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Wo bin ich?

Freitag, 28. Oktober 2011

Palästinenser in Jerusalem nach der Rede von Mahmud Abbas vor den Vereinten Nationen in New York.

Mahmud Abbas, der Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde, tritt vor die Generalversammlung der Vereinten Nationen, um zu verkünden, dass er offiziell die Mitgliedschaft eines eigenständigen palästinensischen Staates bei den VN beantragt hat. Dieser Schritt ist lange vorher angekündigt worden und hat Politik, Diplomatie und Presse hier in der Region und in der ganzen Welt über Wochen und Monate beschäftigt. Alle fragen sich: „Wird er es wirklich tun; wird er sich dem Druck der Israelis, der Amerikaner und der vielen weiteren Staaten widersetzen?“ Nun steht er tatsächlich dort am Rednerpult.

Ich habe vor zehn Minuten meine Wohnung verlassen, um nach etwa 200 Metern die “Green Line”, die die Grenze zwischen Ost- und Westjerusalem bildet, zu passieren und in einem arabischen Café die Rede von Abbas im Fernsehen anzuschauen. Der Ostteil der Stadt ist übersät mit israelischen Soldaten, die mit einer ungewohnten Nervosität die jüdischen Gläubigen zur Western Wall (Klagemauer) schleusen. Ich beobachte, wie sich einige Israelis und Palästinenser Beschimpfungen in ihrer jeweiligen Muttersprache zurufen. Sofort kommen Soldaten angerannt, um sie auseinanderzutreiben. Gerade erst habe ich auf einer deutschen Webseite einen Bericht im „Live-Ticker zur Staatsausrufung“ gelesen – mit dem Titel „Die Spannung steigt! Um Ramallah bringen sich Soldaten und Panzer in Stellung“.

Das Café, in dem ich die Rede anschauen will, hat draußen auf dem Bürgersteig eine Leinwand aufgestellt, vor der einige Stühle platziert sind. Die Reihen sind gefüllt mit ausländischen Kamerateams, Foto- und Zeitungsjournalisten. Vereinzelt ist auch ein Palästinenser auszumachen, der allerdings in der Fülle von Kamerascheinwerfern, Fotolinsen und Laptops etwas verloren wirkt. Ich setzte mich auf einen der freien Stühle. Neben mir sitzt ein etwa dreißigjähriger Mann in T-Shirt, kurzer Hose und Turnschuhen. Seine langen schwarzen Haare hat er zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden. „My name is Aleix“, sagt er, „not Alex, but Al-E-I-x, with E-I. It’s Catalán.“ Auf seinem Schoß hat Aleix ein weißes Laptop. Ein leuchtendes Apple-Symbol prangt darauf.

Die Rede von Abbas beginnt, als die Dämmerung hereinbricht. Aus plärrenden Lautsprechern dringt seine Stimme. Er spricht auf Arabisch. Aleix neben mir beginnt, auf sein Laptop einzutippen. Ich erhasche einen Blick auf das, was er schreibt. Offenbar berichtet auch er „live aus der Region“ in einer Art Live-Ticker. Er schreibt auf Englisch. Ich frage ihn, ob er Arabisch spreche. „A bit“ sagt er und lächelt. Ich nicke. „A bit“ ist dieselbe Antwort, die ich gebe, wenn mir jemand diese Frage stellt. Wenn Aleix so viel Arabisch spricht wie ich, dann reicht es so gerade, um höflich mit „Bitte“ und „Danke“ Falafel zu bestellen.

Nach und nach kommen mehr Palästinenser, um sich das anzusehen, was im so unendlich weit entfernten New York „die Wende“ (eine deutsche Tageszeitung) für ihr Schicksal sein soll. Ein Journalist und ein Kameramann laufen aufgeregt durch die Menge: „Are there any New Yorkers here? Is there anyone from New York? We would like to do an interview with someone from New York!“.

