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6. Rundbrief aus Piura / Peru

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Hola, buenas dias a todas y todos,

Zeit ist es mal wieder geworden ein wenig zu plaudern.

Von der Weihnachtsstimmung und dem Wintereinbruch aus Deutschland ist hier leider so gut wie gar nichts zu spüren. Ich schwitze bei nicht selten über 30°C dahin und kommen mit dem Trinken nicht mehr nach.

Zu erst war mal wieder eine Baustelle auf dem Programm. Die Regionalregierung hat beschlossen, eine neue Straße zu bauen. Leider direkt durch ein “Wohngebiet”. Eine Siedlung wenn man nicht das Wort “Slum” benutzen mag. Also da wo man unter Wellblech und Bambusstangen lebt und mit Feuer kocht. Quasi genau dort wo es den Regierenden ziemlich egal ist ob jemand sein Haus versetzten muss oder nicht. Die Aufgabe bestand nun darin ein altes aus Lehmziegel gemauertes Haus ab zu tragen, und an anderer Stelle wieder auf zu bauen. Mit Axt und Spaten wurden dann also Stein für Stein aus der Mauer gelöst und dann vom Putz befreit. Äußerst spaßig in der peruanischen Sonne, zu mal es mit der Sicherheit auch nicht so weit her war. Bin echt ganz froh nicht von der Mauer gefallen zu sein. Hatte ein bisschen was vom Ast absägen, auf dem man sitzt.
Der Lichtblick war dann die von den Franken eingeführte Vesperpause um 10. Ich hatte noch eine Dose Preßsack dabei und mit Weggla, Schinken und Bier konnte man sich echt heimisch fühlen.

Das nächste Highlight war ein Auftritt im Radio. Da unsere Organisation ein mal die Woche ein Radioprogramm unterhält, war es mal wieder an der Zeit ein paar Freiwillige ans Mikrofon zu zerren. Ein wenig wieder willig habe ich mich dann doch drauf ein gelassen und eine den sprachlichen Umständen entsprechende Figur ab gegeben. Viel interessanter als die Fragen wie wir uns denn alle so in Peru fühlen und was wir so machen waren die Anrufe von den Zuhörern. Da gab es zu einen ein Mädchen das schon mal vorsichtig vor gehört hat ob es denn nicht möglich sein eine Beziehung mit Freiwilligen an zu fangen. Und zum anderen hat meine peruanische Gastmutter ganz überraschend angerufen. Hat alle Freiwilligen gegrüßt die sie ja nun auch alle kannte und noch mal in aller Öffentlichkeit gefragt wie wir bzw. ich mich mit der peruanischen Gastfreundschaft fühle. Wenn das mal nicht direkt war. Hab mich auf jeden Fall sehr gefreut, dass meine Gastmutter so viel Interesse an dem ganzen Haufen verrückter Freiwilliger hat.

Letztes Wochenende waren wir dann mit der Jugendgruppe “PJ” unseres Programms zum arbeiten in einem ursprünglichen Altenheim, das jetzt als großer Hotelkomplex weiter genutzt wird. Dort wurden quasi die Anwärter die ein Jahr Vorbereitung über sich ergehen haben lassen in diese Gruppe aufgenommen. Das wurde dann fast Sekten ähnlich mit Kerzen in “PJ”-Form auf dem Boden und mit einem Band das die Gruppe symbolisch verbunden hat zelebriert. Jeder neu Aufgenommene wurde von der ganzen Gruppe gegrüßt und durfte sich hinter dem Band einreihen. Auf meinen etwas skeptischen Blick auf das Szenario hat meine Chefin geschmunzelt. Sie hat dann schon zu gegeben, dass das alles vielleicht ein bisschen überzogen gestaltet ist, jedoch stellt für viele dieser jungen Leute diese Gruppe das einzige ist was sie haben. Es wird als Ehre empfunden Mitglied zu sein und die Leute tauchen auch nach einem 10 Stunden Arbeitstag am Abend noch auf um ein Theaterstück ein zu studieren. Ein Mädchen hat wohl alleine mit ihrem Vater gelebt, diesen hat sie eines Tages erhängt in ihrer Hütte gefunden. Die Gruppe hat sie dann über diese schwere Zeit gerettet.
Überhaupt erfährt man erst so nach und nach die Geschichten der Kids. Alle sehen nämlich in Projekt nicht anders als Jugendliche aus Deutschland aus. Wenn man sie jedoch beobachtet, fällt auf das sie trotz ihrer ca. 20 Jahren viele recht kindlich verhalten. Das auch Frauen mit 30 noch Socken mit Blümchen und Kätzchen anziehen. Als wir es jedoch mal darüber mit einer Leiterin hatten, meinte sie nur: “Ihr habt schon recht. Diese Jugendlichen hier sind noch recht kindlich und haben z.B. auch noch nie alleine gewohnt. Jedoch was sie schon in ihrer Kindheit mit machen mussten wäre für Europäer wahrscheinlich zu viel.” Einer meiner Küchenjungs hat mit 8 Jahren auf dem Friedhof das arbeiten angefangen und die Gräber für ein paar Cent sauber gemacht. Mit 10 hat er dann Brot auf der Straße verkauft und mit 19 Jahren bin ich mit ihm das erste mal in seinem Leben Fahrstuhl gefahren.
Eine andere Aussage die keine Seltenheit in den ärmeren Vierteln ist: “Eine hübsche Tochter ist das schlimmste was passieren kann.”
Die Liste ist lang, Vergewaltigung, Zwangsprostitution oder vom Vater gezwungen werden mit dem eigenen Bruder zu schlafen, damit der sexuelle Erfahrungen sammelt. Gerade die häusliche sexuelle Gewalt ist ein großes Thema bei uns im Projekt. Dort wo quasi rechtsfreier Raum herrscht und keine Institution vordringen kann. Allein bei uns haben wir eine Gruppe von 18 Müttern die selber alle zwischen 13 und 17 Jahren alt sind. Und das waren nicht alles nur “Unfälle” die mit rechtzeitigem Aufklärungsunterricht hätten verhindert werden können.

