Archiv für September 2010

Den enormen Kulturschock zu überwinden.

Mittwoch, 29. September 2010

Ich dachte ich melde mich mal wieder. Aber es ist schwer alles erlebte und gesehene in eine E-Mail bzw. ueberhaupt in Worte zu fassen. Aber ich will euch ja nicht im Trockenen stehen lassen und trotzdem ein wenig berichten.

Nach anfaenglichen Einlebungs/Eingewoehnungsschwierigkeiten geht es mir inzwischen schon viiieeelll besser.  Es ist zwar immer noch schwierig alleine, aber was heisst schon alleine. Hier sind schliesslich sooooo viele Kinder und Jugendliche. Es war nur erst mal schwer den enormen Kulturschock allein zu ueberwinden.

Am einfachsten ist es fuer mich mit den juengeren umzugehen. Ich spiele oft verschiedene Ballspiele mit ihnen, Hascher, Stille Post, Kartenspiele, singe und tanze. Ich finde ihre Tanzart ja faszinierend. Ich werde das auch lernen und dann zeig ich es euch!!!

Tagsueber wenn die Kinder in der Schule sind, lerne ich oder bessergesagt versuche ich mich an Kannada (das ist die Sprache des Bundesstaates Karnaraka). Und sie ist nicht ganz einfach. Die haben ja keine Buchstaben wie wir. Fuer uns wirjkt ds eher wie eine geheime Zeichensprache. Aber gerade deswegen ist es schwer sie zu erlernen, aber unglaublich wichtig, da viele Kinder verschiedene indische Sprachen beherrschen, aber kaum Englisch. Das heisst es handelt sich im Moment mehr um ein Hand- und Fuss Training. J Nach dem Kannadaunterricht geht es dann zum Naehen. Ich und naehen… manche warden sich jetzt ins Faeustchen lachen. Und ihr habt auch Recht. Ich bin immer noch genauso undgeschickt und ungeduldig wie als kleines Kind. Hab in dieser Hinsicht leider gar nichts von meiner Mama geerbt. Aergerlich, aber ich gebe trotzdem mein  Bestes um es zu erlernen. Wie gesagt, auch das ist nicht gerade einfach. Normaler Weise laufen wir von A nach B, aber meine persoenliche Begleiterin, Sawitri, ist hingefallen und kann jetzt kaum mehr auftreten. Also haben wir in den letzten Tagen die Rikschaw genommen. Ich habe euch noch nie erklaert, was eine Rikshaw – die Inder bezeichnen es als Auto – ueberhaupt ist. Das ist ein dreiraedriges Gefaehrt, das mit einem Motor betrieben wird und massen Abgase in die Luft pumpen. Sie haben weder Tueren noch Fenster, sind also total offen, sodass man die ganze Zeit den Schadstoffen und Abgasen von draussen ausgesetzt ist und fuer unser Verstaendnis denkt man, dass sie bald auseinanderfallen. Normaler Weise passen ca. 3 Personen dahinein. Man darf natuerlich nicht mit grossartiger Beinfreiheit rechnen, aber wenn die Schule zu Ende ist, sieht man oft an die 10 Kinder in so ein Ding gequetscht und die Ranzen und Rucksaecke sind draussen dran gebaumelt. Ich mag die Teile, die sind echt exotisch. Schade ist es trotzdem ein bisschen gewesen, dass wir nicht zum Tailoring Center (das ist dort, wo der Naehkurs und das Office vom Pater Anil ist) gelaufen sind, denn das war in letzter Zeit so ziemlich die einzige Bewegung, die ich genossen habe. Gestern jedoch habe ich auf der Terasse geturnt und abends war ich joggen! Und dann habe ich mich gleich besser gefuehlt. Die Terasse ist der schoenste Ort hier. Da weht immer eine leichte Brise, man wird vom Rauch verschont und morgens ist sie sogar schattig. Zu dem Rauch: Da sie ja immerzu ueber offenem Feuer heizen und kochen und alles und das den ganzen Tag hindurch, da sie 4 warme scharfe Mahlzeiten pro Tag zu sich nehmen, brennt unablaessig mindestens die Glut. Der ganze Hof wird zugeraeuchert und morgens dringt es sogar ab und zu in mein Zimmer, das wohlgemerkt auf der anderen Seite liegt. Das ist nicht so eine angenehme Art, geweckt zu werden, wie ihr euch sicher vorstellen koennt. Ja ich weiss Fenster schliessen waere ne Option, aber das haelt man nachts in der schwuelen Hitze hier mit geschlossenem Fenster nicht aus.