Ich verstehe kein Wort von dem, was Abbas da gerade erzählt. Aleix haut derweil neben mir auf die Tastatur seines Computers ein. Einige Palästinenser fangen an zu klatschen. Aleix hüpft auf seinem Stuhl vor Freude und tippt Worte, die man auf Deutsch am besten mit „Jubelschreie“ und „frenetischer Applaus“ übersetzt.

Wenn es wirklich Jubelschreie und frenetischen Applaus gibt, dann ist das nicht hier, sondern zwanzig Kilometer weit entfernt. In Ramallah findet gerade eine große Kundgebung der Palästinenser statt. Ich frage mich, warum Aleix und all die anderen Journalisten nicht nach dort gefahren sind. Wollten sie sich die Stunden, die sie im Militärcheckpoint zwischen Jerusalem und Ramallah hätten warten müssen, sparen? „Forget it“ hat mir ein Freund gesagt, als ich ihm vorschlug, die Kundgebung in Ramallah zu besuchen, „it would take you hours to get there. The IDF [Israeli Defense Forces] are on high alert.“

Meine Gedanken schweifen ab. Ich denke an diese Geschichte eines Journalisten, von der ich gehört habe: Als ein Reporter nach Bagdad wollte und ihm die Einreise verweigert wurde, sagte ihm sein Redakteur, dass er in Amman in Jordanien bleiben solle. Das sei nah genug dran. Der Reporter verbrachte mehrere Monate in einem Hotel in Amman mit einem täglichen Livebericht „aus der Region“. Für „Stimmen aus der Region“ interviewte er regelmäßig den Mann an der Rezeption seines Hotels.

„That’s it“ – Das war’s. Ich werde aus meinen Gedanken gerissen. Aleix klappt seinen Rechner zu und zückt seine Fotokamera. Abbas hat seine Rede beendet. Inzwischen ist die Nacht hereingebrochen. Die gut dreißig Palästinenser, die mit uns die Rede verfolgt haben, klatschen. Bevor sie sich aufmachen können, um wieder nach Hause zu gehen, werden sie von ca. 50 Journalisten umstellt, die sie mit wildem Rufen und Gestikulieren dazu auffordern, sich vor den Kameras zu positionieren. Einige recken ihre Hände in die Luft und formen das Victory-Zeichen. Blitzlichtgewitter. Kamerateams laufen fieberhaft von Palästinenser zu Palästinenser: „Do you speak English?“ Bejaht jemand diese Frage, schalten die Kameraleute sofort ihre grellen Scheinwerfer ein und eine junge, attraktive Reporterin fragt: „How do you feel right now?“ Die Palästinenser blinzeln abwechselnd in die Kamera, dann schauen sie die Reporterin an. Was sollen sie sagen?

Ich denke an meine Besuche im Westjordanland. Denke an die vielen Militärcheckpoints, die ich passiert habe. Denke an die Flüchtlingslager, die ich gesehen habe. Ich denke aber auch an vorgestern, als ich es vorzog, die Jerusalemer Straßenbahn zwei Stationen früher zu verlassen und den Rest des Weges zu meiner Wohnung zu Fuß zu gehen – weil eine Terrordrohung von palästinensischen Terroristen vorlag. Was würde ich der Reporterin antworten? „Ich weiß es einfach nicht!“ Genauso wenig wie es die Palästinenser wissen, die gerade in die Fernsehkameras blicken. Es scheint, als hätten sie nach über 40 Jahren der Besatzung im Westjordanland gelernt, nicht allzu euphorisch auf neue diplomatische Initiativen zu reagieren. Kann eine Rede im 9.000 Kilometer entfernten New York wirklich die Wende sein?

Ich gehe nach Hause. Auf dem Weg passiere ich wieder die „Green Line“. Nichts hat sich verändert. Alles ist genauso wie auf dem Hinweg. Ist dies nun ein neuer Staat? Bin ich in Palästina? In Israel? Mir wird wieder einmal klar, dass ich in einer Konfliktregion bin. In einem Krisengebiet. In einem Kriegsgebiet.