Nun aber zu einem weit aus erfreulicheren Thema. Letzte Woche hat der erste super Supermarkt von insgesamt 4 neuen völlig überdimensionierten Shoppingcentern und Märkten eröffnet. Dort gibt es nun von der Taucherbrille über den Fernseher bis zur Trockenhefe alles was das Herz begeht. Sogar Erdinger Weißbier. Ganz nach amerikanischen Vorbild. So in etwa stelle ich mir das nach der Wende bei uns vor. Wie auf einmal aus den grauen Kaufhallen bunte Ladenparadiese wurden. Alles ist verfügbar. Dafür haben sich die Leute am ersten Tag auch in eine vierstündige Schlange eingereiht um am neuen Konsum teil zu haben. Da stört es auch nicht eine kleine Flasche Cola für ca. 40 Cent mit der Kreditkarte zu bezahlen.
Als ich mir das Monster einige Tage später selber angeschaut habe ist mir fast schlecht geworden. Lange wird es nicht dauern bis diese Geschäfte den kompletten Markt in der Stadt kaputt gemacht haben. Vor bei ist es dann mit dem Plastiktüten-Fachgeschäften, mit den Läden wo man nur Geschenkbänder kaufen kann, mit den Shops wo es nur Tortenfiguren gibt, der Schuhsohlenladen, der Besenfachhändler, die Mehlfrau, die Plastikdosenspezalissten, das Schlauchgeschäft und nicht zu vergessen die Nähläden in denen man aus gefühlten 5000 verschiedenen Knöpfen und Garnen genau den richtigen Knopf einzeln kaufen kann.
Nein, den Leuten wird nun gesagt die Kartoffeln die es fertig im 2,5 kg Plastiknetz gibt sind besser als die vom Kartoffelfachhändler am Markt. Alles zerkocht zum Einheitsbrei und vernichtet so die Existenz der vielen kleinen Einzelhändler.

Ich verabschiede mich nun auch mit dieser Mail in meine Sommerurlaub den ich mit meiner Freundin in Chile verbringen werde. Danach habe ich mein Zwischenseminar im Norden von Argentinien und werde wohl so ab dem 10.2. wieder hier in Piura sein. Bis dahin bin ich ein bisschen schlechter zu erreichen, werde jedoch immer mal wieder in die eMails rein schauen.
Allen ein gesegnetes Fest und einen guten Rutsch in neue Jahr. Vielen Dank für die bisherigen Spenden und die Unterstützung die es bisher wirklich nicht zu knapp gab. Vielen vielen Dank dafür.

Euer Kilian

Mein diesjähriges Weihnachtsgeschenk ist ein Lied das mir hier schon einige Male über den Weg gelaufen ist und ein wenig die Stimmung ausdrückt die ich im Hinblick auf die oben genannten Dinge fühle.

León Gieco - Cinco Siglos Igual

Soledad sobre ruinas                    Einsamkeit über den Ruinen
Sangre en el trigo                          Blut im Getreide
Rojo y amarillo                              Rot und Gelb
Manantial del veneno                  Quelle des Gifts
Escudos, heridas                           Schilde, Wunden
Cinco siglos igual                          fünf Jahrhunderte das gleiche

Libertad sin galope,                     Freiheit ohne Galopp
banderas rotas                             zerstörte Flaggen
soberbia y mentiras,                    Hochmut und Lügen
medallas de oro y plata             Medaillen aus Gold und Silber
contra esperanza,                        gegen die Hoffnung
cinco siglos igual                         fünf Jahrhunderte das gleiche

En esta parte de la tierra            in diesem Teil der Welt
La historia se cayo                       stürzt die Geschichte
Como se caen las piedras           wie sie auch die Steine werfen
Aun las que tocan el cielo           sie berühren sogar den Himmel
O estan cerca del sol                    oder ist es nahe der Sonne
O estan cerca del sol                    oder ist es nahe der Sonne

