10 Jahre Hochschulbildung an den Grenzen

Weniger als ein Prozent aller Flüchtlinge haben Zugang zu Universitätsbildung. Dabei haben sehr viele das Talent und den Willen zu studieren. Seit genau 10 Jahren bietet Jesuit Worldwide Learning (JWL), die jesuitische Initiative für Hochschulbildung in Flüchtlingslagern und Krisenregionen, eine einzigartige Chance mit dem Traum einer globalen Online-Universität für Arme.

Der 27. September – Tag der Migranten und Flüchtlinge – erinnert die globale Gemeinschaft an das Schicksal von derzeit  50,8 Millionen Menschen, die aufgrund von Konflikten, Gewalt oder Katastrophen aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Der internationale Gedenktag datiert in diesem Jahr zeitgleich mit dem Jubiläumsjahr von Jesuit Worldwide Learning (JWL): Seit 10 Jahren dient das jesuitische Hochschulprogramm Flüchtlingscommunities und anderen schutzbedürftigen und unterversorgten Gemeinschaften auf der ganzen Welt.

Von Mexico-Stadt in die Welt

„Diese Arbeit ist sehr wichtig und erfordert Unterstützung und Engagement der Universitäten, um den Traum von mehr Gleichberechtigung beim Bildungszugang zu verwirklichen“, erklärte Pater Adolfo Nicolás SJ, ehemaliger Generaloberer der Jesuiten, bei einem Kongress der Jesuiten-Universitäten in Mexiko-Stadt 2010: Startschuss für das Programm Jesuit Commons Higher Education at the Margins (JC: HEM) – jetzt bekannt als Jesuit Worldwide Learning.

An diesem Tag wurde die Vereinbarung unterzeichnet, Flüchtlingen in Kakuma (Kenia) und im Flüchtlingslager Dzaleka (Malawi) einen von der US-amerikanischen Regis University akkreditierten Online-Diplomstudiengang anzubieten. Die ersten Studenten begannen ihr Studium Ende September 2010. Der Jesuiten-Flücht­lings­dienst (JRS) war der strategische Partner während der Pilotphase des Programms.

Ignatianische Pädagogik und kritisches Denken

Zwei Jahre später bestätigte eine Konferenz an der Regis University den Erfolg des Pilotprojekts: Man beschloss, das Programm auf neue Regionen und Partner auszudehnen, getragen von den Prinzipien ignatianischen Pädagogik und des kritischen Denkens, die im Lehrplan des „Liberal Studies-Programms“ fest verankert sind. Im Mai 2016 wurde JWL unter Präsident Peter Balleis SJ als apostolisches Werk der zukünftigen mitteleuropäischen Provinz der Jesuiten etabliert. Am 27. September 2016 wurde ein internationaler Verband in Genf (Schweiz) gegründet.

JWL war zentrales Thema eines Treffens der Jesuiten-Universitäten in Bilbao im Juli 2018. Arturo Sosa SJ, Generaloberer Jesuiten, verwies auf die Überwindung geografischer und sozialer Grenzen als zentrale Herausforderung der Universitäten innerhalb JWL:

„Wir wurden an Orte geschickt, die nicht leicht zu erreichen sind und die andere vermieden haben. Die von der Gesellschaft Jesu angebotene Universitätsausbildung soll für alle offen sein und wurde insbesondere dazu gegründet, die Ausgegrenzten oder Verarmten, Flüchtlinge und diejenigen zu erreichen, die aufgrund der in der heutigen Welt herrschenden unfairen sozialen Beziehungen vertrieben wurden. Wir haben das Wissen und die pädagogischen Mittel, um entfernte oder sozial marginalisierte Orte zu erreichen.“

Aktuell profitieren an 15 Standorten in Asien, Afrika und dem Nahen Osten fast 4.000 Studenten von den JWL-Programmen. Peter Balleis bekräftigt: „Wir wollen diese Zahlen noch deutlich steigern.“

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