Hoffnung für Kakuma

Kakuma, im Norden Kenias, gilt als eines der größten Flüchtlingslager der Welt. 160.000 Menschen aus den ostafrikanischen Anrainerstaaten suchen dort Schutz vor Gewalt, Vertreibung und Dürre. Viele resignieren in den Camps. Vor allem die Kinder brauchen Vertrauen in die Zukunft

Zehn Kilometer Flüchtlingslager

79,5 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Allein 10 Millionen von ihnen stammen aus ostafrikanischen Ländern wie Südsudan, Somalia und DR Kongo. Sie suchen vor allem in Nachbarländern wie Uganda, Äthiopien, Tansania und Kenia Schutz vor Bürgerkrieg, Gewalt, Vertreibung und Nahrungsmangel. Kakuma, im Norden Kenias, gilt als eines der größten Flüchtlingslager der Welt.

Ein Dorf mit 160.000 Einwohnern

Das Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) und das Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen organisieren die Versorgung im Lager. Bereits im Jahr 1992 ist es neben einem Dorf entstanden. Aus Südsudan, Äthiopien, Somalia, Kongo und Burundi sind im Laufe verschiedener Kriege und Krisen Flüchtlinge gekommen. 2021 leben 160.000 Flüchtlinge im Lager, mehr als die Hälfte von ihnen ist unter 18 Jahre alt. Das Flüchtlingslager erstreckt sich mittlerweile über zehn Kilometer und ist in mehreren Etappen gewachsen.

Basiskorb und Handy-Geld

Einmal im Monat gibt es Essensversorgung: Grundnahrungsmittel werden an die Familien im Flüchtlingslager ausgegeben sowie ein zusätzlicher Geldbetrag, der von der Anzahl der Familienmitglieder abhängig ist. Für eine fünfköpfige Familie beläuft sich die Summe auf 1.000 kenianische Schilling, was umgerechnet rund acht Euro entspricht. Das Geld wird als Einkaufswert auf die Mobiltelefone geladen und kann in ausgewählten Geschäften genutzt werden.

Hilfe für Flüchtlinge mit Handicap

Die Arbeit der Jesuiten ist mit dem Lager mitgewachsen. Es gibt fünf JRS-Zentren, in denen vor allem jene Flüchtlinge Hilfe und Unterstützung finden, die besonderen Schutz brauchen. Entweder, weil sie eine Behinderung haben, an einer mentalen Krankheit leiden oder von sexueller Gewalt bedroht sind. Knapp 300 Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene, die mit ihren besonderen Bedürfnissen Bildung und Förderung erfahren. Ziel ist, die Kinder, so weit es geht, in den normalen Unterricht einzugliedern. Für die Eltern gibt es Hilfestellungen für den Umgang mit ihren Kindern. Ansatz des Projekts: Indem wir Flüchtlingen mit Behinderungen helfen, ihr individuelles Potenzial zu entwickeln, sensibilisieren wir ihre Umgebung gleichzeitig dafür, dass sie Fähigkeiten haben und dieselben Rechte wie alle anderen.

„Sichere Häfen“ nicht nur für Frauen und Mädchen

Die Begleitung von Frauen und Kindern, die auf der Flucht oder im Lager Gewalt an Körper und Seele erlebt haben, gehört sicher zu den  herausforderndsten Bereichen des JRS-Einsatzes in Kakuma. Safe Haven, sicherer Hafen, heißt das Schutzzentrum im ersten Bezirk des Flüchtlingslagers für Frauen und Kinder. Im dritten Bezirk gibt es einen Safe Haven speziell für Jungs:  Die meisten Kinder und Jugendlichen waren vorher auf sich allein gestellt ohne schützenden Familienhalt. Sie alle haben Gewalt und Bedrohung oder Verletzung ihrer Integrität erlebt. Hier können sie leben. Zur Schule gehen sie gleich gegenüber.

Zehntausende Kinder – und viel zu wenig Lehrer

Die Aus- und Fortbildung von Lehrern und Lehrerinnen gehört zu den dringendsten Aufgaben in Kakuma. Nach aktuellen Zahlen des UNHCR sind 90.000 Geflüchtete zwischen fünf und 17 Jahren alt. Es gibt zwei Dutzend Schulen, die einzelnen Klassen können bis zu 200 Kinder umfassen. Es gibt zu wenig Lehrer. In sechsmonatigen Kursen vermittelt der JRS pädagogisches Grundlagenwissen und praktische Unterrichtsmethoden. Alle Absolventen bekommen einen Job in einer Schule. Sie werden während ihrer Unterrichtstätigkeit weiter begleitet und kontinuierlich fortgebildet: „Fast alle unsere Studenten unterrichten jetzt schon – sie holen eine bessere Ausbildung nach. Lehrer sind hier einfach sehr gefragt.“

Ungebrochener Lerneifer

Kenia, Südsudan, Äthiopien, Uganda – in diesen vier ostafrikanischen Ländern ist der Flücht­lings­dienst der Jesuiten (JRS) aktiv. „17 Jahre verbringt ein Flüchtling hier durchschnittlich in einem Lager“, sagt Endashaw Debrework. Der äthiopische Jesuit leitet den JRS Ostafrika: "Viele der jungen Leute sind in den Lagern aufgewachsen. Meistens dürfen sie außerhalb der Camps nicht arbeiten und sich auch nicht frei bewegen. Viele verzweifeln daran. Wie im kenianischen Kakuma hilft der JRS in vielen ostafrikanischen Flüchtlingslagern mit psychosozialer Begleitung und mit Bildung. Der Lerneifer der südsudanesischen Kinder auf dem Foto ist mit Händen zu greifen. Noch ist ihr Vertrauen in die Zukunft nicht gebrochen.

Projekt X31183 Ostafrika

Ort:
Kakuma, im Norden Kenias

Partner:
Michael Onyango, JRS-Programmdirektor

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Kakuma gilt als eines der größten Flüchtlingslager der Welt. Die Kosten für Grundnahrungsmittel für eine fünfköpfige Familie beläuft sich auf 1.000 kenianische Schilling im Monat, was umgerechnet rund acht Euro entspricht. 50 Euro pro Kind und Monat kosten Schulbildung, Hefte und Kleidung im Flüchtlingslager.

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