Desamor, desencuentro              Abneigung, Entfreimdung
Perdon y olvido                           Entschuldigung und Vergessen
Cuerpo con mineral                    Leib aus Erz
Pueblos trabajadores                 Dörfer der Arbeiter
Infancias pobres                          Kinderarmut
Cinco siglos igual                         fünf Jahrhunderte das gleiche

Lealtad sobre tumbas                 Loyalität bis zum Grab
Piedra sagrada                             Heiliger Stein
Dios no alcanzo a llorar              Gott bedauert nicht die Tränen
Sueno largo del mar                    Schlaf weit wie das Meer
Hijos de nadie                              Söhne von niemandem
Cinco siglos igual                         fünf Jahrhunderte das gleiche

Muerte contra la vida                Tod Gegenteil des Lebens
Gloria de un pueblo                    Ruhm eines Dorfes
Desaparecido                               verschollen
Es comienzo, es final                   es ist der Anfang, es ist das Ende
Leyenda perdidad                        Legenden vergehen
Cinco siglos igual                        fünf Jahrhunderte das gleiche

En esta parte de la tierra            in diesem Teil der Welt
La historia se cayo                       stürzt die Geschichte
Como se caen las piedras           wie sie auch die Steine werfen
Aun las que tocan el cielo          sie berühren sogar den Himmel
O estan cerca del sol                   oder ist es nahe der Sonne
O estan cerca del sol                   oder ist es nahe der Sonne

Es tiniebla con flores                    Es herrscht Finsternis mit Blumen
Revoluciones                                 Revolutionen
Y aunque muchos no estan         wenn gleich es viele nicht gibt
Nunca nadie penso                       nie hat jemand gedacht
En besarte los pies                        dir die Füße zu küssen
Cinco siglos igual                           fünf Jahrhunderte das gleiche

Meine freie Übersetzung lässt natürlich Platz für Interpretation.

Eine kleine Geschichte vom ersten Eindruck und der Wahrheit dahinter

Sonntag, 19. September 2010

Sobald man in ein fremdes Land kommt, neue Leute kennenlernt und in einem Projekt mit sozialen Randgruppen arbeitet, gibt es  immer wieder eine Vielzahl von Eindrücken, die einem im Alltag begegnen und die doch nicht immer so scheinen, wie man sie anfangs sehen möchte. Davon möchte ich diesmal erzählen.

Neben dem normalen schulischen Alltag in Manitos trabajando gibt es auch immer wieder Zusatzveranstaltungen an Sonntagen und Nachmittagen, die den Jugendlichen des Projektes helfen sollen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. So fragte meine Chefin Gaby mich eines Tages, ob ich nicht Lust hätte, an so einem desarollo personal teilzunehmen. Natürlich war ich dem nicht abgeneigt.

NAchdem sich die Jugendlichen trafen, um ein Theaterstück über Familienkonflikte anzuschauen, teilten sie sich in Gruppen auf. Mehr aus Zufall geriet ich in die Gruppe der jungen Mütter, manche nicht älter als vierzehn Jahre. Dort sprachen wir dann über ihre Rolle in der Familie und was ihnen wichtig ist, für die Zukunft ihres Kindes und dem Zusammenleben. Dabei überraschte mich das Alter der Mädchen und gleichzeitig diese Vielzahl der jungen Mütter.

Nachdenklich kehre ich am Abend in meine Gastfamile zurück und fragte die Vermieterin, woran es liege, dass es hier so viele jugendliche Mütter gäbe. Konservativ, wie sie war, begann sie vom Verfall der Sitten zu reden und erklärte mir, dass die Aufklärung hier unzureichend sei. Man zeige in den Schulen Videos über Aufklärung und danach seien die Kinder nur neugierig geworden und wollten es gleich ausprobieren. Ich wusste nicht, was ich von dieser Meinung halten sollte und inwiefern sie der subjektiven Meinung der Frau enstrpach.

So vergingen ein paar Tage, bis ich wieder einmal zum Abendessen mit den anderen Freiwilligen bei meiner Chefin Gaby eingeladen war. Dort begannen wir auch über einige persönliche Schicksale der Mädchen zu reden. Und meine Meinung über schlechte schulische Aufklärungsarbeit sollte sich gewaltig ändern. Gaby erklärte mir, dass die Mädchen vielmehr Opfer der Armut waren. “Ich gebar eine Tochter und mein größtes Unglück war, dass sie schön war”, lauteten die Worte eine Mutter, die in den RAndvierteln Piuras wohnte. Denn dort war und ist Zwangsprostitution immer noch ein großes Thema. Wenn das Geld fehlte, um die Familie zu ernähren, mussten alle Maßnahmen in Betracht gezogen werden, auch wenn die eigene Tochter drunter leiden musste. Teilweise waren die Mädchen aber auch Opfer einer Entführung. Ein Mädchen verschwand über zwei Jahre. Gaby und ihre Mutter suchten sie in allen zwilichtigen Gegenden der Region, bis sie wieder in Piura auftauchte. Schwanger mit sechzehn Jahren.

