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Nachrichten aus Uganda

Donnerstag, 27. Mai 2010

zur Feier der Woche schicke ich euch eine Mail – wir sind nämlich seit Dienstag – nach etwas mehr als zwei Monaten -  wieder ans öffentliche Stromnetz angeschlossen. Aber zunächst ein paar Eindrücke von unserem ugandischen Familienausflug, dann unsere Pläne in JRS für 2010 und schließlich ein paar Anekdoten. Rundbrief 7 JRS 2010 (3)

Matheunterricht am Ocer Campion Jesuit College Gulu

Freitag, 07. Mai 2010

Amoti! Herzliche Grüße aus Gulu!

Ein ganzes Trimester des ugandischen Schuljahres ist schon um und es wird Zeit für ein Update aus Gulu.

Mitte Februar eröffneten wir Ocer Campion Jesuit College, die Secondary School der Jesuiten in Gulu! Wir starteten mit sechzehn Schüler/innen. Mittlerweile sind es sogar bereits sechs mehr. Gemeinsam haben wir ein kurzes und intensives Trimester miteinander verbracht. Ich habe die Klasse in Mathematik unterrichtet. Die Grundrechentechniken sowie Bruchrechnen standen auf dem Programm. Die meisten der Jungen und Mädchen haben die siebte Klasse (Abschlussklasse der Primary School) schon abgeschlossen, einige kommen frisch aus der sechsten. Mit Ocer wollen sie ihre Aufnahme in die Secondary School erreichen oder ihre Einstiegschancen verbessern. Die Jesuitenschule wird im nächsten Jahr die erste S1 (erstes Schuljahr in der Secondary School) aufnehmen.

Ein großes Problem der Schüler/innen ist die Englische Sprache. Sie wurden überwiegend in ihrer Muttersprache (Acholi) unterrichtet und Englisch gab es „nur“ als Fremdsprache. Die Abschlussprüfungen der Primary sowie der Unterricht in der Secondary sind in Englisch. Deshalb galt es verstärkt am Englisch zu arbeiten und in allen Bereichen die Grundlagen zu wiederholen. Das fiel allen sichtlich schwer: Wer möchte gerne Multiplizieren oder Dividieren exerzieren, wenn bekannt ist, dass es in der Mathematik viel spannendere Felder gibt – wie Algebra oder Geometrie. Allerdings, wer das kleine Einmaleins nicht beherrscht, für den wird alles andere auch schwierig.

Meine Schultage waren immer lang. Nach Sonnenaufgang ging ich mit meinem Kollegen, der Englisch unterrichtet, los. Um halb acht startete der Schultag mit „Study Time“, dahinter verbirgt sich selbstständiges Wiederholen des Lernstoffes voriger Tage. Nach einem Gebet um Viertel nach acht beginnt schließlich der Unterricht, der zweimal für das gemeinsame Essen unterbrochen wird: Um halb zehn gibt es Frühstück und um dreizehn Uhr Mittagessen – Posho (Maisbrei) und Bohnen. Zum Abschluss des Tages um halb fünf wird noch für eine halbe Stunde Fußball gespielt und dann machen sich alle auf den Heimweg. Ein weiterer Tag in Ocer ist um.

Gruppenarbeit

Neben Unterricht gab es für Schüler/innen und uns Lehrer/innen hier und da willkommene Unterbrechungen oder Abwechslung: Zahlreiche Interessierte, Spender, Kooperationspartner etc. besuchten uns und erfreuten sich daran, dass die Schule nun eröffnet ist. Spezielles Programm gab es zum Weltfrauentag mit Diskussion am Vormittag und traditionellem Tanz am Nachmittag.


Vereinzelt konnte ich auch meine Erfahrungen aus Jugend- und Bildungsarbeit einbringen. Ich hatte die Chance einen Workshop zur Alkoholprävention zu geben. Dank einer Spende von „drunkbuster“ wurde das Programm durch Experimente mit den so genannten „drunkbuster goggles“ recht lebendig. Die Diskussionen und Informationen über Alkohol und die Gefahren des Konsums wurden für die Schüler/innen in den Experimenten mit den Brillen greifbar. Die „drunkbuster goggles“ sind Brillen, die wie Taucherbrillen aussehen und beim Tragen den Eindruck von Trunkenheit vermitteln. Mit den Brillen werden alltägliche Tätigkeiten zu echten Herausforderungen, sonst erledigt man das ohne zu überlegen.