Als ich nach Hause komme, treffe ich auf meine Mitbewohner, die in der Küche sitzen und sich gerade aufmachen, um in der Stadt essen zu gehen. „There is this nice Sushi place next to Zion Square. Do you want to come along?“ Ich gehe mit.

Zurück in Deutschland

Montag, 17. Oktober 2011

Seit einem Monat bin ich wieder zurück in Deutschland. Es ist Zeit ein Resümee zu ziehen, bzw. mich nach langer Zeit wieder zu melden.
Ziemlich genau ein Jahr habe ich in Dodoma, Tansania verbracht und gelebt. Nichts hat sich je mehr gelohnt als dieses Jahr, und zwar in vielerlei Hinsicht: Es hat sich richtig angefühlt, dort zu sein, ganz viel Zeit mit Menschen zu verbringen, Kultur, Sprache, Leben kennen zu lernen, einfach da zu sein. Das Leben dort, obwohl ich nicht behaupten kann im deutschen Sinne arbeitsmäßig viel geleistet oder viel bewegt zu haben (außer vielleicht ein paar Herzen), hat mir Sinn und Glück gegeben. Ich habe ganz ganz viele Dinge gelernt: über Kultur, über Armut, über Menschen, über Geschichte und Politik, Sprachen, über Lebensformen und nicht zu Letzt über mich selbst. Philosophie ist praktisch geworden, real, lebendig.
Drei Aspekte meiner Erfahrung sind mir am wichtigsten:
Das sind zuallererst die Menschen. Sie sind mir ans Herz gewachsen. Ich habe mich integriert gefühlt, zum Schluss sogar mehr als hier in Deutschland. Ich habe tiefe Freundschaften geknüpft. Ich war weniger alleine. Ich mag überhaupt wie die Menschen dort miteinander umgehen, vielmehr umeinander besorgt sind, viel mehr Zeit miteinander verbringen.
Als zweites die Spiritualität: In Dodoma, bei den Jesuiten, hat Kirche für mich wieder Sinn gemacht. Glaube ist im Alltag integriert, keine vom Leben abgetrennte Sache, für die man sich ab und zu Zeit nimmt. Glaube und Gemeindeleben durchzieht alle Menschen, alle nehmen Teil, klein bis groß, alle leisten selbstverständlich einen Beitrag. Das Gemeinschaftsleben ist sehr ausgeprägt. Der Glaube ist selbst in der Sprache verankert (‚wenn Gott will, sehen wir uns morgen’). Gibt es Feste, so wird wirklich gefeiert, die Leute freuen sich. Die Arbeit der Jesuiten in der Gemeinde besteht in Seelsorge für alle. Obwohl es eine riesige Gemeinde ist, kennt man sich, unterstützt sich, ist ständig da. Die Kirche ist bei den Menschen wie die Menschen bei der Kirche, im Gottesdienst und auch sonst immer.
Als drittes der Lebensstil: Vor einem Jahr habe ich meinen Rucksack gepackt, bin aufgebrochen. Mit den wenigen mitgebrachten Dingen habe ich das ganze Jahr gelebt, habe kaum etwas vermisst. Die Menschen dort konsumieren die für sie notwendigen Dinge, für anderes ist gar kein Geld da. Ich hatte ein Zimmer für mich, wir hatten Dusche und Toilette mit fließendem Wasser, was für dort Luxus bedeutet. Essen konnten wir in den Arbeitsstellen und für abends und am Wochenende haben wir auf dem Markt eingekauft und selbst gekocht oder auch immer wieder bei den Jesuiten oder Freunden mitgegessen. Obwohl offizielle Hauptstadt, hat Dodoma eher dörflichen Charakter. Es gibt eigentlich nur, was man braucht: Nahrung, Kleidung, Handys, Haushaltskram. Große Shops findet man nicht. Was man auf dem Markt kauft, kommt aus der Region, Tansania, weniges vielleicht aus Kenia. Die Leute verkaufen ihre eigenen Sachen, was gerade wächst. Jeder hat sein Minibusiness und sein Feld. Man muss sich kaum Gedanken machen übers ethische Einkaufen. Einzig Bücher haben mir gefehlt. Mir hat dieser Lebensstil, auch in seiner Langsamkeit, viel Freiheit gegeben.
Eine Woche wird mir in besonderer Erinnerung bleiben: Im Juli durfte ich mit einem Jesuiten seine Familie auf dem Land besuchen. Er kommt aus sehr armen Verhältnissen. Es gibt keinen Strom, kein fließend Wasser, kein Geld. Die Familie lebt von dem, was sie anbaut. Alles andere wird eingetauscht. Sie betrachtet sich aber gar nicht als arm, denn man ist kinderreich und hat auch ein paar Ziegen. Der Tag vergeht mit Wasser holen, kochen, waschen, gegenseitigen Besuchen, Beisammensitzen, Feldarbeit. Nach der Schule haben die Mädels nicht Zeit zum Lernen, sondern fangen an zu kochen. Duschen tut man innerhalb von Lehmmauern unter freiem Himmel mit etwas erwärmtem Wasser in einem Eimer. Nachts ist es ganz warm in der Dusche, obwohl draußen kalt, weil die Steine die Wärme des Tages speichern. Man sitzt unter den Sternen und redet, bis man müde ist. Dann geht man Schlafen.
Ich habe das Gefühl, ich bin seit meiner Kindheit auf einer Suche gewesen, habe aber immer nur Zipfelchen von dem, was ich gesucht habe, erwischt, mag man es Glück nennen oder Sinn oder ich weiß nicht wie. In Tansania hat es sich fast von Beginn an so angefühlt, als wäre dies die Akkumulation meines bisherigen Lebens. Ganz besondere Schätze habe ich mit nach Hause getragen: besondere Menschen, besondere Erkenntnisse, Erfülltheit, Glück. Das hat mich und mein Leben verändert. Deshalb weiß ich noch nicht genau wie es weitergehen soll. Was ist der nächste Schritt, was fange ich mit diesem Leben an. Es ist ein Neustart. Ich bin gespannt auf Gottes Plan.

