Archiv für Mai 2010

Neuigkeiten aus Orán, Argentinien.

Freitag, 28. Mai 2010

mit Erschrecken habe ich festgestellt, dass ich ja seit 3 Monaten nichts mehr habe von mir hören lassen. Als ich am    Freitagabend nach fast drei Wochen Urlaub wieder in Orán und im centro „San José“ angekommen bin, hatte ich das Gefühl, wieder „zu Hause zu sein“. Ich denke, das ist doch ein gutes Zeichen. Ja, auch als Freiwilliger braucht man mal Urlaub, das habe ich die ersten Tage sehr deutlich gemerkt. Meine Reisepläne nach Chile habe ich auf Anraten aller hier „vor Ort“ dann doch aufgegeben – und habe zunächst die Bergwelt im Nordosten und danach die alten Kolonialstädte gen Süden besucht. Rundbrief_3

Nachrichten aus Uganda

Donnerstag, 27. Mai 2010

zur Feier der Woche schicke ich euch eine Mail – wir sind nämlich seit Dienstag – nach etwas mehr als zwei Monaten -  wieder ans öffentliche Stromnetz angeschlossen. Aber zunächst ein paar Eindrücke von unserem ugandischen Familienausflug, dann unsere Pläne in JRS für 2010 und schließlich ein paar Anekdoten. Rundbrief 7 JRS 2010 (3)

Grüße aus dem endlich kühleren Argentinien!

Mittwoch, 26. Mai 2010

  nach knapp vier Monaten schaffe ich es mir endlich die Ruhe zunehmen, mich an den zweiten Rundbrief zu setzten    und Euch davon zu berichten wie es mir die letzten Monate hier im heißen Orán ergangen ist. Anfang Januar musste ich leider Abschied nehmen von meinem Zimmernachbarn Matthias. Er hat 13 Monate hier in Orán verbracht und mit mir im Kinderheim gearbeitet. Anfang April ist dann schon ein neuer Freiwilliger aus Deutschland gekommen, Fabian. Er ist Physiotherapeut und arbeitet mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderung im Centro San José. Mai, und das neue Schuljahr ist hier schon voll im Gange. Rundbrief 2010

Also Tansania “Goodbye”

Dienstag, 25. Mai 2010
Die Schule schließt nach den Halbjahres-Prüfungen für zwei Wochen Osterferien. Die Prüfungen verliefen  übrigens sehr erfolgreich für Pre Standard 1: Als die Ergebnisse aller Klassen während der Morgenparadeverkündet worden, kamen 43 von 49 Kindern nach vorne, weil sie Note 1 erreicht hatten. Okay, man muss sie nach vorne schicken, weil der jeweilige Lehrer, der die Versammlung leitet, niemals so viel Aufmerksamkeit bekommt wie jeder Busch in der Umgebung oder der Rucksack des Vordermanns.  Eine fuenfte Rundmail über Abschiede
 
 
 
 
 
 

 

Matheunterricht am Ocer Campion Jesuit College Gulu

Freitag, 07. Mai 2010

Amoti! Herzliche Grüße aus Gulu!

Ein ganzes Trimester des ugandischen Schuljahres ist schon um und es wird Zeit für ein Update aus Gulu.

Mitte Februar eröffneten wir Ocer Campion Jesuit College, die Secondary School der Jesuiten in Gulu! Wir starteten mit sechzehn Schüler/innen. Mittlerweile sind es sogar bereits sechs mehr. Gemeinsam haben wir ein kurzes und intensives Trimester miteinander verbracht. Ich habe die Klasse in Mathematik unterrichtet. Die Grundrechentechniken sowie Bruchrechnen standen auf dem Programm. Die meisten der Jungen und Mädchen haben die siebte Klasse (Abschlussklasse der Primary School) schon abgeschlossen, einige kommen frisch aus der sechsten. Mit Ocer wollen sie ihre Aufnahme in die Secondary School erreichen oder ihre Einstiegschancen verbessern. Die Jesuitenschule wird im nächsten Jahr die erste S1 (erstes Schuljahr in der Secondary School) aufnehmen.