Die Jugendlichen sind in ihrem Lebensumfeld stark mit dem Thema Alkohol und dessen Missbrauch konfrontiert.  Nach einer Studie der WHO wird weltweit in Uganda am meisten Alkohol pro Kopf konsumiert. Das ist sichtbar! Ehrlich gaben viele der Schüler/innen zu, dass sie vor allem den lokal hergestellten Alkohol (mit geringem Alkoholgehalt) probiert haben oder mögen. Deshalb ist es wichtig, dass Schulen Aufklärungsarbeit früh beginnen. Ein Tag ist nicht genug, jedoch ein Anfang.

Nach den „End of Term One Exams“ (Abschlussprüfungen des Trimesters) schlossen wir am 23. April die Schule und haben die Schüler/innen für einen Monat in die Ferien verabschiedet. Am letzten Schultag kamen Eltern zu Ocer und nahmen die Einladung wahr mit uns Lehrer/innen zu sprechen. Ich genoss es noch einmal die Chance zu haben, mit jedem und jeder einzeln zu reden. Denn mit dem Trimester ist auch meine Zeit in Ocer um. Der Kuchen, den es zur Abschiedsparty gab, hatten wir schon am Tag zuvor angeschnitten und verspeist.

Nachdem Fr. Tony Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen segnete, war ein Klassenfoto der offizielle Abschluss!

Das war im Zeitraffer meine Zeit als Mathelehrerin und das erste Trimester in Gulus neuer Secondary School – Ocer Campion Jesuit College. Es waren anstrengende und wundervolle zehn Wochen, die ich nicht missen moechte – einfach spitze an etwas Neuem mitzubauen.

Herzliche Grüße aus Gulu, dong maber!

Beate

Noch ist es nicht zu spät…

Sonntag, 17. Januar 2010

…für Weihnachts- und Neujahrsgeschichten, oder?

Während viele ‘muzungus’ für Weihnachten nach Hause geflogen, in die Hauptstadt oder einen Nationalpark gefahren sind, wollte ich Weihnachten da feiern, wo ich auch die meiste Zeit des Jahres lebte – in Gulu! Das habe ich auch getan. Das Haus war im Dezember recht voll und leerte sich bis zum Heiligen Abend sehr. Ich blieb mit den beiden Priestern zurück. Die Tage vor Weihnachten waren mit Arbeit noch reichlich gefüllt und so kam ich erst am Nachmittag des 24. zum Plätzchen backen. So spät habe ich noch nie gebacken oder es eben dann ganz bleiben lassen… doch wenigstens diese deutsche Weihnachtskultur musste sein!

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Wo zwei oder drei…” – Die Christmette feierten wir zu Dritt quasi im kleinsten Kreise, die Lesungen teilten wir unter uns auf, sangen “silent night” und mir andere bekannte Weihnachtslieder in ihrer englischen Version … ja und dann war Weihnachten.

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Die Feiertage verbrachte ich mit Familienbesuchen, wie ich es zu Hause auch tun würde. Für die Menschen hier war dieses Weihnachtsfest ein besonderes. Denn viele haben es nach vielen Jahren in so genannten Camps für “Internally Displaced People” erstmals wieder zu Hause, auf dem Land der Familie gefeiert. Während für mich die Plätzchen das kulturelle Muss war, so ist es den Menschen hier wichtig, dass es an diesem Tag Fleisch, “ringo“, zu essen gibt. Das steht ansonsten eben nicht auf dem Speiseplan. Die meisten Feier- und Festtage sind wie gewöhnliche Tage – Weihnachten ist da eine echte Ausnahme. Da wird mit der Familie gefeiert, gegessen, getanzt! Und daran durfte ich teilhaben!