Ueber mein Leben hier

Freitag, 16. September 2011

Wo fange ich denn am besten an zu erzaehlen?

Vielleicht damit, wo und wie ich lebe:

Zurzeit lebe ich mit zwei amerikansichen Volunteers zusammen in einem grossen Haus in einer der besseren Gegenden Dodomas. Wir haben Wasser und meistens Strom und Gasplatten, was echt gut ist, wenn es mal wieder keinen Strom gibt! Kleidung muss ich mit der Hand waschen, aber das ist nicht schlimm. Nur mussten sich meine Haende erst daran gewoehnen. Bis vor kurzem hat auch noch eine andere deutsche Freiwillige, Jana, mit uns zusammen gelebt. Sie hat mit sehr geholfen, hier in Dodoma anzukommen und mich zuhause zu fuehlen. Fuer dieses guten Start bin ich ihr echt dankbar! Essen, also Gemuese, Obst, Reis und so weiter, kaufen wir direkt vom Markt oder von einem der kleinen Staende, die es an jeder Strassenecke gibt. Das ist echt toll, so frisches Gemuese und Obst zu bekommen! Und es kommt auch nicht von weit her: Dodoma ist zwar sehr trocken, aber in anderen Gegenden Tansanias kann gut Landwirtschaft betrieben werden. Und die meisten Leute leben hier von der Landwirtschaft, viele sind Subsistenzbauern und verkaufen die wenigen Ueberschuesse, die sie nicht brauchen. Also keine Massenproduktion! Und das gilt auch fuer das Fleisch hier. Viele haben ein paar Kuehe, Ziegen oder Huehner. Ich finde es gut zu wissen, dass das Fleisch auf deinem Teller von der Kuh vor deiner Tuer kommt! Weil die anonyme Fleischindustrie in Deutschland, wo Tiere nicht mehr wie Lebewesen behandelt werden, finde ich schrecklich! Die Jesuiten sind sehr nett und wir sind bei ihnen immer herzlich willkommen, das ist echt schoen. Die Gottesdienste hier sind wirklich Feste! Uebervolle Kirchen mit froehlichen Gesaengen! Leider verstehe ich noch nicht so viel, weil die Messen in Kiswahili sind, aber langsam aber sicher lerne ich immer mehr Kiswahili. Und die Kommunitaets-Abende bei den Jesuiten, die aus Messe, Abendessen und froehlichem Zusammensein bestehen sind auch immer sehr schoen.

