vor geschlossen, viele Familien der XJS-Schüler sind ohne stabile Einkommensquelle in Schwierigkeiten geraten.

Zu Beginn der Lockdown-Maßnahmen begannen die Teams der XJS, Lebensmittelpakete im Wert von 15 Dollar bereitzustellen, mit Reis, Salz, Zucker, Sojasoße, Fischsoße, Seifen, Masken und einige Konserven. Nach einer Neubewertung der Bedürfnisse der Familien stellte sich aber heraus, dass die Mehrheit der Familien problemlos Gemüse und fermentierten Fisch für ihre Mahlzeiten erwerben kann. In Anbetracht dessen beschloss man, sich allein auf Reis zu konzentrieren, jedoch in größerer Menge. Bis jetzt haben etwa 100 Familien aus Dey Lo, Phnom Bak, Malai, Chomnoam, Odor Meanchey und Siem Reap von der Schule je 25 bis 50 Kilo schwere Säcke Reis erhalten.

Da viele Eltern von Arbeitslosigkeit betroffen sind, plant die XJS, weiterhin Hilfsgüter bereitzustellen und einkommensschaffende Projekte zu verwirklichen. Neben Reis stellt die Schule zudem einigen Schülern auch Telefonkarten und Modems zur Verfügung. Damit sollen diejenigen ermutigt werden, ihre Schulausbildung fortzusetzen, die aufgrund fehlender Mittel Gefahr laufen, abzubrechen.

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