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Es gibt unter den Acholis nicht die ausgeprägte Geschenkkultur wie bei uns. Die gemeinsame Zeit, das bereits erwähnte Essen von Fleisch und “bongo karama” machen den Tag aus. Direkt übersetzt heißt das Weihnachtskleidung, gemeint ist damit eine neue Hose, ein neues T-Shirt, ein geschneidertes Kleid… das kurz vor und für Weihnachten gekauft wurde. Wie Ihr sehen könnt, auch ich gönnte mir “bonga karama“. Zum Dank für die Einladungen brachte ich Bilder aus der gemeinsam verbrachten Zeit ich als Geschenke mit. Und das kam natürlich gut an, denn Fotos werden mir auch immer gezeigt, wenn ich irgendwo zu Besuch bin.

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Über Silvester fuhr ich nach Mbale (Südosten), um mit einer Freundin bei ihrer Familie mitzuleben. Auch das war eine besondere Zeit: In Gulu wohne ich eben in einem Gästehaus und in Mbale hatte ich wieder die Chance, an ugandischem Familienleben teilzuhaben und dabei die Lebensrealität direkter mitzuerleben. Das Viertel außerhalb des Stadtzentrums ist vorwiegend von Acholis, die ursprünglich und auch heute vorwiegend im Norden leben, bewohnt. Das Einkommen verdienen sich die Menschen mit der Herstellung von Waragi, einem Schnaps destilliert aus Molasse, dem Abfallprodukt der Zuckerherstellung. Der Arbeitstag beginnt früh um fünf oder sechs, wenn das Feuer unter den Fässern entzündet wird. Von da gibt es immer etwas zu tun, aufzupassen, dass nichts überkocht, die Mischungen zum dreitägigen Gären ansetzen usw. Dabei ist man dem ganzen Tag dem Rauch ausgesetzt. Die Arbeit ernährt die Familie und ermöglicht die Kinder in die Schule zu schicken. Das ist viel wert.

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Silvester wurde an einigen zentralen Orten im Viertel gefeiert. Wir waren bei der von der Familie organisierten Party. Von DVDs wurde lokale Musik gespielt und die dazugehörigen Videos auf einem kleinen Fernsehgerät vorgeführt. Das unterhielt und erfreute Jung und Alt. Kurz vor Mitternacht verteilte ich die mitgebrachten Wunderkerzen, die aus dem Geburtstagspaket meiner Schwester noch übrig waren. Was zuerst alle für Räucherstäbchen hielten, entpuppte sich dann als kleines Feuerwerk. Große Begeisterung, denn scheinbar hatte das niemand zuvor je gesehen. Als in den Hotels der Stadt die Feuerwerke gezündet wurden, war dies für die Kinder und Jugendlichen wie ein Startsignal: Sie liefen jubelnd, kreischend voll Freude in die Gärten, um Zuckerrohr zu ernten und genüsslich zu verspeisen. Das wurde wohl zu einer Tradition über die vergangenen Jahre. Dann wurde das gemeinsame Tanzen zur Musik aus der Anlage fortgesetzt… ich machte mit und hielt ein bisschen durch, doch nicht bis zum nächsten Morgen wie einige andere.

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Ein Highlight des Mbale Aufenthaltes war der Besuch der Sipi Fälle. Mit einem Taxi, das wir in der Stadt anheuerten, fuhren wir – drei Erwachsene und vier Kinder – in die Berge. Verreisen heißt hier eben meist, dass man Familie besucht und dann die Zeit mit der Familie verbringt und da mithilft, wo man gebraucht wird. “Touring” wie unser Ausflug hier genannt wurde, ist nicht Teil der Kultur und können sich die meisten schlicht nicht leisten.

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Wir legten 30 km und etwa 600 Höhenmeter zurück. In Sipi kletterten wir auf einen Hügel, um den tollen Blick auf die Wasserfälle und die wunderbare Aussicht bis nach Kenia zu genießen. Bei Keksen und Soda stärkten wir uns für die Heimfahrt. Für die Kinder war die Schaukel, die es in dem Gästehaus gab, ein weiteres Highlight.

Ein echtes Happy New Year! Und das wünsche ich auch Euch und Ihnen.

Aus Gulu, Beate

“Herberge gesucht?!”