Diese Geschichte hat mich sehr bewegt und spiegelt besonders gut den Unterschied zwischen der armen Bevölkerung und dem Denken der Reichen und Wohlhabenden der Gegend wieder. So ist Peru, auch wenn es kein Entwicklungsland mehr ist, dennoch ein Land mit vielen Problemen.

Viele Grüße aus Piura sendet euch,

Eure Anne

PS: Das nächste Mal gibt es dann wahrscheinlich wieder einen Alltagsbericht, schliesslich werde ich diese Woche anfangen, noch bei anderen Teilen von Manitos mitzuarbeiten.

Grüße aus Piura, Peru

Donnerstag, 02. September 2010

Die Fahrt nach Piura mit dem Bus verlief reibungslos wenn auch mit 21 Stunden ein wenig anstrengend. Wer mich  besuchen möchte der fliegt vielleicht besser gleich nach Piura. Der Reiz der Landschaft nimmt nämlich nach der Grenze rapide ab und man fährt in die Wüste.

Zu Piura ist zu sagen: eine Stadt die man in einer Stunde einmal zu Fuß durchqueren kann, es nix touristisches zu sehen gibt und von Früh und Abend mal abgesehen immer die Sonne scheint. Im Moment ist “Frühling” und wir haben mollige 26 – 28°.

Meine Familie “Cruz” besteht aus Gastbruder mit 28 Jahren, Gastmutter mit 63 Jahren und der Großmutter mit 86 Jahren. Zum Abend kommt auch immer noch der Opa zum Essen vorbei. Nicht zu vergessen ist der sehr lebhafte Hund, eine scheue Katze und eine alte Schildkröte die ihre Zeit in einer Waschwanne ab fristen muss. Wohnen tue ich in einem eigenen ca.

8 Quadratmeter großen Zimmer mit Bett und Kommode. Aus dem Fenster schaue ich auf den Gang und dann auf die Hauswand vom nächsten Haus. An dieser Stelle sehr hervor zu heben ist die peruanische Küche die im Gegensatz zu Ecuador wirklich viel zu bieten hat. Tolle Soßen, viel Reis und super tollen Fisch der hier ganz viel in der Region gefischt wird.

An dieser Stelle auch zu erwähnen das Piura ein wenig mit Vorsicht zu genießen ist da immer wieder Leute überfallen werden und alle ihre Sachen abgeben müssen. Da gewöhnt man sich aber schnell dann einfach nix ein zu stecken, keine Uhr und keinen Schmuck zu tragen und meistens auch keine Kamera mit zu nehmen.

Busse gibt es hier zwar aber wesentlich häufiger wählt man die Mototaxis. Eine Art Rickscha mit dem Motorrad vorne dran. Kann aber auch mal vorkommen das ein privat Motorrad vor einem anhält und einen ein wenig günstiger wo hin fährt.

Bekanntschaft durfte ich dann auch schon mit den hiesigen Erdbeben machen. Eins mit ca. Stärke 5 empfing mich am zweiten Morgen hier, laut der Aussage der Leute hier ist es aber eher die Seltenheit und es war schon eins der stärkeren. Hat aber wirklich nicht heftig vibriert, ich lag grad im Bett.

Das Projekt in dem ich nun Arbeite gliedert sich in zwei Hauptsparten:

“Manitos Creciendo” und “Manitos Trabajando”. Ersteres kümmert sich um Jugendliche die schon auf dem Markt oder sonst wo arbeiten und am Abend für vier Stunden eine Ausbildung machen. Dort kann dann Schneider, Frisör, Koch und Mechaniker erlernt werden.

Manitos Trabajando kümmert sich um Kinder die noch zur Schule gehen aber Zuhause nicht die nötige Unterstützung bekommen. Dort gibt es Frühstück, Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, Sportunterricht und für jeden eine Dusche da die Kinder meistens kein Wasser Zuhause haben.

Ausgelagert in den die Stadt umschließenden ärmeren Vierteln groß teils ohne Wasser und Licht gibt es 3 so genannte “Ludothekas” Spielotheken.

Dort in mitten vom “Slum” (ist vielleicht ein zu hartes Wort) steht dann also ein Raum mit Spielzeug, Malstiften und Bällen wo zwei Mal in der Woche Freiwillige hinkommen und mit den Kinder spielen und Hausaufgaben machen.

Aber auch die schon fertigen “Azubis” kommen zurück um noch mit zu helfen. Da gibt es dann eine Theatergrupper die Stücke mit verschiedenen lehrreichen Inhalten aufführt, oder Gruppen die mit Kleineren Aufklärungsunterricht macht.