Danach gehts zurueck ins Hostel, wo allmaehlich alle von der Schule zurueckkehren. Dann wird entweder Holz zum trocknen ausgelget ode res gibt andere Aufgaben fuer die Kinder, aber oft ist das Spielzeit. Da kann ich mich dann endlich mal mit den Kleinen und Grossen beschaeftigen. Das ist ausser eine halbe Stunde am Abend auch schon fast alles an Freizeit, die sie haben. Ansonsten gibt es entweder essen oder sie muessen lernen. Das ist echt Wahnsinn, wie viel Zeit sie mit ihrer Bildung verbringen. Das habe ich nicht mal waehrrend des Abiturs gemacht. Der Tagesablauf in der Woche ist folgender Massen:

5:30 Uhr aufstehen

6:00 Uhr Yoga

6:30 Uhr Studytime

7:30 Uhr Putzen

8:00 Fruehstueck

Dann fertig machen fuer die Schule, die beginnt fuer alle unterschiedlich. Da gehoert naturelich auch das Mittagessen mit rein.

16:00 Uhr Rueckkehr aus der Schule

16:30 Uhr Spielzeit oder Aufgaben

17:30 Uhr teatime

18:15 Uhr Studytime

20:30 Uhr Abendessen

21:00 Uhr Singen, Tanzen, Spiele

21:30 Uhr Studytime

22:30 Uhr schlafen gehen (das gilt genauso fuer die Kleinen)

Und dann sollen sie am naechsten Tag Examen schreiben und Hoechstleistung erzielen. Ist ganz schoen hart das Leben, aber gleichzeitig auch faszinierend, den sie gehen gern zur Schule und lernen gern. Sie wollen etwas erreichen. Dieser enorme Ehrgeiz und Wille ist in Deutschland so manchem fremd. Sie muessen kaempfen. Das sind, in den Augen der Inder Dhalits (Unberuehrbare), sie kommen aus der untersten Kaste, ihnen ist nichts in die Wiege gelegt.

 Es ist kaum vorstellbar, dass es so einen Ort auf der Welt ueberhaupt gibt. Indien scheint eine eigene kleine Welt zu sein. Hier laeuft alles verkehrt herum.

Ich dachte ja am Anfang alle Jungs sind hier schwul oder so. Die laufen Hand in Hand herum, als ob es das alltaeglichste von der Welt ist. Paerchen hingegen sieht man nie in der Oeffentlichkeit, zumindest keinerlei Koerperkontakt. Die Fahrraeder dienen hier oftmals nicht als Fortbewegungsmittel fuer Personen, und wenn dann sitzt selten jemand alleine drauf, vorausgesetzt das Ding hat einen Sattel, ansonsten wird der Gepaecktraeger als solcher umfunktioniert ode rim Stehen gefahren. Das Fahrrad wird jedoch auch oft als Transportmittel fuer Fruechte, Gemuese und andere Waren verwendet. Da kann es schon mal sein, dass an die 50 Kokosnuesse draufpassen. Ein anderes Transportmittel sind ganz einfache aus Holz gebaute Wagen, die man vor sich herschiebt oder Ochsenkarren.

 Man sieht auch viele schreckliche Dinge: Viele haben offenbar keine Toilette, geschweige den Papier, die erledigen das ja mit der Hand, deswegen muss ich echt aufpassen, dass ich nicht mal meine linke Hand zum Essen benutze. Aber da sieht man eben auch haeufig, dass so manchereins am Strassenrand seine Geschaefte erledigt. Das ist nicht gerade lecker, aber was will man machen?