So, jetzt komme ich zu meiner Arbeit:

Drei Tage in der Woche arbeite ich in der St. Ignatius Primary School, einer Grundschule. Ich unterrichte in Standard 2 und ein bisschen in Standard 1, das entspricht der 2. und 1. Klasse. Eigentlich gibt es genug Lehrer, aber jeder ist froh, wenn ich Arbeit von ihm oder ihr uebernehme, vor allem das Korrigieren! Leider schlagen die meisten Lehrer noch. Und da die Kinder daran gewoehnt sind, ist es echt schwer, ohne Schlagen zu unterrichten. Aber ich hoffe, dass es noch besser wird. Aber dass ich die Lehrer davon ueberzeugen kann, nicht mehr zu schlagen, bezweifel ich, da sie nicht so gut ausgebildet sind und keine anderen Wege des Unterrichtens kennen. Aber ich gebe mein bestes und versuche die Hoffnung nicht zu verlieren. Was ich jetzt versuche ueberwiegend zu machen, ist, Foerderunterricht zu geben. In der 2. Klasse gibt es immer noch ein paar, die nicht Lesen koennen. Sie nehme ich aus dem regulaeren Unterricht heraus und versuche ihnen zu helfen. Das macht sonst keiner und die anderen Lehrer kuemmert das nicht, “ist eben so”. Aber bei Klassen mit 50 Kindern ist das ja auch kein Wunder, dass nicht alle gleich schnell mitkommen. Ein paar andere koennen kaum Englisch und ihnen versuche ich, in Englisch zu helfen, da ja der ganze Unterricht in Englisch ist! Und wie sollen sie mitkommen, wenn sie den Lehrer nicht verstehen?

Die anderen zwei Tage arbeite ich im Cheshire-Home, einem Heim fuer geistig behinderte Kinder. Die Arbeit dort macht mir echt Spass, aber auch hier ist es nicht einfach. Die Kinder sind sehr verschieden, jeder braucht eigentlich Einzelfoerderung. Aber mit 10 Kindern in einem Klassenzimmer und einem anderen Lehrer ist das nicht moeglich. Und viele Lehrer und Mamas sind nicht so motiviert, mit den Kindern was zu machen, sie zu foerdern oder selbst etwas dazuzulernen. Im Moment ist noch eine neuseelaendlische Freiwillige da, die eigentlich die Lehrer dort weiterbilden soll, aber die verweigern die Hilfe und die Ideen, die sie ihnen geben koennte, das ist echt schade. Das andere Problem ist das Material. Es gibt zwar ein paar Spielsachen, aber die sind ziemlich kaputt (z.B. ein Dreirad mit nur einem Rad) und auch nicht wirklich geeignet fuer die Kinder. Aber es fehlt an Geld, um geeignetes Material zu kaufen.

So, jetzt habt ihr zumindest einen kleinen Eindruck von meinem Leben hier. Wenn jemand was genauer wissen will oder ueberhaupt Fragen hat, dann fragt mich einfach. Es ist nicht so einfach, einen Ueberblick oder Eindruecke von hier aufs Papier zu bringen. Ich bin sehr dankbar ueber eure Unterstuetzung, sei sie in Gedanken oder finanziell! Asante sana!

