Archiv für Januar 2010

Noch ist es nicht zu spät…

Sonntag, 17. Januar 2010

…für Weihnachts- und Neujahrsgeschichten, oder?

Während viele ‘muzungus’ für Weihnachten nach Hause geflogen, in die Hauptstadt oder einen Nationalpark gefahren sind, wollte ich Weihnachten da feiern, wo ich auch die meiste Zeit des Jahres lebte – in Gulu! Das habe ich auch getan. Das Haus war im Dezember recht voll und leerte sich bis zum Heiligen Abend sehr. Ich blieb mit den beiden Priestern zurück. Die Tage vor Weihnachten waren mit Arbeit noch reichlich gefüllt und so kam ich erst am Nachmittag des 24. zum Plätzchen backen. So spät habe ich noch nie gebacken oder es eben dann ganz bleiben lassen… doch wenigstens diese deutsche Weihnachtskultur musste sein!

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Wo zwei oder drei…” – Die Christmette feierten wir zu Dritt quasi im kleinsten Kreise, die Lesungen teilten wir unter uns auf, sangen “silent night” und mir andere bekannte Weihnachtslieder in ihrer englischen Version … ja und dann war Weihnachten.

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Die Feiertage verbrachte ich mit Familienbesuchen, wie ich es zu Hause auch tun würde. Für die Menschen hier war dieses Weihnachtsfest ein besonderes. Denn viele haben es nach vielen Jahren in so genannten Camps für “Internally Displaced People” erstmals wieder zu Hause, auf dem Land der Familie gefeiert. Während für mich die Plätzchen das kulturelle Muss war, so ist es den Menschen hier wichtig, dass es an diesem Tag Fleisch, “ringo“, zu essen gibt. Das steht ansonsten eben nicht auf dem Speiseplan. Die meisten Feier- und Festtage sind wie gewöhnliche Tage – Weihnachten ist da eine echte Ausnahme. Da wird mit der Familie gefeiert, gegessen, getanzt! Und daran durfte ich teilhaben!

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Es gibt unter den Acholis nicht die ausgeprägte Geschenkkultur wie bei uns. Die gemeinsame Zeit, das bereits erwähnte Essen von Fleisch und “bongo karama” machen den Tag aus. Direkt übersetzt heißt das Weihnachtskleidung, gemeint ist damit eine neue Hose, ein neues T-Shirt, ein geschneidertes Kleid… das kurz vor und für Weihnachten gekauft wurde. Wie Ihr sehen könnt, auch ich gönnte mir “bonga karama“. Zum Dank für die Einladungen brachte ich Bilder aus der gemeinsam verbrachten Zeit ich als Geschenke mit. Und das kam natürlich gut an, denn Fotos werden mir auch immer gezeigt, wenn ich irgendwo zu Besuch bin.

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Über Silvester fuhr ich nach Mbale (Südosten), um mit einer Freundin bei ihrer Familie mitzuleben. Auch das war eine besondere Zeit: In Gulu wohne ich eben in einem Gästehaus und in Mbale hatte ich wieder die Chance, an ugandischem Familienleben teilzuhaben und dabei die Lebensrealität direkter mitzuerleben. Das Viertel außerhalb des Stadtzentrums ist vorwiegend von Acholis, die ursprünglich und auch heute vorwiegend im Norden leben, bewohnt. Das Einkommen verdienen sich die Menschen mit der Herstellung von Waragi, einem Schnaps destilliert aus Molasse, dem Abfallprodukt der Zuckerherstellung. Der Arbeitstag beginnt früh um fünf oder sechs, wenn das Feuer unter den Fässern entzündet wird. Von da gibt es immer etwas zu tun, aufzupassen, dass nichts überkocht, die Mischungen zum dreitägigen Gären ansetzen usw. Dabei ist man dem ganzen Tag dem Rauch ausgesetzt. Die Arbeit ernährt die Familie und ermöglicht die Kinder in die Schule zu schicken. Das ist viel wert.

