Bekämpft die Ursachen, nicht die Symptome!

Aktvisten des Bündnisses übergeben die Petition an die Landtagspräsidentin: Joachim Unterländer, Paula Tiggemann, Monika Ziegler, Ilse Aigner, Richard Mergner, Maria Pacurariu, Vincnet Gewert (v.l.n.r.)

Finanzkrisen, Ungleichheit, Klimawandel, Artensterben und Pandemien haben einen gemeinsamen Grund: Als Mitinitiatoren eines breiten Bündnisses fordern wir die bayerische Politik zum Handeln auf. Am 25. Juni wurde im Bayerischen Landtag die Petition für eine sozial-ökologische Transformation des Freistaats eingereicht.

Am heutigen Donnerstag, 25. Juni 2020, haben Vertreterinnen und Vertreter des Aktionsbündnisses „Bayernplan für eine sozial-ökologische Transformation“ in München eine Petition an Ilse Aigner, Präsidentin des Bayerischen Landtags übergeben. Es handelt sich um eine gemeinsame Initiative des BUND Bayern, des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, der Jesuitenmission Deutschland sowie der Fridays for Future-Ortsgruppe Nürnberg im Verbund mit über 130 Organisationen und Einzelpersonen aus Kirchen, Umweltorganisationen, Eine-Welt-Bewegung, Kultur, Soziales und Wissenschaft.

Der 25. Mai 2020 war der fünfte Jahrestag der Publikation der Papstenzyklika Laudato Si, in der Papst Franziskus den sozialen und ökologischen Umbau „unseres gemeinsamen Hauses Erde“ anmahnt. Ebenso vor fünf Jahren hat sich die Weltgemeinschaft auf die Nachhaltigen Entwicklungsziele und das Pariser Klimaabkommen geeinigt: soziale und rechtliche Mindeststandards für unser weltweites Zusammenleben sowie Absicht, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Es mangelt am Willen – nicht an Ideen!

Seither hat sich viel zu wenig in der praktischen Umsetzung getan, gerade was die Klimakrise betrifft. Das liegt nicht am Mangel an politischen Absichtserklärungen oder am Mangel guter Ideen. Eben so wenig, wie die Bewältigung der Corona-Krise zeigt, an fehlenden politischen Regulierungs-möglichkeiten und finanziellen Mitteln, um Einsichten der Wissenschaft umzusetzen. Es fehlt am gesellschaftspolitischen Willen, aus der Einsicht ins gemeinsame Handeln zu kommen. Gerade die Milliarden Euro, die jetzt für die Bewältigung der Corona-Pandemie aufgewendet werden, dürfen nicht zur Wiederherstellung der Normalität vor Corona verwendet werden. Vielmehr müssen sie im Blick nach vorn ausgegeben werden, für eine sozial gerechtere und ökologisch nachhaltigere Welt.
Dies möchte die Petition „Bayernplan für eine soziale und ökologische Transformation“ befördern, die heute von den Initiatoren an Landtagspräsidentin Ilse Aigner übergeben wird. Die über 130 erstunterzeichnenden Organisationen und Personen fordern den Bayerischen Landtag und die Bayerische Staatsregierung auf, ein Konzept für die Transformation des Freistaats zu erarbeiten und bieten zugleich die Zusammenarbeit in einem breiten Dialogprozess an.

Als Vertreter von jesuitenweltweit erklärt Dr. Jörg Alt SJ:

„Wir ziehen Konsequenzen aus dem wachsenden Wissen, wie die jahrzehntelange neoliberale Organisation von Wirtschaft und Gesellschaft als gemeinsame Ursache vielen krisenhaften Entwicklungen der Gegenwart zugrunde liegt: Finanzkrisen, Ungleichheit, Klima­wandel, Arten­sterben, Anwachsen von Hunger, Massenmigration, Pandemien…

Neoliberaler Kapitalismus ist nicht alternativlos

Als Jesuitenmission wollen wir über unsere Hilfsprogramme nicht nur Partnern weltweit bei der Bewältigung der Krisensymptome helfen, sondern die Ursachen der Krisen hier bei uns angehen. Ein wichtiger Punkt ist dabei eine drastische Reform der gegenwärtigen Globalisierung, die Stärkung von Regionalisierung und Resilienz und eine Rückbindung von Ressourcenverbrauch an die planetaren Grenzen.

Wir müssen uns von dem Glauben befreien, dass das gegenwärtige Wirtschaftssystem das bestmögliche und damit alternativlos sei. Kooperation statt Wettbewerb, rechtes Maß statt Wachstum, Gemeinwohl statt Geldwert: Welche andere Welt möglich ist, entscheidet sich nicht in noch mehr Debatten, sondern im Experimentieren, Auswerten und gemeinsamen Lernen.

Unser breites und diverses Bündnis zeigt: Es gibt viele Ideen und Vorstellungen, und die Bereitschaft bei ihrer Umsetzung mitzuwirken!“

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