Nach dem ersten Tag zum Ausruhen ging es zwei Tage nur darum sich alles mal an zu schauen. In der Kochklasse gabs als Willkommenstrunk gleich mal das nicht eben schwache Nationalgetränk: Pisco Sour. Jeder meint er kennt die richtigen Mischungsverhältnisse was zu folge hat da man es keinem recht machen kann. Hier das Schulbuchrezept: (2 Teile Pisco (Traubenschnaps), 1 Teil Eiweiß, 1 Teil Limettensaft, 1 Teil Zuckersirup und ein wenig Eis. Alles in der Mixer und am Schluss den Eischaum mit Zimt bestreuen.) Dann sind wir dann zum Beispiel auch mal über den recht großen Markt gelaufen um die ganzen Früchte der letzten Jahre zusehen. Ganz viele haben nach ihrer Ausbildung eine Arbeit gefunden und grüßten uns aus allen Ecken. Auch einen Einheit in der Ludotheka war dabei wo es dann so richtig ans spielen ging. Vor allem den kleinen Wilson hab ich sofort ins Herz geschlossen. Er ist noch ein bisschen zu klein um bei allem mit zu machen und auch recht schüchtern. Wirklich traurig mit anzusehen sind die häufig schlechten Zähne der Kids die auf Grund von fehlenden Bädern vernachlässigt werden. Auch der Nachhilfeunterricht ist nicht immer gerade einfach. Ein Junge aus den ersten Klassen hatte einfache Summenaufgaben bis 20 zu machen. Für seine Freunde aus der Klasse waren die auch echt kein Problem. Bei ihm hat es aber so gar nicht hin gehauen. Irgendwann hab ich ihn dann die Zahlen einfach nach einander aufschreiben lassen was auch nicht geklappt hat bis ich so langsam dahinter gestiegen bin, dass er nicht bis 5 zählen konnte. Dann folgte für mich eine äußerst frustige Stunde im Zählen bis 5 und einer Hand.

Was macht man wenn der Schüler nach der 50sten Wiederholung immer noch die 2 vergisst?

Das Wochenende war dann gefüllt mit einer wirklich schönen Taufe einer Tochter einer Mitarbeiterin der Projekts die im Freien im Sonnenuntergang nur mit einem Tisch und einer Tonschale stattfand.

Anschließend gings  ganz südamerikanisch feucht fröhlich wie in der Disco weiter. Mit der wirklich tollen Gruppe von vielleicht 12 – 15 Freiwilligen aus ganz Piura (ein großer Teil auch vom Deutschen Entwicklung Dienst) gings anschießend wirklich noch zum Tanzen.

Am Montag hab ich dann meinen ersten Arbeitsplan für die erste Woche bekomme. Frühs ab in die Küche und abends zu den Mechanikern. Mit der Küche ist aber nicht die Kochschule gemeint sondern die Küche wo für ca.

120 Schulkinder gekocht wird. Da kommen dann auch gleich ganz andere Sachen auf den Tisch. 90% Reis und Bohnen und ein klein wenig Tunfischsalat oder eine andere Beilage. Überhaupt das ganze kochen hier ist auf “Jeder Tropfen ist kostbar” ausgerichtet. Geleitet wird das Ganze von zwei wirklich herzlichen älteren Damen und von immer je nach Schulzeit wechselnden Kochschülern aus dem Projekt denen ich mich dann angeschlossen habe. Da man fürs Reiskochen aber bekanntlich keine 5 Leute braucht ist immer mal Leerlauf angesagt und es kann zu so tollen Beschäftigungen wie Reiskornzählen über gegangen werde. Man nehme sich einen 50 kg Sack Reis vom Markt und sortiere da dann 2 Stunden lang die schlechten Körner und die kleinen Ameisen aus. Tja, nicht so einfach wie in Deutschland das man den perfekt gewaschenen und einwandfreien Reis kaufen kann. Wusste ich vorher aber auch nicht, dass man den aussortieren muss.

Ein wenig spannender wird’s da dann schon am Abend bei den Mechanikern.

Hier werden 15 Jugendliche zwischen 16 und 19 ausgebildet die so wie ich das mitbekommen hab alle einen Gewalthintergrund haben und hier ihre zweite Chance bekommen. Die Ausbildung umfasst ein Jahr Abendschule und vormittags Praxis in Betrieben die Motorräder und Mototaxis reparieren.

Meine Chefin hier, eine super nette Powerfrau, hat sich riesig gefreut, da ich seit den 10 Jahren in denen es das Projekt wohl gibt der erste Freiwillige bin der zu den Mechanikern geht.