Montag, 14. Dezember 2009

Portrait_Beate

In Norduganda ist es viel zu heiß, um auch nur annähernd in Adventsstimmung zu kommen. Ich kenne nur Tannenzweig-Butterplätzchen-Advent. Und dass es im Acholi-Land quasi keine Adventskultur gibt, das hilft mir nicht viel weiter. Was heißt das jetzt? Eine gewisse Leere aushalten? Oder kurz vor Weihnachten doch noch ein paar „Tannenzweige“ suchen?
Es ist nicht so, dass Weihnachten („karama“) unwichtig wäre, im Gegenteil. Alle freuen sich schon auf die Familienbesuche an Weihnachten und auf das üppige Essen mit Fleisch, das es sonst eben selten gibt. Es gibt einfach nicht diese ausgeprägte Vorbereitungskultur wie daheim. Hier sind die Menschen auch noch mit dem Einholen der Ernte beschäftigt, was in diesem Jahr durch den für die Jahreszeit ungewöhnlichen Regenfall noch erschwert wird.
Was tun? Spontan habe ich eine Freundin in Kitgum besucht. Geschichten in Deutsch erzählen, ausgedehnte Frühstücks, zusammen kochen… das hatte etwas Gewohntes, ja Heimeliges. Und das Wochenende konnte ich innerlich als ein Adventswochenende verbuchen.
Die Heimreise aus dem gut 80km entfernten kleinen Städtchen zurück nach Gulu erstreckte sich dann über 22 Stunden. Denkt Ihr: Oh Schreck! Weit gefehlt! Der 30-Sitzer, der hier Coaster heißt, fuhr gegen zwei Uhr nachmittags in Kitgum ab. Ich hatte Glück und ergatterte den vorletzten freien Platz. An der Tankstelle wurde noch etwas am Coaster gewerkelt und dann ging es los. Es fing an zu regnen – schön eine Abkühlung. Doch dann Panne #1 der Fahrer kann nicht mehr schalten. Er sagt etwas von beten und verschwindet unter dem Bus. Sein Assistent muss unentwegt die Kupplung treten und wieder los lassen und dabei berichten, wie das geht – leicht oder schwer. Das zieht sich dann über einige Minuten und die Fahrt geht weiter. Schon bald versagt der Coaster wieder: Wir kriechen langsam dahin und das Beschleunigen will so gar nicht klappen. Also wieder eine Pause einlegen für Reparatur #2. Wie alle anderen verziehe ich mich irgendwo ins Feld zu dem, was hier alle „short call“ nennen. Heute traue ich mich auch ein paar Erinnerungsbilder zu machen. Bisher haben meine Busfahrten immer gut geklappt und von solchen habe ich eben nur gehört.

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Der Fahrer taucht wieder von unterm Bus auf und sagt: „wachito!“ (Wir fahren!) Wir kommen in Atanga vorbei, wo einer der beiden Gemeindepfarrer am Straßenrand steht, ich winke ihm zu. Zwei Tage zuvor auf meinem Weg nach Kitgum (in einem Privatfahrzeug) hatten wir hier Frühstückspause gemacht. Schon im nächsten kleinen Ort gibt es einen erneuten Halt, zusammen mit meinen Mitreisenden habe ich ein echt spätes Mittagessen – sie laden mit zu gekochten und „rohen“ Bananen ein und helfen mir das köstliche „Sheanutbutteroil“ von den Händlerinnen zu kaufen. Mittlerweile bin ich schon sehr skeptisch, ob wir das noch nach Gulu schaffen. Alle sind gelassen und das bin ich dann eben auch.
Es ist Viertel nach fünf als es wieder weiter geht. Wir können Gulu noch vor Einbruch der Dunkelheit erreichen, denke ich mir. Doch dann verlangsamt sich die Geschwindigkeit unseres Coasters wieder… keine Chance. Endstation! Alle packen ihre Taschen und machen sich bereit zum Marsch ins nächste Dorf. Ich weiß, dass Atanga näher ist als Gulu und dass ich dort bestimmt wieder willkommen bin. Deshalb halte ich einen anderen Minibus an, der zurück in Richtung Kitgum geht und bitte mich bis Atanga mitzunehmen. Kein Problem, wenn ich stehend mitfahre, und das wiederum ist kein Problem für mich! So verbrachte ich also eine Nacht auf halbem Weg im Pfarrhaus in Atanga. Die Köchin bezog mir rasch das Bett im Gästezimmer, Kartoffeln und Bohnen reichten auch noch für eine Esserin mehr und willkommen ist hier ohnehin jede/r. Wir unterhielten uns blendend – zuerst beim Essen und später unterm Sternenhimmel. Dieser ist um diese Jahreszeit besonders toll und etwas mehr, da es in Atanga noch keinen Strom gibt.

