die grosste Sommerhitze in Tamil Nadu haben wir dank unseres Ootyaufenthaltes gut ueberstanden und die
Monate Juni/Juli bescherten uns seither maessige Temperaturen mit hoechstens 37 Grad und maximal 85 % Luftfeuchtigkeit. Unsere Rueckkehr nach Ranipet im Juni war nach 6-woechiger Abwesenheit ein freudiges Heimkommen. Es gibt einfach keine strahlenderen Gesichter als die unserer Hostelboys, keine lieberen englischen Wortfetzen als die unserer Koechin (so sad, house silent, no go), keine groesseren Saltos als die unserer beiden Hundchen und vor allem !!!Rundbrief 10 (3)
Archiv für Juli 2010
Wir verabschieden uns von Indien
Mittwoch, 28. Juli 2010Meine Letzten Tagen in Brasilien…
Freitag, 23. Juli 2010Das wird wohl mein letzter Bericht aus Brasilien sein. 2 ½ Wochen bin ich noch in Sinop ehe ich
- nach einem „kleinen Abstecher“ in den Nordosten und Rio de Janeiro – am 19. August wieder in München lande. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehe ich nun meiner Abreise entgegen…
Bis jetzt habe ich im Heim 5 Kinder gehen aber leider auch 9 Kinder kommen sehen. Die Atmosphäre hier ist sehr familiär. Manchmal habe ich wirklich stark mit den Schicksalen der Kleinen zu kämpfen… http://verena-in-brasil.blogspot.com/
Demonstrationstag: Um das Bewusstsein für die Rechte der Kinder
Freitag, 23. Juli 2010
seit meinem letzten Rundbrief sind nun schon zwei Monate vergangen. Normalerweise schreibe ich euch ja monatlich; allerdings hatte ich Anfang Juni nicht das Gefühl etwas Neues berichten zu können.
Zwei Ostallgäuer in Ägypten
Freitag, 23. Juli 2010Am 4. Juni startete nach einiger Verspätung das Flugzeug in Richtung Kairo. Von da aus ging es nochmals fünf
Stunden mit dem Auto nach El-Minia. Hier konnten sich die beiden Allgäuer nach einer 16-stündigen Reise endlich für drei Stunden schlafen legen.
Karin und Thomas sind in El-Minia für eine Organisation, die „Jesuits’ and Brothers’ Association for Development“ tätig. In den ersten zwei Wochen haben sich die beiden erst einmal einen Überblick über sämtliche Projekte der Organiation verschafft und dann mit den Verantwortlichen entschieden, wo sie zum Einsatz kommen. Zeitungsartikel
Welten
Mittwoch, 21. Juli 2010
Die Milch kommt aus Vietnam, die Erdnussbutter aus den USA, die Cornflakes aus Deutschland und die Marmelade aus Malaysia und der Schweiz. Einzig das Brot stammt aus kambodschanischer Produktion, nach (kolonial-)französischem Vorbild als Baguette gebacken. Unser Frühstückstisch ist reich und international gedeckt, zumal wenn Gäste im Zentrum sind. Für die meisten Menschen hier im Land ist der Luxus, den wir uns am Morgen gönnen, nicht erschwinglich. Auch nicht für unsere Nachbarn. Immer wieder kommt es vor, dass schon während unseres Frühstücks auf dem geräumten Grundstück nebenan die ersten „Schatzsucher“ zu Gange sind. Mit schweren Vorschlaghämmern versuchen sie, den Mauerbrocken der einst dort befindlichen Häuser noch die letzten Stahlreste zu entlocken, um sie für ein wenig Bargeld zu verkaufen. In Kambodscha treffen Welten aufeinander. Selbst unmittelbar vor unserer Haustür.
Verlässt man das Reflection Centre, erreicht man nach nur wenigen Minuten Fußmarsch ein repräsentatives, in thailändischer Trägerschaft befindliches Krankenhaus westlichen Standards. Es ist gespenstisch leer. Ein australischer Jugendlicher, der zusammen mit seiner Klasse kürzlich für einige Tage bei uns war, musste wegen Fiebers drei Tage dort verbringen. Die abschließende Rechnung betrug knapp 4000 US-Dollar und wird von der Versicherung des Patienten übernommen. Einheimische können sich dieses Krankenhaus mangels Versicherung nicht leisten. Und obwohl die für sie bestimmten Kliniken weniger kostspielig sind, können Arztkosten ganze Familien in den Ruin treiben. Als die Mutter eines unserer Angestellten vor fünf Jahren einen Schlaganfall erlitt, war die ohnehin arme Familie gezwungen, sämtliche Reisfelder zu verkaufen, um für die entstandenen Behandlungskosten aufzukommen.
Nicht ganz so schlimm erging es Rithy, einem meiner in den letzten Monaten neu gewonnen Freunde. Rithy arbeitet als Angestellter in einem der zahlreichen Nobelhotels der Stadt. Im vergangenen Jahr hatte er mehrere Hundert US-Dollar Kredit von der Bank aufgenommen, um sich ein gebrauchtes Moped kaufen zu können. Das sollte ihm die zeitraubende Fahrradfahrt von seinem 20 km entfernt gelegenen Dorf zur Arbeit und zurück ersparen. Doch dazu kam es nie. Das Geld zerrann zwischen seinen Fingern, als seine Frau ernsthaft erkrankte und über längere Zeit immer wieder ärztlich versorgt werden musste. Da sie mit der Rückzahlung des Kredits längst in Verzug geraten waren und keinen anderen Ausweg sahen, beschlossen Rithy und seine Frau im vergangenen Monat, statt um 4 Uhr morgens künftig schon um 2 Uhr aufzustehen, um noch vor Arbeitsbeginn mit dem nicht mehr zugelassenen Uraltmoped der Familie auf den Markt in der Stadt zu fahren und Fisch zu kaufen. Auf dem Rückweg wurde Rithy von seiner Frau am Hotel abgesetzt, sie selbst fuhr zurück ins Dorf und verkaufte dort den Fisch weiter. Das brachte ihnen ein tägliches Zubrot von etwas mehr als einem Dollar.
Als Rithy mir seine Geschichte erzählte, kam ich mir wohl zum ersten Mal in meinem Leben beschämend reich vor. Zugleich war und bin ich aber sehr froh darüber, dass ich nicht zuletzt mit Hilfe der auf meinem Projektkonto eingegangenen Spenden Rithy dabei helfen kann, seinen Kredit in den nächsten Monaten abzubezahlen. Die nächtlichen Fahrten auf den Markt – sie hatten der Gesundheit seiner Frau bereits erneut zu schaden begonnen – sind deshalb inzwischen nicht mehr nötig. An dieser Stelle sei allen Spenderinnen und Spendern ein ganz herzliches Vergelt’s Gott gesagt!
Das Hotel, in dem Rithy arbeitet, ist übrigens ein 4-Sterne-Haus. Die Nacht dort kostet zwischen 220 und 1000 US-Dollar. Rithy verdient 50 US-Dollar – im Monat.