Ich habe so viel Gesellschaft, dass ich nicht mal diese Mail in Ruhe schreiben kann. Aber ich will mich auch nicht erst um 11 abends hinsetzen. Die kommen staendig an und wollen Computerspiele spielen – haha als ob ich das erlauben wuerde. Bisschen streng muss man manchmal mit den sein, sonst verscherzt man es sich. Ausserdem wollen die immer ein ekliges Video sehen von einer Frau, die zu einer Schlange gemacht wurde, weil sie sich weigerte den Koran zu lessen. Sie lebt in Bangalore und sieht total gruselig aus. Buah, aber das Video zeige ich den Kinning mit Sicherheit nicht. Ich wollte es auch nicht sehen, aber irgendwie haben die sich erst ein Tanzvideo angesehen und da stand ich grade mit dabei. Das sind echt Gruselgeschichten hier. Aber sowas scheint es hier ab und zu zu geben. Es gibt noch mehr Geschichten, die ich euch erzaehlen koennte, aber ich find das so grausam, ich will euch jetzt damit verschonen.

Reden wir lieber von was Schoenem. Trotz allem Leid und allen Schrecklichkeiten lachen sie immer – den ganzen Tag strahlken sie wie der Sonnenschein hoechstpersoenlich.

Ich bin so froh, dass ich morgens und nachmittags was anderes essen kann. Mir faellt es aber echt schwer morgens schon irgendwelches scharfes Zeug zu essen.  Da become ich immer ein Ei und Toastschnitten. Das ist lecker. Vielleicht werde ich mich irgendwann dran gewoehnen, aber dazu brauche ich meine Freudensgefaehrtin J Nachmittags esse ich eine oft eine Banane, Apfel oder Kokosnuss und trinke, wie alle hier einen Tee mit Milch oder einen bombastisch leckeren Kaffee. Kokosnuesse essen die hier uebrigens gar nicht. Die nutzen die nur zum Kochen. Die haben gelacht, als ich ihnen sagte, ich liebe Kokosnuss und Kokosnusswasser. Das ist hier wohl nicht so ueblich, aber sie geben es mir jetzt trotzdem ab und zu, was mich natuerlich freut. Hihihihihi

Ich habe mich mal erkundigt. Der Bindi auf der Stirn ist einfach nur culture, den haben alle. Manche haben an der Stelle auch ein Tatoo, in Form eines Punktes. Manchmal sieht man auch Frauen mit einem richtig hellroten Punkt zusaetzlich. Das heist, sie sind verheiratet, aber das machen nicht alle. Christen ueberhaupt nicht, nur manche Hindus und Muslime. Zehenringe bedeuten ebenfalls verheiratet. Ich habe mir schon welche zugelegt fuers Reisen, dann werde ich hoffentlich in Ruhe gelassen ;)

Bald geht es ja schon auf zur ersten Reisestation: Hampi! Da muss ich mal noch ein bisschen was planen. Freu mich schon drauf. Jetzt bin ich ja erst mal nur noch 5 Tage hier. Die Kinder haben bald Ferien und da werde ich hier nicht gebraucht – also werde ich Indien erkunden!!!

So ich denke mal, jetzt hattet ihr vorerst genug zu lesen. Ich habe noch vieles zu erzaehlen, aber ich verspreche: Die Fortsetzung folgt!!! Fuer heute wars das.

Liebste Gruesse von Sarah

Als Einsatz in Paraguay

Mittwoch, 29. September 2010
Schon vor ungefähr einer Woche winkte mir jemand mit dem Zaunpfahl, es sei wieder an der Zeit für einen   Rundbrief. Nachdem ich nun schon über 3 Wochen hier bin, sollt ihr also auch mal wieder etwas von mir hören.

Wo soll ich anfangen? Es sind immer noch alle sehr nett zu mir und ich fühle mich immer noch wohl. An meine Familie hab ich mich schon sehr gewöhnt und das Haus, mein Zimmer, die Menschen um mich herum sind mir vertraut geworden, auch wenn manches Andere für mich noch recht kompliziert, unbekannt und undurchschaubar ist. Meine Tage verlaufen sehr unterschiedlich. Meistens sind alle schon auf Arbeit und in der Schule, wenn ich morgens aufstehe, vormittags habe ich also das Haus für mich und übe Geige, schreibe EMails, Tagebuch, lerne Vokabeln oder gehe spazieren. Mittags kommen 3 meiner Gastgeschwister nach Hause und wir essen zusammen, nachmittags kommt dann irgendwann auch meine Gastmama und abends meine älteste Gastschwester und mein Gastpapa. Gemeinsame Mahlzeiten mit der ganzen Familie gibt es eigentlich nur Sonntag mittags, ansonsten isst jeder, wann er Hunger hat. Sobald der erste nach Hause kommt, ist auch schon der Fernseher an und läuft eigentlich den ganzen Tag, meine Gastbrüder spielen auch oft Computer, wenn sie zu Hause sind. Rundbrief 2
 

