Sonidos de la Tierra

Das Projekt „Klänge der Erde“ ist mehr als Zeitvertreib. Musik vermag viel mehr. Sie befähigt junge Menschen, sich selbst zu entwickeln. Sie verbindet über räumliche, soziale und zeitliche Schranken hinweg. – Erleben Sie mit Maestro Luis Szarán und seinem Jugendorchester die faszinierende Verbindung von euopäischem Barock mit indianischer Musikalität.

Abenteuer Europa

Vier Länder, 16 Städte, 17 Konzerte, Tausende Autobahnkilometer: 21 junge Paraguayos haben auf ihrer Europa-Tournee im Juli und August 2017 mit Musik aus den jesuitischen Reduktionen Lateinamerikas und neueren Klängen aus ihrer Heimat Tausende Besucher mitgerissen – als „beste kulturelle Botschafter ihres Landes“, wie Paraguays „echter“ Botschafter Fernando Ojeda beim Konzert im Iberoamerikanischen Institut Berlin stolz lobte.

Ein ganz besonderer Auftritt fand für die „Sonidos de la Tierra“ am 2. Juli in Frankfurt / Main statt – im Sendesaal des Hessischen Rundfunks hat die junge Truppe um Maestro Luis Szaran ein Dokument für die Ewigkeit geschaffen: eine hochprofessionell aufgenommene CD, die im Herbst dieses Jahres erscheinen wird.

Wer den Frankfurter Auftritt der „Sonidos“ zuhause genießen möchte, kann die CD kostenfrei per Mail bestellen: prokur@jesuitenmission.de – natürlich freuen wir uns im Namen der Kinder aus dem Sozialprojekt über Spenden.

Projektseite: Sonidos de la Tierra

Sonidos de la Tierra: Tournee-Eindrücke

Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
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Foto: Christian Ender
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Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender
Foto: Christian Ender

Termine und Orte

Luis Szarán über das Programm

Luis Szarán, Leiter von Sonidos de la Tierra
Das Ensemble 2017
Paraguayharfe: Lebendige Folklore

Vor 250 Jahren wurden die Jesuiten aus den damaligen Kolonialgebieten in Südamerika vertrieben. Die Jesuitenreduktionen [Siedlungen für die indigenen Ureinwohner] haben die soziale Struktur der Bevölkerung geprägt und Fußspuren hinterlassen, die noch heute im Leben der Einheimischen fortwirken.

Die Musik erlebt in den Reduktionen ein glanzvolles Jahrhundert der Blüte mit Orchestern und Chören von Einheimischen, die von Jesuiten unterrichtet wurden. Sie weckt die Bewunderung von Reisenden und Chronisten. Vor allem die Integration der Sprache des musikalischen Barock lebt noch heute in den Liedern der Volksfrömmigkeit und Folklore der ganzen Region. Die harmonischen Wendungen, Melodien und Formen leiten sich aus dieser Zeit her und präsentieren sich mit ihrem eigenen Gesicht. Dank der Entdeckung von Tausenden originalen Partituren aus der Zeit der Reduktionen durch den Architekten Hans Roth in den 1980er Jahren können wir seit einigen Jahrzehnten die Größe und den musikalischen Glanz dieser Epoche verstehen. Einer ihrer Protagonisten ist der große italienische Organist Domenico Zipoli, von dem viele Kompositionen erhalten sind. Messen, Motetten, Hymnen und Instrumentalstücke legen Zeugnis ab für das musikalische Niveau.

Ein besonderes Juwel im ersten Teil des Programms ist das älteste Stück Ara vale hava in der sich die indigene Sprache Guaraní mit europäischer Musik verbindet. Entdeckt wurde es vom Musikwissenschaftler Piotr Nawrot in Bucheinbänden, für die historische Partituren umfunktioniert wurden. Den Kontrapunkt im ersten Teil bildet das aufwendige Salve Regina aus dem 18. Jahrhundert, eine meisterhafte Kreation des Schweizer Jesuiten, Architekten und Musikers Martin Schmid. Die Noten wurden erst vor Kurzem wiederentdeckt und die Partitur rekonstruiert.

