Makumbi Kinderdorf in Simbabwe

Fast jedes vierte Kind in Simbabwe hat ein oder beide Elternteile verloren. Die meisten durch die Krankheit AIDS. Oftmals leben die Kinder bei Verwandten, viele müssen sich aber alleine durchschlagen. Im Kinderdorf Makumbi finden diese Kinder ein neues Zuhause, Liebe, Fürsorge und Bildung. Hier dürfen sie endlich Kind sein.

Schwester Diana Kanyere, die neue Leiterin des Kinderdorfs, bekämpft nicht nur den Schlendrian der Behörden, sondern hat eine neue Gesamtstrategie aufgelegt. Dazu gehört auch die Begleitung ihrer Schützlinge über das 18. Lebensjahr hinaus. Judith Behnen hat sie besucht

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Ein Zuhause für Waisenkinder

Unbeschwert spielen und Kind sein dürfen: Das ist in Makumbi möglich.

Das Kinderdorf Makumbi liegt ungefähr 100 Kilometer nordöstlich der simbabwischen Haupt­stadt Harare in der Missionsstation Makumbi. Knapp 50 Waisenkinder leben hier – vom Baby bis zum 18-Jährigen. Die Kinder haben oft schlimme Erfahrungen hinter sich. Viele haben ihre Eltern durch HIV/Aids verloren. Andere mussten Misshandlung, Hunger und Verwahrlosung erleben. Einige der Kleinkinder sind halbtot auf der Straße gefunden worden. Manchmal braucht es viel Zeit, Geduld und Liebe, bis die Kinder in der Lage sind, die Qualen ihres bisherigen Lebens zu überwinden und wieder lernen, unbeschwert zu spielen und zu lachen.

Acht Häuser zum Leben, Lernen und Arbeiten

Acht einfache Häuser gibt es im Kinderdorf. In vier davon lebt jeweils eine Hausmutter mit etwa zwölf Waisenkindern. Die anderen dienen als Büros, Lagerräume und Produktionsstätten für Erdnussbutter. Die Hausmütter sind in der Regel Witwen, deren eigene Kinder schon erwachsen sind. Sie bringen Erfahrung, Fürsorge, Familiensinn und Liebe mit. Die Hausmütter gehen so mit den Kindern um, wie es in einer traditionellen afrikanischen Familie üblich ist. Die Kinder wachsen mit ihrer Muttersprache –  Shona –  und ihrer Kultur auf. Alle Kinder helfen im Haus mit: die Hühner versorgen, sich um den Gemüsegarten kümmern, Wäsche waschen, kochen, nach den Jüngeren sehen. Mit dem Verkauf von Eiern, Hühnern und Gemüse verdient jedes Haus ein bisschen dazu. In den Ferien werden einige der Kinder zu Pflegefamilien geschickt.
„Eigentlich sollte das Jugendamt einen Betrag für jedes Waisenkind zahlen", erklärt Pater Heribert Müller SJ. „Aber wir haben schon lange kein Geld mehr gesehen." Der deutsche Jesuit war acht Jahre lang für die Missionsstation Makumbi verantwortlich und übergab die Leitung im September 2014 an Pater Admire Nhika SJ. Die neue Heimleiterin Schwester Diana Kanyere ergänzt: „Die Behörden haben gedacht, Makumbi bekommt eh Geld aus Deutschland und die Kinder werden hier gut betreut. Also haben sie sich nicht weiter darum gekümmert, nach anderen Lösungen zu schauen.“ 
Ihr Tonfall lässt keinen Zweifel aufkommen, dass mit diesen behördlichen Nachlässigkeiten nun Schluss ist. 

Lernen fürs Leben

Neben dem Kinderdorf gibt es in Makumbi eine Kirche, ein kleines Krankenhaus, einen Kindergarten, eine Grund- und Oberschule. Über 200 Schülerinnen und Schüler, unter ihnen auch eine Reihe aus dem Kinderdorf, verlassen am Ende des Schuljahres die Schule der Missionsstation mit Mittlerer Reife und Abitur. Jedes Kind hat die Gelegenheit, seine Talente zu entwickeln und viele der Waisenkinder erwerben auch praktische Kenntnisse wie Schneidern oder Hauswirtschaft. All dies hilft ihnen, später einmal ihren Platz in der Welt zu finden und auf eigenen Füßen zu stehen.
Wenn die Jugendlichen das 18. Lebensjahr erreicht haben, werden sie nicht einfach so in die Welt der Erwachsenen entlassen, sondern weiter begleitet und gefördert, bis sie in der Lage sind, selbstständig zu leben. Ein Mittel etwa ist die Finanzierung von Studiengängen und Berufsausbildungen. Vier „Kinder“ von Makumbi studieren derzeit an der Midlands State University, eines an der University of Zimbabwe. Weitere sechs befinden sich in der Berufsausbildung: Sie werden Schreiner, Hotel- und Tourismus-Fachleute und Pflegefachkräfte. Vier ehemalige Bewohner von Makumbi haben 2016 ihre Berufsausbildungen abgeschlossen.

Kurzfilm über das Makumbi-Kinderdorf (7 min.)

Projekt X41110 Makumbi

Land:
Simbabwe

Partner:
P. Admire Nhika SJ

Zielgruppe:
Waisenkinder im Alter von 0-18 Jahren

Kontext:
Das Kinderdorf ist Teil der Missionsstation Makumbi.

So können Sie helfen:
30 Euro betragen die Ausgaben pro Kind und Monat