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Silvester wurde an einigen zentralen Orten im Viertel gefeiert. Wir waren bei der von der Familie organisierten Party. Von DVDs wurde lokale Musik gespielt und die dazugehörigen Videos auf einem kleinen Fernsehgerät vorgeführt. Das unterhielt und erfreute Jung und Alt. Kurz vor Mitternacht verteilte ich die mitgebrachten Wunderkerzen, die aus dem Geburtstagspaket meiner Schwester noch übrig waren. Was zuerst alle für Räucherstäbchen hielten, entpuppte sich dann als kleines Feuerwerk. Große Begeisterung, denn scheinbar hatte das niemand zuvor je gesehen. Als in den Hotels der Stadt die Feuerwerke gezündet wurden, war dies für die Kinder und Jugendlichen wie ein Startsignal: Sie liefen jubelnd, kreischend voll Freude in die Gärten, um Zuckerrohr zu ernten und genüsslich zu verspeisen. Das wurde wohl zu einer Tradition über die vergangenen Jahre. Dann wurde das gemeinsame Tanzen zur Musik aus der Anlage fortgesetzt… ich machte mit und hielt ein bisschen durch, doch nicht bis zum nächsten Morgen wie einige andere.

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Ein Highlight des Mbale Aufenthaltes war der Besuch der Sipi Fälle. Mit einem Taxi, das wir in der Stadt anheuerten, fuhren wir – drei Erwachsene und vier Kinder – in die Berge. Verreisen heißt hier eben meist, dass man Familie besucht und dann die Zeit mit der Familie verbringt und da mithilft, wo man gebraucht wird. “Touring” wie unser Ausflug hier genannt wurde, ist nicht Teil der Kultur und können sich die meisten schlicht nicht leisten.

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Wir legten 30 km und etwa 600 Höhenmeter zurück. In Sipi kletterten wir auf einen Hügel, um den tollen Blick auf die Wasserfälle und die wunderbare Aussicht bis nach Kenia zu genießen. Bei Keksen und Soda stärkten wir uns für die Heimfahrt. Für die Kinder war die Schaukel, die es in dem Gästehaus gab, ein weiteres Highlight.

Ein echtes Happy New Year! Und das wünsche ich auch Euch und Ihnen.

Aus Gulu, Beate

Hallo nochmal an euch alle!

Freitag, 15. Januar 2010

Hallo nochmal an euch alle!

Das wird wohl mein letzer Bericht werden. Mittlerweile sind meine letzten vier Wochen in Manvi angebrochen und wenn ich so darüber nachdenke wird mir der Abschied schon nicht so leicht fallen. Ich hab mich so gut an alles hier gewöhnt, vor allem die Kinder hab ich in mein Herz geschlossen. Aber jetzt fang ich einfach mal zu erzählen an. Vor Weihnachten hab ich Besuch aus Hamburg bekommen. Ein Freund hat mich zwei Wochen im Projekt in Manvi besucht. Wir haben zusammen Weihnachten und Silvester gefeiert. An der Schulweihnachtsfeier wurden wieder zahlreiche Tänze aufgeführt. Die Kinder sind so gut darin und man sieht ihnen die Freude die sie dabei haben richtig an. Auch wenn bei den Proben noch nicht alles geklappt hat geht spätetens wenn sie dann erstmal ihre Kostüme anhaben und alle Eltern und Gäste zur Aufführung kommen immer alles gut. Dann hat jeder ein Lächeln auf dem Gesicht und ist einfach glücklich. Für die Lehrer gabs auch eine Weihnachtsfeier, bei der wir „gewichthelt“ haben. Das Weihnachtsgeschenk von Father Eric an jede Lehrerin war ein Sari  Am 24. 12. haben wir dann mit den Flutofpern zusammen gefeiert. Wir sind nach Hulugunchi, das mit am schlimmsten betroffene Dorf, gefahren, wo wir auf einem Feld zusammen Gottesdienst hatten. Auch dort haben einige unserer Kinder eine kleine Aufführung gegeben. Anschließend sind wir nach Pannur, dem Dorf in dem die Schule gegründet wurde, gefahren und haben zusammen gegessen. Danach haben wir nochmal Gottesdienst gefeiert. Das war richtig festlich und echt schön. Bevor wir dann todmüde heimgefahren sind haben wir noch Tee getrunken und „Weihnachtskuchen“ gegessen. Dieses Weihnachten war wirklich anders und unvergesslich.
Über die Ferien sind dann die meisten Kinder nach Hause zu ihren Familien gefahren und es wurde richtig ruhig im Hostel. Auch Rachel hat sich dann verabschiedet und ist zurück nach England gefahren. Nachdem wir drei Monate zusammen verbracht hatten und vor allem durch die Flut viel zusammen erlebt haben, sind wir ein richtig gutes Team geworden und der Abschied war hart.
Über die freien Tage sind wir mit den Kindern nach Mangalore zu einer Priesterweihe gefahren. Für die Kinder war das ein Riesenerlebnis. Früh um sechs gings mit dem Schulbus los, alle waren topfit und aufgeregt. Nach einer 19 stündigen Fahrt sind wir endlich angekommen. Selbst die lautesten Kids waren dann endlich mal erschöpft  Mein Besuch und ich haben nach einem Tag in Mangalore die Gruppe verlassen und wir haben meinen Urlaub in Goa verbracht. Da haben wir auch Silvester gefeiert. Die Strände dort sind wirklich so schön wie man immer sagt.
Anfang Januar ging für mich der Schulalltag wieder los. Kaum war ich zwei Tage zurück in Manvi ist auch schon eine neue Freiwillige gekommen. Indre aus Berlin. Ihre Eltern haben sie hier abgeliefert und wir teilen uns jetzt mein Zimmer. Eventuell wird sie dann meine Klasse übernehmen wenn ich in ein paar Wochen abreise.
Am Ende bleibt mir noch zu sagen dass ich eine wunderbare Erfahrung hier machen konnte, die ich nie vergessen werde. Es ist ein ganz anderes Leben hier, in dem sich nicht alles so sehr um Konsumgüter dreht wie wir es vielleicht von Zuhause kennen. Aber die Menschen hier haben mir so viel zurückgegeben, worüber ich sehr dankbar bin. In diesem Zusammenhang möchte ich mich nochmal von ganzen Herzen bei allen bedanken die mich unterstützt haben.

