Im November bin ich nach Iguazu gereist. Meine hohen Erwartungen an die Wasserfälle wurden nicht enttäuscht. Ein gewaltige, beeindruckendes Erlebnis.
Auf dem Rückweg habe ich noch ein paar erholsame Tage in San Pellegrino, ein kleines Dorf ohne Bank, Supermarkt und Restaurant, verbracht, Außer ein paar Lodges, wenigen Touristen, vielen Tiere, viel Wasser und unendlich viel Ruhe, gibt es dort gar nichts.
Gut erholt, wollte ich dann in meinem Einsatzort meine Ideen in Angriff nehmen.
Saubere Campo
Zunächst ein Eigenversuch. Auf meinen Weg in den Campo und zurück sammelte ich Plastikflaschen.
in 30 Minuten gesammelt
In einer halben Stunde hatte ich zwei große Tüten vollgestopft und bekam dafür 7 Pesos. Eine Putzfrau verdient in einer Stunde 10 Pesos. Es war schon ein etwas komisches Gefühl mich mit meinen Säcken auf den Recyclinghof zu wagen. Aber die Arbeiter waren total nett. Ich musste nicht einmal anstehen. Als „Kleinstverkäufer“ wird man sofort abgefertigt.
Mit dem Wissen, dass es sich lohnt Flaschen zu sammeln, verteilte ich dann Handzettel:
„ Das Geld liegt auf der Straße – 1 Kilo Plastik 1,50 Pesos – Aktion sauberer Campo“ und dann noch, weil die Kinder hier sehr wichtig sind „Denkt an eure Kinder – Plastik zu verbrennen ist giftig“. Ich hatte auch einen Treffpunkt und zwei Zeiten angeboten. Keiner kam. Ich hatte es schon vermutet. Also weiter Vorbild sein und im Campo immer mit Säcken für die Flaschen unterwegs. Zunächst wurde ich darauf hingewiesen: „Da liegt noch eine Flasche1“ und auch schon mal gefragt, warum ich das mache. Dann fingen die Kinder an, mir zu helfen.
Jetzt treffe ich mich regelmäßig mit zwei Jungen (7 und 10 Jahre alt) und wir sammeln gemeinsam.
Ale (7) Juan (6)
Karton und Plastikflaschen für 27 Pesos
Die Jungen wollen alles mitnehmen, auch Glas und Karton. Gegen Glas habe ich mich gewehrt, weil ich das meiste tragen muss und das zu schwer wird. Ich versuche jetzt eine Karre zu kaufen, die im Campo in der Station der Caritas stehen kann und auch ausgeliehen werden kann.
Wenn wir in den Straßen Flaschen aufheben, rufen und oft Leute heran und geben und ihre gesammelten Flaschen. Den Cartoneros wird die Arbeit zum Teil auch erleichtert, weil viele Haushalte ihren Müll trennen und Plastik im extra Beutel an die Mülleimer hängen. Es trotzdem unglaublich dreckig.
Wenn ich täglich mit einer Karre ca, 4 Stunden Müll sammeln würde, könnte ich davon einigermaßen leben. Da verwundert es nicht, dass bei einigen Kartoneros neben der Pferdekarre noch ein Auto parkt.
Ein Nachmittag für Frauen
Mit den Frauen etwas zusammen zu machen gestaltet sich schwierig. Mein erster Anlauf scheiterte kläglich. Ich hatte Plakate gemalt und Villy, eine Señora, die viele Frauen im Campo besucht, gebeten Werbung für mein Projekt zu machen. Meine Plakate wurden am Tag des ersten Treffens ausgehängt. Es kam lediglich Julia, die ich angesprochen hatte, um mit mir zu malen.
Einen neuen Versuch startete ich mit Hermana Casimira. Diesmal gingen wir gemeinsam mit kleinen Handzetteln von Hütte zu Hütte. Die Frauen zeigten sich interessiert, erwähnten aber, dass sie wenig Zeit hätten.
Zum ersten Treffen erschienen zwei Frauen. Mit zwei Hermanas Azul, Villy, und mir, waren wir etwas überbesetzt. Noch kurzer Zeit wimmelte es von kleinen Kindern, die jetzt regelmäßig kommen.