Alle super gut drauf und ein wenig mehr an mir als an der Arbeit interessiert. Da gabs dann auch gleich die erste Fragestunde was es denn so für Namen in Deutschland gibt, was da ein Auto kostet oder wie das mit der Sicherheit aussieht. Ganz lustig fand ich die Erklärung vom Lehrer als sie nicht verstanden haben was ich damit meine , dass es bei uns eigentlich keine Überfälle gibt und das man auch noch um 3 von der Disco nach Hause laufen kann. Die Erklärung vom Lehrer war dann: Wenn man da mit dem Fahrrad zum Bahnhof hin radelt und nach einer Woche mit dem Zug wieder kommt, dann steht das Fahrrad immer noch da. Das hat dann für ein großes Staunen gereicht. Die 4 Stunden Unterricht am Abend sind aber so wie so nicht wie bei uns immer dem Motorrad gewidmet. Gestern war eine einstündige Einheit über das Familienleben mit eingebunden. Da gab es  dann eine Geschichte über zwei streitende Brüder und Fragen wie: Wann hast du das letzte Mal deine Mutter gedrückt und ihr gesagt das du sie lieb hast? Und das in der Klasse von 16 – 19 Jährigen. Hier sieht man aber den ganzen Ansatz des Programms sehr gut. Jeder Jugendliche spricht einmal in der Woche mit einer Psychologin über seine Probleme. Fass diese das Leben zu Hause betreffen werden auch die Eltern hin zu gezogen. So kann sicher gestellt werden das die Eltern die Kinder auch weiter in den Unterricht gehen lassen und die Kids nicht mit psychischen Geschichten zusätzlich belastet sind.

Momentan schau ich da nur zu und versuche mal wieder mein großes Loch in den spanischen Motorradvokabeln zu stopfen. Ein Mechaniker der nicht mal weiß was Getriebe heißt, schon lustig.

Wirklich reizen tun mich aber die 6 Maschinen die da im Dornröschenschlaf vor sich hin rotten. 4 Drehmaschinen, eine Fräse und auch eine Säge. Eigentlich alles da um ein bisschen Schlosserausbildung mit dran zu hängen. Ich hab jetzt schon mal den Stein ins Rollen gebracht das ich vielleicht in den nächsten Wochen die ganzen Dinger wieder flott machen kann und es dann für die schon fertigen Jahrgänge einen Zusatzkurs geben wird. Das wäre natürlich richtig super weil ich dann was Sinnvolles zu tun hätte und auch viel von meinem Fachwissen weiter geben könnte. Auch der wohl ziemlich stiefmütterlich betriebene “Schweißkurs” könnte noch ausgebaut werden. Mal sehen, das Problem hier in Peru sind die langsamen Mühlen. Nach dem Ausbilder selber der dahinter stehen würde musste der Direktor des Programms gefragt werden.

Auch der fands gut, aber auch der muss wieder irgendeine Frau in der Administration um Erlaubnis fragen. Zeit hab ich ja nun ein wenig.

So viel also von meinen ersten zwei Wochen hier. Vielen Dank für die lieben Emails die ich bisher immer zurück bekommen hab. Falls es noch Frage gibt dann meldet euch, ich freu mich immer über Berichte aus der Heimat.

Kilian

Meine Adressen:

Kilian Lenz con Familia Cruz

C/ Amazonas N° 602 Castilla – Piura . Perú

Telefono: (073) 341779

oder vom Projekt:

Voluntario Kilian Lenz

Huancavelica 1134, Piura-Perú

Telefono: (073) 308400

Telefon aus Deutschland müsste dann sein: (0051) (073) 341779 vielleicht die Null von 073 weglassen!

*Der obligatorische Webeblock zum Schluss: *

Ich leiste meinen Zivildienst (Anderer Dienst im Ausland) von Juli 2010

bis August 2011 in Peru ab. Ich werde in der Stadt Piura

(320.000 Einwohner) ganz im Norden und in Küstennähe bei einer

Gastfamilien wohnen. Das Projekt in dem ich helfen werde

kümmert sich im weitesten Sinne im Kinder und Jugendliche. Von der

Hausaufgabenbetreuung über gemeinsame Ausflüge mit

den Kids bis zu einem ganzen Ausbildungsprogramm. Dort kann Frisör,

Koch, Schneider und Mechaniker gelernt werden.

Da ich bei einer gemeinnützigen Organisation helfen werde die sich

selber nur durch Spenden finanziert muss ein wenig Geld

für meinen Aufenthalt gesammelt werden. Das heißt im Klartext das ich

mit Versicherung, Haftpflicht und Taschengeld im Monat

ca. 130€ koste. Diese Kosten versuche ich also im Laufe des Jahres am

Spenden zusammen zu bekommen. Hierfür gibt es ein

eigens für mich eingerichtetes Spendenkonto bei dem man auch eine

Spendenquittung erhält wenn man bei der Überweisung

seine Adresse angibt. Falls das Spendenaufkommen den oben genannten

Betrag übersteigen sollte werde ich am Schluss des

Jahres zusammen mit Gabi, meiner peruanischen Chefin, entscheiden wo

dieses Geld möglichst sinnvoll im Projekt angelegt

werden kann.

Kontoinhaber:Jesuitenmission Nürnberg

Spendenkonto 5 115 582

Liga Bank, BLZ 750 903 00

Verwendungszweck: X38109 Kilian Lenz Peru

Für künftige Spenden meinen aller herzlichsten Dank.