 

Als Jesuit Mission Volunteer an einer Schule mitten in Busch in Norduganda

Donnerstag, 23. September 2010

Das Diplom ist geschafft, mein Urlaub ist vorbei und schon bin ich in Uganda angekommen. Genauer gesagt in Gulu (Norduganda), wo ich das kommende Jahr als Jesuit Mission Volunteer an einer Schule mitten im Busch arbeiten werde.

Als Jesuit Mission Volunteer werde ich im nächsten Jahr freiwillig als Lehrer am Ocer Campion Jesuit College mitarbeiten. Die Schule hat am Montag (also direkt nach meiner Ankunft) gestartet und ich bin schon sehr gespannt auf dieses Schuljahr. Im Moment bin ich zuständig für das Fach religious education, wobei geplant ist, dass ich in naher Zukunft auch Mathematik unterrichten werde. Im Moment ist noch alles sehr neu, aber das ganze Team und die Schüler sind sehr motiviert Neues auf die Beine zu stellen. Geplant ist der Bau von Gebäuden, wo die Schüler unter der Woche wohnen können.

Teilweise müssen sie einen sehr weiten Schulweg in Kauf nehmen, um in die Schule zu gelangen. Ein paar Jungens wohnen bereits in der Nachbarschaft der Schule in sehr beengten und armen Verhältnissen. Sie haben zum Beispiel gar kein Licht, dass sie aber dringend bräuchten um sich auf den Unterricht am nächsten Tag vorzubereiten. In Uganda wird es um ca. 19.00 schlagartig dunkel, für mich ziemlich ungewohnt, weil die Straße überhaupt nicht beleuchtet sind. Das nennt sich dann African Night.

Genau wie das alltägliche Leben hier in Gulu ist auch Vieles in der Schule noch sehr ungewohnt für mich. Aber ich freue mich auf ein spannendes Jahr zusammen mit vielen lieben Menschen, die mich sehr herzlich Willkommen geheißen haben.

*Das Projekt: *

Das Ocer Campion Jesuit College liegt in Norduganda, District Gulu. Diese Region war lange Jahre der Schauplatz blutiger Rebellenkriege zwischen der Rebellengruppe LRA (Lord Resistance Army) und den ugandischen Regierungstruppen. Ein Krieg, der den größten Teil der Bevölkerung Nordugandas zu Flüchtlingen gemacht hat. Große Teile des Landes liegen noch heute brach und sind ohne Infrastruktur. Seit 2008 ist die Region friedlich und beginnt sich langsam vom Krieg zu erholen.

Kurz nach dem Ende des Krieges hat sich eine Familie an die dort ansässigen Jesuitenmissionare gewandt. Sie würden eine große Fläche ihres Landes zur Verfügung stellen, wenn die Missionare ihnen helfen dort eine Secondary School zu bauen. Die Missionare sagten Ja und so begann unter der Leitung von Fr. Tony Watch SJ im Februar 2010 der Unterricht am Ocer Campion Jesuit College. Die mittlerweile 32 Schülerinnen und Schüler sind gerade besonders fleißig am Lernen, weil sie im November das Qualifikations-Examen bestehen wollen, dass ihnen einen weiterführenden Schulabschluss ermöglicht.

Im Moment ist noch vieles improvisorisch, aber es wird weiter gebaut und sowohl die Schüler, als auch die einheimischen Arbeiter sehen das College als ein Hoffnungssymbol für die Zukunft.

Herzliche Gruesse aus Uganda

Friederike

Eine kleine Geschichte vom ersten Eindruck und der Wahrheit dahinter

Sonntag, 19. September 2010

Sobald man in ein fremdes Land kommt, neue Leute kennenlernt und in einem Projekt mit sozialen Randgruppen arbeitet, gibt es  immer wieder eine Vielzahl von Eindrücken, die einem im Alltag begegnen und die doch nicht immer so scheinen, wie man sie anfangs sehen möchte. Davon möchte ich diesmal erzählen.

