DACA: Bildung und Würde für Mädchen in Südindien

Dalits, Kastenlose, werden in Indien vielfach benachteiligt. Insbesondere den Mädchen bleibt der Zugang zu Bildung oftmals verwehrt. Die Dr. Ambedkar Cultural Academy (DACA) im Süden Indiens dient als Starthilfe für eine gerechtere Zukunft.

Zwar ist das Kastensystem in Indien offiziell abgeschafft, doch in den Köpfen der Menschen lebt es weiter. An unterster Stelle stehen die Dalits – die „Unberührbaren“. Ein großer Teil von ihnen lebt noch immer unter der Armutsgrenze. Viele Kinder sind unterernährt, die Alphabetisierungsrate ist sehr niedrig. Auch in der katholischen Kirche sind die Dalits noch vielfach benachteiligt. Engagierte Jesuiten wie Pater Antony Raj setzen sich seit Jahrzehnten für Würde und Bildungschancen für die Dalits ein. 1999 gründete er in Madurai die Dr. Ambedkar Cultural Academy (DACA), benannt nach Bhimrao Rhanji Ambedkar (1891-1956), einem Vorkämpfer für die Befreiung und Gleichberechtigung der Dalits.

Den Teufelskreis durchbrechen!

Die Akademie besteht aus zahlreichen Lernzentren und Abendschulen in einer Reihe von Distrikten in Tamil Nadu. Neben den schulischen Angeboten können Jugendliche auch Computerkurse belegen oder ein Handwerk erlernen, um aus dem Teufelskreis der Armut auszubrechen und ihre menschliche Würde zu entdecken. Rund 100 Lernzentren wurden bereits aufgebaut. Dort, wo insbesondere Mädchen der Zugang zu Schulbildung verwehrt bleibt. Die Lernzentren sind oftmals nicht mehr als ein Dorfplatz, an dem von DACA ausgebildete Lehrkräfte regelmäßig kostenlosen Unterricht anbieten. Meistens finden die Kurse abends statt, nachdem die Mädchen und Frauen ihre täglichen Arbeiten erledigt haben.

Vidivelli: „der Morgenstern“

Neben dem Unterricht in den Dörfern, bietet das DACA-Programm auf dem eigenen Campus ein Zuhause für 186 Dalit-Mädchen: das Vidivelli Home. Unterbringung und Mahlzeiten, sowie Schulkosten werden über Spenden finanziert. Vidivelli ist Tamil und bedeutet Morgenstern. In der Tat beginnt der Tag im Vidivelli Home früh. 372 Füße wuseln dann durch die Gänge und bereiten sich für den Schultag vor. Ein Großteil der Mädchen macht sich auf den Weg zur St. Anne’s Higher Secondary School, etwa einen Kilometer entfernt. Ein paar ältere Mädchen bleiben auf dem Campus und pauken für den Test der Tamil Nadu Public Service Commission – den Einstellungstest für den öffentlichen Dienst. Neben der Schulbildung legt DACA auch Wert auf Sport, Kunst und praktische Fähigkeiten. Für besondere Anlässe studieren die Mädchen mit großer Leidenschaft traditionelle Tänze ein. Außerdem trainieren sie Silambam, eine alte tamilische Kampfkunst. Zum Internat gehört auch ein Stück Land mit Zwiebeln, Tomaten, Okra und Bohnen.

Berufswunsch Rechtsanwältin

Banupriya Chitravel ist 17 Jahre alt, lebt im Vidivelli Home und möchte Rechtsanwältin werden. Sie stammt aus einem abgelegenen Dorf im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Ihr Vater ist gelähmt und bettlägerig, die Mutter arbeitet als Tagelöhnerin auf den Feldern anderer. Die zentrale Prüfung der 10. Klasse hat Banypriya als Drittbeste bestanden. Dass sie die Sekundarschule besuchen kann, verdankt sie dem DACA-Programm der Jesuiten

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