Spendenkonto:

Empfaenger:Jesuitenmission
Konto-Nr.: 5115582,
BLZ: 75090300 (Liga Bank)
Verwendungszweck: X38127 Meister
(Bei Angabe der Adresse wird eine Spendenquittung und ein weltweit-Heft von der Jesuitenmission zugesandt.)

Dodoma – ein Ort voller Gegensaetze

Dienstag, 30. August 2011

Dodoma, Hauptstadt Tansanias oder doch nur ein Dorf?

Dodoma, die Haupstadt Tansanias, mit Regierungsgebaeude und bald der groessten Universitaet Ostafrikas ist doch nur ein Dorf. Geredet wird gerne und wenn man vom Stadtzentrum aus ein paar Minuten stadtauswaerts faehrst, kommt es einem schon sehr laendlich vor, kleine Haeuser und Felder.

Der deutliche Gegensatz zwischen Arm und Reich

In einem Stadtteil kommen einem die Haeuser, ja sogar Villen, sehr europaeisch vor, in einem anderen Stadtteil lebt eine ganze Familie ohne Wasser und Strom in einem Haus, das nicht grosser als ein Zimmer ist. Diese Gegensaetze kann man manchmal auch schon zwischen Nachbarn entdecken.

Ein stark behinderter Mann bettelt nach etwas Geld, ein kleiner Junge in alten, dreckigen Kleidern verkauft Erdnuesse, ein wohlgekleideter Mann faehrt einen grossen, neuen Jeep, westlich aufgestylte junge Leute tanzen in einem Nachtclub: das alles ist Dodoma.

Was fuer mich aber eine der traurigsten und nachdenklichsten Situationen ist, ist, dass die Leute hier – abgesehen von ihren traditionellen schoenen geschneiderten Kitenge-Kleidern – “unsere” alten Kleider kaufen, es gibt fast nur second-hand-Kleidung zu kaufen (ich habe zumindest noch nichts anderes gesehen). Ist das der Sinn von Altkleider-Sammlung?

Ein anderes Verstaendnis von Zeit

Zeit wird hier anders gemessen. Leute haben hier Zeit. Das sagt sich so einfach, aber es ist wirklich so. Ein freundliches “mambo” bei einer Begegnung auf der Strasse ist auf jeden Fall drin und auch fuer laengere Gespraeche ist fast jeder bereit. Zeit fuer eine lange Begruessung muss auch sein! Warten ist hier kein Problem, niemanden stoert das.

Aber ein Plan kann auch in der naechsten Minute umgeschmissen werden, also spontan muss man hier sein :) ! Fuer Veranstaltungen gibt es oft einen Zeitplan, der ausgegeben wird oder ausliegt, aber die Zeiteinteilung und Reihenfolge wird deshalb noch lange nicht eingehalten ;) .

Die Menschen hier sind sehr offen und gastfreundlich. Man verabredet sich nicht fuer in einer Woche, man trifft sich einfach und verbringt Zeit miteinander.

Ich kann es nicht genau beschreiben, was dieses “Zeit-Haben” genau bedeutet, aber mir tut dies auf alle Faelle sehr gut – ich mag mein Leben hier!

Berichte von den “neuen” Volunteers!

Mittwoch, 10. August 2011

Einige Volunteers des JMV-Jahrgangs 2011-2012 sind bereits in ihren Einsatzorten und beschreiben ihre ersten Eindrücke und Erfahrungen

Spannende Berichte gibts unter:

http://sebastian-in-oran.jimdo.com

- Blog von Sebastian in Orán / Nord-Argentinien.

http://friederike-in-kakuma.de

Homepage von Friederike in Kakuma / Kenia und ihren Erfahrungen im JRS-Flüchtlingslager in der Grenzregion Kenia – Sudan – Uganda.

http://aliki-in-indien.jimdo.com

Alikis Blog über ihren Freiwilligeneinsatz in Westbengalen / Indien.

Viel Spaß beim Lesen & Mitfiebern!