Südsudan: Bildung für Frieden

Die Herausforderungen im Südsudan sind groß. Durch den Bürgerkrieg, der so viele Südsudanesen zu Vertriebenen im eigenen Land macht, mangelt an allem: an Infrastruktur, Bildung, Nahrung und Unterkünften und an einem funktionierenden Gesundheits- und Landwirtschaftssystem.

Anhaltende Krise

Der Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir (auf der ethnischen Seite der Dinka) und seinem früheren Vizepräsidenten Riek Machar (auf Seiten der Nuer) eskalierte im Dezember 2013 zu einem militärischen Konflikt, der 380.000 Menschenleben forderte und mehr als vier Millionen Südsudanesen vertrieben hat. Im September 2018 wurde ein Friedensvertrag zwischen den beiden Konfliktparteien unterzeichnet und nährte die Hoffnung auf eine Beruhigung der Lage. Im Mai diesen Jahres sollte eine Regierung der nationalen Einheit eingesetzt werden, nun wurde die Übergangsphase um weitere sechs Monate verlängert, um weitere Gespräche zu führen. Die politische Lage bleibt somit ungewiss. Hunger, Gewalt und Folter stehen weiterhin an der Tagesordnung und machen ein normales Leben für viele Südsudanesen unmöglich. Wir unterstützen im Südsudan das Loyola-Gymnasium in Wau, den Jesuit Refugee Service und die Organisation „Solidarity with South Sudan“.

Eine Schule trotzt dem Krieg

Die "Loyola Secondary School“ ist eine 1982 von Jesuiten gegründete Mittelschule in Wau, der zweitgrößten Stadt im Südsudan. Bereits nach zwei Jahren wurde sie im Bürgerkrieg vom Militär beschlagnahmt. 24 Jahre lang blieb sie geschlossen. Erst 2005 konnte nach 21 Jahren der Unterricht wieder aufgenommen werden, bis die Schule im April 2016 gut 600 Schülerinnen und Schüler der verschiedensten ethnischen Gruppen zählte. Im selben Monat musste sie abermals aufgrund von Kriegsgefechten schließen. Am 25. Juli 2016 wurde sie wieder eröffnet. 213 Schülerinnen und 167 Schüler (Stand Februar 2017, Tendenz steigend) erhalten dort täglich Unterricht und eine Mahlzeit. Das Gymnasium gilt als eine der besten Schulen des Landes. Auf den Anteil an Schülerinnen (derzeit 50%) wird besonders geachtet.

P. Beatus Mauki SJ ist der Direktor des Loyola Gymnasiums in Wau. Er berichtet uns: „Immer mehr Schülerinnen und Schüler melden sich nach ihrer Rückkehr aus den Flüchtlingslagern der Umgebung für den Schulbesuch an. Maximal 643 Kinder kann die Schule derzeit aufnehmen. Unterrichtet werden Mathematik, Englisch, Physik, Biologie, Chemie, Landwirtschaft, IT, Geschichte, Geographie, Handel, Buchhaltung, Religion und Arabisch. Während der letzten Gefechte wurde der Umgrenzungszaun der Schule durch ein militärisches Fahrzeug teilweise beschädigt. Soldaten brachen ein und stahlen Kochtöpfe, Teller und Tassen des Ernährungsprogramms. Viele der Kinder sind traumatisiert, sie leiden an schweren Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Gelenkschmerzen und Schlaflosigkeit. Der Schuladministrator plant eine Beratungsstelle für jene, die am stärksten betroffen sind.“

1.9 Millionen Binnenflüchtlinge

In vielen Landesteilen bleibt die Lage nach wie vor hoffnungslos und die Menschen sind gezwunden, ihre Dörfer zu verlassen und anderswo Schutz zu suchen. Vielen gelingt die Flucht jedoch nicht. Es wird geschätzt, dass 1.9 Millionen Binnenflüchtlinge im Land leben. Hinzu kommen Flüchtlinge aus dem Sudan, die im Südsudan Schutz suchen. Der Flüchtlingsdienst der Jesuiten (JRS) unterstützt die Flüchtlinge durch verschiedene Bildungsangebote, psychosoziale Betreuung und Nothilfe. Im Doro Flüchtlingslager in Maban erreicht der JRS trotz der sehr schwierigen und unsicheren Lage rund 16.000 Flüchtlinge. Hier werden neben der pschosozialen Betreuung und Nothilfe vor allem Ausbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte angeboten. Frauen können Nähkurse besuchen und dadurch ein kleines Einkommen für die Familie sichern. In Yambio bezahlt der JRS Schulgebühren für Mädchen, die eine weiterführende Schule besuchen.

Ordensleute im Einsatz

Die Idee hinter „Solidarity“ ist bestechend: Anstatt dass jede Ordens­gemein­schaft ihr eigenes Projekt im Südsudan aufbaut, schließen sie sich zusammen und leben auch gemeinsam in ordens­übergreifenden Kommu­nitäten. Inzwischen engagieren sich über 200 Frauen- und Männerorden im Rahmen von „Solidarity“ in den Bereichen Bildung, Gesund­heit, Pastorales und Landwirtschaft. Es gibt zwei Ausbildungs­zentren für Lehrkräfte, ein Gesundheits­institut, in dem Krankenschwestern und Hebammen ausgebildet werden, zwei Landwirtschaftsprojekte und ein Pastoral­programm, das sich vor allem auf Friedens- und Versöhnungs­arbeit konzen­triert. Schwester Yudith Pereira Rico hält in Rom die Fäden der Initiative zusammen. „In Wau haben unsere Krankenschwestern und Hebammen ihre Ausbildung erneut mit Top-Ergebnissen abgeschlossen“, freut sich Schwester Yudith, „und in Yambio am Lehrerinstitut gab es zwei Klassen an Absolventen. Dort werden wir die Kapazitäten erweitern. In Riimenze in dem Projekt der gemeinschaftlichen Landwirtschaft hatten wir eine gute Ernte und die Farm wächst. Darüber freuen sich alle in der Umgebung, denn die Familien sind Teil des Projektes. Es werden Erdnüsse, Mais, Hirse, Reis, Kürbisse, Bohnen, Linsen und Yucca angebaut und Familien können die Pflugochsen, Maschinen und die Mühle nutzen und lernen Methoden der Konservierung.“

Projekt X40200 Südsudan

Ort:
Südsudan

Partner:
JRS, Solidarity with South Sudan, P. Beatus Mauki SJ (Direktor des Gymnasiums in Wau)

So hilft Ihre Spende:
Unsere Partnerprojekte im Südsudan engagieren sich vor allem in den Bereichen Schulbildung, Ausbildung, Gesundheit und Landwirtschaft.

  • Um eine Lehrerin oder einen Lehrer auszubilden, braucht es 175 Euro pro Monat.
  • Die Ausbildung eines Krankenpflegers oder einer Krankenpflegerin kostet 548 Euro pro Monat.
  • 100 Euro betragen die Schulgebühren für einen Schüler/eine Schülerin im Jahr .

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Jesuitenmission
Verwendungszweck:
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