Der zweite Teil mit den jungen musikalischen Talenten des Projekts Sonidos de la Tierra bietet eine Reihe von Arbeiten, die das sogenannte kulturelle Erbe der Jesuitenreduktionen markieren und zeigen. Dazu gehören mit Canto de Estacioneros Lieder aus der Liturgie der Osterwoche, die bis heute gesungen werden, und die Guaraní-Messe. Aber auch neuere Folklore mit Texten in Guaraní, einer Sprache, die 90 % der Paraguayer sprechen, obwohl nur 2 % der Bevölkerung indigenen Gruppen angehören. In der Zeit der Reduktionen quasi die Amtssprache ist die Verwendung von Guaraní für die tägliche Kommunikation noch heute populär. Ebenso die Verwendung der Paraguayharfe, die ursprünglich vom Missionar Anton Sepp eingeführt wurde, um fehlende Orgeln in den Kirchen zu ersetzen. Die indigene Bevölkerung eignete sich das Instrument an und heute ist es geradezu ein Symbol der Identität von Paraguay. Andere Vokal- und Instrumentalstücke weisen zurück in die außergewöhnliche Geschichte der Reduktionen und erzählen uns von sozialer Erfahrung, Politik und Utopien, und das größte menschliche Abenteuer: die internationale Zusammenarbeit für den Frieden.

Das Konzertprogramm

Das Programm können Sie hier als PDF herunterladen. In Würzburg, Göttingen und Hamburg sind liturgische Teile des Konzertes in die Messfeier integriert.


Erster Teil

LA VOZ DE DIOS EN LAS SELVAS DEL PARAGUAY
Die Stimme Gottes im Dschungel von Paraguay

  • Barocco Guarani, Domenico Zipoli (1688-1726)
  • Ara vale hava pehenduava, Anonimo (Siglo XVII)
  • Ave Maria, Martin Schmid (1694-1772)
  • La Misión de Chiquitos, Martin Schmid
  • Si bona Suscepimus, Martin Schmid
  • Magnificat, Martin Schmid
  • Pastoreta ichepe flauta, Anonimo
  • Jesu Corona Virginum, Anonimo
  • Minuetto (2 Violinen), Julian Atirahu (Siglo XVIII)
  • Laudate Pueri Dominum, Anonimo
  • Salve Regina, Anonimo

Zweiter Teil

HERENCIA MUSICAL DE LAS REDUCCIONES JESUITICAS
Das musikalische Erbe der Jesuiten-Reduktionen

  • Senora Santa María (Canto de Estacioneros), Anonimo
  • Misa Guaraní, Abdón y Casimiro Irala
    Ore Poriahuverekomi (Kyrie)
    Rogueropayva (Halleluja)
    Puraheipope (Gloria)
  • El Pájaro Campana, Félix Pérez Cardozo
  • Carreta Guy, José del Rosario Diarte
  • Kilómetro 11, Transito Cocomarola
  • Malvita, Herminio Giménez
  • Chokokue kera yvoty (Der Traum von Labriego), Mauricio Cardozo Ocampo
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Möchten Sie mehr zu Sonidos de la Tierra erfahren? Hier geht es zu unserer Projektseite

Mehr zur heutigen Arbeit der Jesuiten mit den Guaraní erfahren Sie auf dieser Seite.

Bei den Konzerten erstmals zu sehen: Unsere neue Ausstellung zum Thema Jesuitenreduktionen. Mehr Infos finden Sie auf dieser Seite.

Drei Filme auf einer DVD liefern ein Bild der Jesuitenreduktionen im Spiegel der Zeit. Mehr Infos zur DVD „Das Erbe des Heiligen Experimentes“

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