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Am Morgen früh um sieben habe ich den Gottesdienst in der Gemeinde mitgefeiert. Zum Frühstück gab es Chapatti, die ich so liebe. Danach konnte ich sogar mit einem der beiden Gemeindepfarrer nach Gulu zurück fahren.
Wow! Ich hatte also ein echtes Herbergserlebnis – Ankommen, Willkommen sein. Ist es nicht das, worum es im Advent oder bei Weihnachten geht? Auf jeden Fall fühlt es sich heute in Gulu schon wesentlich mehr nach Advent an!

Ich wünsche allen ein gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest!
Mit lieben Grüßen, Beate

Freude – noch ein halbes Jahr Uganda liegt vor mir!

Mittwoch, 25. November 2009

Portrait_BeateAls wir am Sonntag mit Christkönig das Ende des Kirchenjahres erreichten, wurde mir einmal mehr bewusst, dass das Jahr fast um ist. Damit wäre mein Einsatz in Uganda schon fast um. Doch das ist nicht so und es wird Zeit, dass ich Euch und Sie über meine neuen Pläne informiere:
Meine Berichte und meine Bilder lassen erkennen – das glaube ich zumindest-, dass ich mich in Gulu und Uganda wohlfühle. Deshalb werde ich noch ein paar Monate länger bleiben und komme erst Ende Mai wieder nach Deutschland. Die Zeit und meinen Einsatz werde ich ab Januar der Schule der Jesuiten widmen, dem Ocer Campion Jesuit College in Unyama bei Gulu. Seit April bin ich dort schon einmal wöchentlich tätig: ich unterrichte die Arbeiter und Arbeiterinnen, die die Schule bauen in Mathematik. Ich sehe wie die Gebäude Stück für Stück wachsen. Es wäre zu schade die Eröffnung im Februar zu verpassen! Meine Erfahrungen aus fast sieben Jahren Schulnahe Jugendarbeit scheinen mir an dem Ort gerade richtig und auch gefragt.
Im Moment freue ich mich, dass noch ein halbes Jahr Uganda vor mir liegt! Und gewiss freue ich mich auch auf ein Wiedersehen zu Hause. Der Temperaturunterschied wird für mich im Mai auch weniger krass sein als im Januar ;-) Ich hoffe von Lagerfeuerabenden in Uganda nahtlos zu Grillabenden in Deutschland switchen kann. ;-)

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Ein herzliches Dankeschön sende ich Euch und Ihnen, die mich finanziell unterstützen! Danke allen, die mich monatlich unterstützen, danke für Kocheinsatz und Kollekte, danke für Verzicht aufs Geburtstagsgeschenk und danke für jede einmalige Spende! Heute kann ich mitteilen, dass ich etwas Praktisches mit dem Geld anschaffen werde. Im Klassenraum für die Arbeiter/innen von ‘Ocer’ haben wir noch keine richtigen Möbel. Das Heft auf den Knien wird geschrieben oder gerechnet. Ich möchte Tische und Bänke fertigen lassen, damit noch mehr Lernatmosphäre aufkommt. Das Tolle ist nämlich, dass die Männer und Frauen das Unterrichtsangebot wirklich schätzen und lernen wollen. Die meisten haben ihre Schulkarriere irgendwann innerhalb der sieben Grundschuljahre abgebrochen. Das Unterrichten der Erwachsenen macht mir viel Freude. Ich bereite Gruppenarbeiten vor und freue mich, wenn alle Aufgaben verteilt und verstanden sind und Stille im Klassenraum einkehrt und alle eifrig an ihrer Aufgabe schaffen.
Viele Grüße aus Gulu
Beate