Ein großes Problem der Schüler/innen ist die Englische Sprache. Sie wurden überwiegend in ihrer Muttersprache (Acholi) unterrichtet und Englisch gab es „nur“ als Fremdsprache. Die Abschlussprüfungen der Primary sowie der Unterricht in der Secondary sind in Englisch. Deshalb galt es verstärkt am Englisch zu arbeiten und in allen Bereichen die Grundlagen zu wiederholen. Das fiel allen sichtlich schwer: Wer möchte gerne Multiplizieren oder Dividieren exerzieren, wenn bekannt ist, dass es in der Mathematik viel spannendere Felder gibt – wie Algebra oder Geometrie. Allerdings, wer das kleine Einmaleins nicht beherrscht, für den wird alles andere auch schwierig.

Meine Schultage waren immer lang. Nach Sonnenaufgang ging ich mit meinem Kollegen, der Englisch unterrichtet, los. Um halb acht startete der Schultag mit „Study Time“, dahinter verbirgt sich selbstständiges Wiederholen des Lernstoffes voriger Tage. Nach einem Gebet um Viertel nach acht beginnt schließlich der Unterricht, der zweimal für das gemeinsame Essen unterbrochen wird: Um halb zehn gibt es Frühstück und um dreizehn Uhr Mittagessen – Posho (Maisbrei) und Bohnen. Zum Abschluss des Tages um halb fünf wird noch für eine halbe Stunde Fußball gespielt und dann machen sich alle auf den Heimweg. Ein weiterer Tag in Ocer ist um.

Gruppenarbeit

Neben Unterricht gab es für Schüler/innen und uns Lehrer/innen hier und da willkommene Unterbrechungen oder Abwechslung: Zahlreiche Interessierte, Spender, Kooperationspartner etc. besuchten uns und erfreuten sich daran, dass die Schule nun eröffnet ist. Spezielles Programm gab es zum Weltfrauentag mit Diskussion am Vormittag und traditionellem Tanz am Nachmittag.


Vereinzelt konnte ich auch meine Erfahrungen aus Jugend- und Bildungsarbeit einbringen. Ich hatte die Chance einen Workshop zur Alkoholprävention zu geben. Dank einer Spende von „drunkbuster“ wurde das Programm durch Experimente mit den so genannten „drunkbuster goggles“ recht lebendig. Die Diskussionen und Informationen über Alkohol und die Gefahren des Konsums wurden für die Schüler/innen in den Experimenten mit den Brillen greifbar. Die „drunkbuster goggles“ sind Brillen, die wie Taucherbrillen aussehen und beim Tragen den Eindruck von Trunkenheit vermitteln. Mit den Brillen werden alltägliche Tätigkeiten zu echten Herausforderungen, sonst erledigt man das ohne zu überlegen.


Die Jugendlichen sind in ihrem Lebensumfeld stark mit dem Thema Alkohol und dessen Missbrauch konfrontiert.  Nach einer Studie der WHO wird weltweit in Uganda am meisten Alkohol pro Kopf konsumiert. Das ist sichtbar! Ehrlich gaben viele der Schüler/innen zu, dass sie vor allem den lokal hergestellten Alkohol (mit geringem Alkoholgehalt) probiert haben oder mögen. Deshalb ist es wichtig, dass Schulen Aufklärungsarbeit früh beginnen. Ein Tag ist nicht genug, jedoch ein Anfang.

Nach den „End of Term One Exams“ (Abschlussprüfungen des Trimesters) schlossen wir am 23. April die Schule und haben die Schüler/innen für einen Monat in die Ferien verabschiedet. Am letzten Schultag kamen Eltern zu Ocer und nahmen die Einladung wahr mit uns Lehrer/innen zu sprechen. Ich genoss es noch einmal die Chance zu haben, mit jedem und jeder einzeln zu reden. Denn mit dem Trimester ist auch meine Zeit in Ocer um. Der Kuchen, den es zur Abschiedsparty gab, hatten wir schon am Tag zuvor angeschnitten und verspeist.

Nachdem Fr. Tony Schüler/innen, Eltern und Lehrer/innen segnete, war ein Klassenfoto der offizielle Abschluss!

Das war im Zeitraffer meine Zeit als Mathelehrerin und das erste Trimester in Gulus neuer Secondary School – Ocer Campion Jesuit College. Es waren anstrengende und wundervolle zehn Wochen, die ich nicht missen moechte – einfach spitze an etwas Neuem mitzubauen.

Herzliche Grüße aus Gulu, dong maber!

Beate