Neben dem normalen schulischen Alltag in Manitos trabajando gibt es auch immer wieder Zusatzveranstaltungen an Sonntagen und Nachmittagen, die den Jugendlichen des Projektes helfen sollen, ihre Persönlichkeit zu entwickeln. So fragte meine Chefin Gaby mich eines Tages, ob ich nicht Lust hätte, an so einem desarollo personal teilzunehmen. Natürlich war ich dem nicht abgeneigt.

NAchdem sich die Jugendlichen trafen, um ein Theaterstück über Familienkonflikte anzuschauen, teilten sie sich in Gruppen auf. Mehr aus Zufall geriet ich in die Gruppe der jungen Mütter, manche nicht älter als vierzehn Jahre. Dort sprachen wir dann über ihre Rolle in der Familie und was ihnen wichtig ist, für die Zukunft ihres Kindes und dem Zusammenleben. Dabei überraschte mich das Alter der Mädchen und gleichzeitig diese Vielzahl der jungen Mütter.

Nachdenklich kehre ich am Abend in meine Gastfamile zurück und fragte die Vermieterin, woran es liege, dass es hier so viele jugendliche Mütter gäbe. Konservativ, wie sie war, begann sie vom Verfall der Sitten zu reden und erklärte mir, dass die Aufklärung hier unzureichend sei. Man zeige in den Schulen Videos über Aufklärung und danach seien die Kinder nur neugierig geworden und wollten es gleich ausprobieren. Ich wusste nicht, was ich von dieser Meinung halten sollte und inwiefern sie der subjektiven Meinung der Frau enstrpach.

So vergingen ein paar Tage, bis ich wieder einmal zum Abendessen mit den anderen Freiwilligen bei meiner Chefin Gaby eingeladen war. Dort begannen wir auch über einige persönliche Schicksale der Mädchen zu reden. Und meine Meinung über schlechte schulische Aufklärungsarbeit sollte sich gewaltig ändern. Gaby erklärte mir, dass die Mädchen vielmehr Opfer der Armut waren. “Ich gebar eine Tochter und mein größtes Unglück war, dass sie schön war”, lauteten die Worte eine Mutter, die in den RAndvierteln Piuras wohnte. Denn dort war und ist Zwangsprostitution immer noch ein großes Thema. Wenn das Geld fehlte, um die Familie zu ernähren, mussten alle Maßnahmen in Betracht gezogen werden, auch wenn die eigene Tochter drunter leiden musste. Teilweise waren die Mädchen aber auch Opfer einer Entführung. Ein Mädchen verschwand über zwei Jahre. Gaby und ihre Mutter suchten sie in allen zwilichtigen Gegenden der Region, bis sie wieder in Piura auftauchte. Schwanger mit sechzehn Jahren.

Diese Geschichte hat mich sehr bewegt und spiegelt besonders gut den Unterschied zwischen der armen Bevölkerung und dem Denken der Reichen und Wohlhabenden der Gegend wieder. So ist Peru, auch wenn es kein Entwicklungsland mehr ist, dennoch ein Land mit vielen Problemen.

Viele Grüße aus Piura sendet euch,

Eure Anne

PS: Das nächste Mal gibt es dann wahrscheinlich wieder einen Alltagsbericht, schliesslich werde ich diese Woche anfangen, noch bei anderen Teilen von Manitos mitzuarbeiten.

Nun ist es soweit: Es heißt Abschied nehmen

Mittwoch, 08. September 2010
Es ist mitten in der Nacht. Ein langer Tag, eine lange Zeit liegt hinter mir. Morgen werde ich am späten Nachmittag  das Nest verlassen und gen Uganda aufbrechen. Nun ist es soweit. Es heißt Abschied nehmen und es ist ein bewegter Abschied. Oftmals habt ihr in meinem Briefen eine recht kritische Sicht auf die Situation sowie die Herausforderungen im Nest miterleben können. Und es freut mich euch schreiben zu können, dass es in den letzten zwei Monaten einen wunderbaren Wandel der Teamatmosphäre gegeben hat. War es doch vorher immer herausforderungsreich Kommunikation und Zusammenarbeit zu initiieren, so ging es auf einmal …  10. Rundbrief