Der Wahnsinn begann mit einem Obstsalat…

Montag, 30. August 2010

Dennoch soll dies hier keine kulinarische Ausführung werden. Schließlich schien es auch für mich unglaublich, dass ein Obstsalat schwere Folgen nach sich ziehen konnte. Zumindest beschränkte er sich darauf, mich nur vier Tage lang mit Bauchschmerzen ans Bett zu fesseln und mir so zu ermöglichen, mein kleines Zimmerchen besser kennen zu lernen. 10m2 und stahlgraue, leere Wände konnten durchaus eine beruhigende Wirkung entfalten. Doch dann ging es wieder aufwärts. Ich erhob mich aus den schier endlosen Tagen meiner Lethargie, um zu neuen Taten aufzubrechen.

Wie jeden Tag begann es mit einem halbstündigen Morgenspaziergang durch die wunderbar motorisierte Innenstadt Piuras. Wenn man gerade nicht drohte, überfahren zu werden, war es dennoch möglich, denn unzähligen Marktständen seine Aufmerksamkeit zu schenken. Dabei reichte das Repertoire von tropischen Früchten über mechanischen Ersatzteilen bis zu Hühnerfüssen, die hier mit Freude als Suppeninhalt auslutscht  werden.  Aber auch Stände mit Affen, Gänsen und Nackthunden verströmen manchmal hier ihr bezauberndes Odeur und laden dennoch nicht weiter dazu ein, etwas zu verweilen.

Schließlich bei Manitos angekommen beginnt der Wahnsinn des Alltags. Der Abwechslung Willen gibt es verschiedene Stundenpläne  für die Wochentage, die weitere aufregende Ergänzungen nicht verwehren: Sei es eine Geburtstagsfeier, ein Sportfest mit anderen Schulen oder wieder einmal die suzidefährdeten Zwilline davon abzuhalten, sich von einer morschen Holzleiter zu stürzen. Sind diese Ereignisse bewältigt, kann es weitergehen mit den alltäglicheren Aufgaben. Ich lernte, dass man hier zum Volleyball geboren wird, man auch beim fünften Male nicht bereifen kann, dass neun minus eins acht sind und das Cajonunterricht bei Grundschulkindern doch einen bagestumpften Gehörsinn und eine große Portion Geduld erfordert. Dafür konnte das Fach der Karten und Pralinenproduktion auch schon einmal den Tag versüßen. Dabei können die Kinder sich mit dem Verkauf sogar noch ein Zubrot verdienen.

Ist der Nachmittag vorbei, ging es dann manchmal noch in die Ludothekas in den Armenviertel Piuras, wo es weder Strom noch Wasser gibt. Dennoch konnte man den Kindern mit Bewegungsspielen, Malsachen und Hilfe bei den Hausaufgaben immer wieder eine Freude machen. Eine andere Variante des Nachmittags war aber auch der Besuch der Peluqueria, wo ich den Mädchen, die hier eine Friseurinnenausbildung absolvieren, ab und an als Modell zur Verfügung stand.

Abends dann traf man sich gelegentlich mit anderen Freiwilligen, ging aus, genoss die immer wieder kehrenden Leichen  Salsarhytmen. Oder man beliebte, die Gastfamilie über Bräuche, Sitten, Gesellschaft und Politik Perus auszufragen, um dann schließlich erschöpft  ins Bett zu fallen.

Liebe Grüße sendet  euch,

Eure Anne

PS: Falls ihr mal Lust haben solltet, mir einen Brief zu schicken, meine Adresse ist Las Carolinas 181, Miraflores, Piura, Peru =)

Reise in den Regenwald

Dienstag, 20. Oktober 2009

Imagen Sophia L. 360_kleinHallo ihr Lieben,

heute gibts mal einen Bericht ueber meine Reise in den Regenwald. War von letzter Woche Mittwoch Abend bis Dienstag Frueh mit den anderen 5 Freiwilligen (4 Spanierinnen und mein deutscher Gastbruder) in Jaén und Nieva. Haben spott guenstig in Jesuitenherbergen geschlafen und waren Ewigkeiten unterwegs. Doch die Reise hat sich wirklich gelohnt. In Deutschland hoert sich der Slogan “Rettet den Regenwald” abgedroschen an, doch nach meinen Eindruecken kann ich das nur zu 100% unterstueten. So schoene Natur darf einfach nicht aussterben!
Bevor ich jedoch mit dem Erzaehlen beginne, wie immer die Kurzinfos:

Wie IMMER bin ich krank, muss jetzt auch 3 Tage wieder mal Antibiotika nehmen, weil sich Schnupfen und Husten ausgebreitet haben und jetzt auch noch ne Ohrenentzuendung dazugekommen ist. Seelisch gehts mir dafuer um so besser. Die Arbeit mit den Kindern ist genial. Auch wenn man ab und zu an seine Vorstellungsgrenzen stoesst, wie schrecklich die Vergangenheit der Kindern hier war, freut man sich, wenn man sie gluecklich machen kann und ihnen Geborgenheit vermitteln kann. Ich mach mir schon jetzt Gedanken, wie ich den Abschied wohl ueberstehen soll.

