Eine Zukunft für die Jugend von Aguablanca

Gewalt, Drogen, Gangs: Aguablanca in der kolumbianischen Metropole Cali hat keinen guten Ruf. Ein 18-monatiges Ausbildungsprogramm verhilft jetzt Dutzenden junger Stipendiaten aus den vernachlässigten Barrios zu völlig neuen Perspektiven

Neustart in Armut und Elend

Aguablanca, Stadtteil der kolumbianischen Metropole Cali, enstand in den 1970er und -80er Jahren als informelle Siedlung auf unbebautem Land am Stadtrand. Vertrieben durch Bürgerkrieg, Gewalt und Terror durch Militär, Guerilla und Paramilitär sind damals viele afrokolumbianische Familien aus der Pazifikregion nach Cali geflohen. Die meisten hatten  von der eigenen kleinen Landwirtschaft gelebt. Mit dem Verlust von Feld und Haus blieb ihnen nichts anderes, als in Armut und Elend neu zu beginnen.

Kein Zugang zum Arbeitsmarkt

Aguablanca hat in Cali einen festen Ruf, der dazu beiträgt, den Teufelskreis von Perspektivlosigkeit, Armut und Gewalt weiter zu zementieren. Winston Mosquera, langjähriger Pfarrer im Viertel El Retiro, gibt ein Beispiel: „Wenn ein Jugendlicher sich auf einen Job bewirbt, wird ihm freundlich gesagt, dass sie sich seinen Lebenslauf ansehen und ihn anrufen werden. Aber das wird nicht geschehen. Sie stellen ihn nicht ein, weil sie sehen, dass er aus Aguablanca kommt. Unsere Jugendlichen hier sind stigmatisiert.“

Jedes Jahr Hoffnung für weitere 30 Jugendliche

Einer, der bereits vor vierzig Jahren begonnen hat, gegen diese Stigmatisierung zu kämpfen, ist Pater Alfred Welker. Der deutsche Jesuit kam 1981 nach Aguablanca, entschied sich, mit den Menschen unter den gleichen elenden Bedingungen zu leben, und packte überall dort an, wo es bis dahin an allem gefehlt hatte: Kanalisation, Kindergarten, Schule, Kirche, Gesundheit. Nach dem Tod von „Padre Alfredo“ liegt ein Hauptaugenmerk seines Werks „El Señor de los Milagros“ der beruflichen Ausbildung für Schulabgänger.

90 Erfolgsgeschichten seit 2017

Das Ausbildungszentrum „Centro de Capacitación Don Bosco“ liegt im Zentrum von Aguablanca mit einem großzügigen Innenhof mit Grünflächen, Bäumen und Sportplatz. Das Zentrum liegt direkt neben dem Colegio El Diamante, der öffentlichen Schule, zu der jetzt auch die von Padre Alfredo gegründeten Schulen gehören. Seit 2017 fördern wir hier über Stipendien die Berufsausbildung von Jugendlichen der beiden Barrios El Retiro und El Vergel. Mehr als 90 junge Männer und Frauen  haben mittlerweile über dieses Stipendienprogramm ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, 30 Jugendliche sind im aktuellen Jahrgang. Die von Salesianern  geleitete Einrichtung bietet ganz verschiedene Ausbildungszweige: Automechanik, Industrieelektrik, Industrieschlosserei, Koch, Friseur, Kosmetik, Schneiderei, Schreinerei, Buchhaltung, Personalwesen, Betriebswirtschaft, Informatik, Grafikdesign.

Individuelle Begleitung und psychosoziale Unterstützung

Die Werkstätten und Workshops sind exzellent ausgestattet, in einer institutseigenen Mensa mit Cateringbetrieb sowie einem selbstorganisierten Laden setzen die Auszubildenden das Gelernte direkt in die Praxis um. Über sechsmonatige  Praktika nach dem einjährigen Ausbildungskurs bekommen die Jugendlichen gute Grundlagen und Kontakte für einen Berufseinstieg.  Neben dem fachlichen Wissen setzt das Zentrum auch auf Allgemeinbildung und Persönlichkeitsentfaltung, über psychosoziale Begleitung erhalten die Jugendlichen auf  sie zugeschnittene individuelle Unterstützung, die auch immer die Familiensituation im Blick hat.

Zielregion:
Der Stadtteil Aguablanca in Cali / Kolumbien

Partner:
Ausbildungszentrum „Centro de Capacitación Don Bosco“

Zielgruppe:
Benachteiligte Jugendliche aus den Vierteln

Kontext:
Ein berufliches Ausbildungsprogramm gibt den Stipendiaten Grundlagen und Kontakte für einen Berufseinstieg. Die Kosten für Ausbildung, Unterrichtsmaterial, Mittagessen, Praktika und Begleitung betragen pro Person insgesamt 2.700 Euro

Artikel in weltweit 01/2020

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