Alles liebe,
eure Linda

So war meine “Indische Weihnacht”

Dienstag, 12. Januar 2010
Wie immer ist es sehr warm. Die Bäume bluehen, alles ist wunderbar gruen, (heilige) Kuehe grasen bei 30°C unter Weihnachtsbrief aus SuedindienPalmen im Sonnenschein und noch immer spielen die Kinder barfuss alle Sommerspiele, die sie auch im Juni schon gespielt haben. Keine Weihnachtschoräle in Fussgängerzonen – stattdessen rhythmische Gesänge von Tempelfesten hier und da und das gleiche bunt-hektische Treiben, das indische Städte das ganze Jahr über auszeichnet. Weihnachtsbrief aus Suedindien

Mein Weihnachten und Silvester bei einem Kinderheim in Kenia.

Dienstag, 12. Januar 2010
 Liebe Freunde,
die anstrengenden Tagen liegen hinter uns: Weihnachten und Silvester, beides haben wir gut Ausflug der älteren Kinder zum Giraffacentergemeistert und den Kindern, so denke und hoffe ich, besondere Tage bereitet. Die erste Weihnachtsfeier fand schon am 20.Dezember statt. Leute aus dem Ort hatten sich angemeldet, an diesem Tag für die Kinder zu kochen und mit ihnen zu feiern. Das NEST hatte drei Ziegen gestellt und die 25 Leute – plus Kinder – haben ebenfalls zwei Ziegen mitgebracht, die dann von den Männern und den älteren Jungen geschlachtet, gekocht und anschließend gegrillt wurden. Rundbrief Nr 4

“Saludos” aus Argentinien

Montag, 11. Januar 2010
 Hola, Ihr Lieben,
als erstes möchte ich Euch/Ihnen auf diesem Wege ein frohes, gesegnetes ein gutes, glückliches Jahr 2010 Kinder.jpg wünschen. Seit dem 8.  Dezember stand in den Wohnzimmern (teils auch in den Vorgärten) und in den Geschäften die geschmückten Weihnachtsbäume (wegen der Hitze natürlich künstliche) – sehr reichlich und sehr bunt verziert. Rundbrief_2 Anna Möhn