Imagen Sophia L. 258_kleinSo nun zur Reise. Ich versuche mich kurzzuhalten und die Bilder, die ich mitschicke, sprechen zu lassen.
Jaén ist eine Kleinstadt (aehnelt etwas Wuerzburg in der peruanischen Ausgabe) in den Auslaeufen der Anden. Haben dort eine Querfeldein-tour gemacht und durften so Reisfelder und eine Reisfabrik besichtigen. Hier wird unheimlich viel Reis gegessen. Ein Essen ohne Reis ist kein richtiges Essen, sagt man. Mit einem bekannten Jesuitenpater waren wir auch in einer Kaffeefabrik der Caritas und in einer Radiostation.
Am naechsten Tag ging es dann nach Nieva, einer Dorf-stadt gelegen an 2 Fluessen, die den Amazonas mitbilden.  Sind mit Taxis 10 Stunden durch den Dschungel gefahren. Die erste Stunde war die Strasse noch geteert, danach wars Schotterweg oder quasi gar kein Weg. In einem Abschnitt von 5 Stunden, gabs 17 Bruecken. 3 von 17 waren geteert, der Rest Bleche oder Holzlatten. Um das Klischee aufrecht zu erhalten. Unser Taxi hatte ein Einschussloch in der Frontscheibe, da der Taxist vor 4 Monaten einem Ueberfall ausweichen wollte.
Wenn wir durch Baeche und Fluesse gefahren sind, hab ich jedesmal noch eine Fussdusche bekommen, da das Auto Imagen Sophia L. 292_kleinnicht ganz wasserdicht war oder wie austeigen mussten, weil der Regen den Boden so vermatscht hat, dass ein halbes Dorf das Taxi den Berg hochschieben musste. In Nieva sind wir heil und dank des Klimas durchgeschwitzt angekommen. Zufaelliger Weise sind wir uebrigens auch genau an dem Ort des Erdoelkonflikts vorbeigefahren. Haben die Kreuze fuer die verstorbenen Polizisten gesehen und ich konnte heimlich aus dem Auto raus einen Oeltank fotographieren (alles mit Militaer bewacht). Apropo Militaer, das hat hier einen sehr speziellen Rang. Am Hauptplatz von Nieva beispielsweise ist direkt ein Militaerlager und so stehen neben fussballspielenden Kindern, Haendlern, Mototaxis, stillenden Muettern und uns, bewaffnete Soldaten, die jeden Augenblick losschiessen koennten. “Leider” passiert doch aber in einem kleinen Doerfchen an 2 Fluessen mitten im Regenwald nicht allzu viel spannendes und so kann man es doch fast verstehen, dass die Soldaten und die Polizei “dankbar” sind, wenn sich mal eine Gelegenheit zum Waffengebrauch bietet. Geld regiert die Welt, Korruption fuellt die Taschen des Staates (dort wo es nicht gebraucht wird) und Inogene haben dann halt leider mal kein Mitspracherecht.

Imagen Sophia L. 327_kleinDoch ansonsten ist Nieva wirklich idyllisch und schoen gelegen. Sind auch auf Pece-peces (Gondel aehnlich) den Fluss entlang zu einem sehr natuerlich angelegten Tier- und Pflanzenpark gefahren und konnten dort Freundschaft mit einem zutraulichen Tapir machen. Die Bewohner von Nieva kennen uns jetzt auch fast alle, da wir bei der Wahl der Virgin des Jahres 2009 dabeiwaren und als Gringos und Touristen per Mikrofon vorgestellt wurden. Die Leute in Nieva leben also um Vorurteile auszuschalten sehr normal. Tragen Kleidung wie wir und gehen auch zur Schule. Ein Unterschied der allerdings vorhanden ist, ist, dass dort alles einen bestimmten Geruch hat (auch die Menschen) und zwar den Geruch des Regenwaldes, wie ich glaube. Der Geruch erinnert mich an suesses Lagerfeuer, morsches Holz und Waschpulver. Aber genau beschreiben kann man den nicht. Fuer mich war es jedoch kein angenehmer Geruch, aber da ich den ganzen Urlaub ueber nicht schmecken konnte, hat mich das nicht gestoert.
Zum Schluss ein kleines Schmankerl: Waehrend wir am Hauptplatz auf Jonathan gewartet haben, kamen zwei Frauen mit Plastikbeuteln zu uns und wollten uns Suris verkaufen. Suris sind weisse, fette Maden mit schwarz-roten Koepfen, die die Leute im Dschungel bei lebendigen Leib essen. Waehrend man reinbeisst tritt ekliger Saft aus dem Koerper, der dann mit Erde an den Mundwinkeln des Verzehrers klebt. 5 fuer einen Sol war das Angebot, das wir dankend abgelehnt haben. Laut den 2 Frauen sollen Suris aber sehr lecker sein!

Nun schaut euch die Fotos an… die schildern die Reise nochmal in einem andern Licht!
Euch alles Liebe, einen schoenen Winter (nachdem der Herbst ja nur eine Woche gedauert hat?!) und fuer alle Erstis einen guten Studienstart!!!

Eure SophiaImagen 3 Sophia L. 94_klein