Archiv für November 2009

Freude – noch ein halbes Jahr Uganda liegt vor mir!

Mittwoch, 25. November 2009

Portrait_BeateAls wir am Sonntag mit Christkönig das Ende des Kirchenjahres erreichten, wurde mir einmal mehr bewusst, dass das Jahr fast um ist. Damit wäre mein Einsatz in Uganda schon fast um. Doch das ist nicht so und es wird Zeit, dass ich Euch und Sie über meine neuen Pläne informiere:
Meine Berichte und meine Bilder lassen erkennen – das glaube ich zumindest-, dass ich mich in Gulu und Uganda wohlfühle. Deshalb werde ich noch ein paar Monate länger bleiben und komme erst Ende Mai wieder nach Deutschland. Die Zeit und meinen Einsatz werde ich ab Januar der Schule der Jesuiten widmen, dem Ocer Campion Jesuit College in Unyama bei Gulu. Seit April bin ich dort schon einmal wöchentlich tätig: ich unterrichte die Arbeiter und Arbeiterinnen, die die Schule bauen in Mathematik. Ich sehe wie die Gebäude Stück für Stück wachsen. Es wäre zu schade die Eröffnung im Februar zu verpassen! Meine Erfahrungen aus fast sieben Jahren Schulnahe Jugendarbeit scheinen mir an dem Ort gerade richtig und auch gefragt.
Im Moment freue ich mich, dass noch ein halbes Jahr Uganda vor mir liegt! Und gewiss freue ich mich auch auf ein Wiedersehen zu Hause. Der Temperaturunterschied wird für mich im Mai auch weniger krass sein als im Januar ;-) Ich hoffe von Lagerfeuerabenden in Uganda nahtlos zu Grillabenden in Deutschland switchen kann. ;-)

blog_beate_nov01
Ein herzliches Dankeschön sende ich Euch und Ihnen, die mich finanziell unterstützen! Danke allen, die mich monatlich unterstützen, danke für Kocheinsatz und Kollekte, danke für Verzicht aufs Geburtstagsgeschenk und danke für jede einmalige Spende! Heute kann ich mitteilen, dass ich etwas Praktisches mit dem Geld anschaffen werde. Im Klassenraum für die Arbeiter/innen von ‘Ocer’ haben wir noch keine richtigen Möbel. Das Heft auf den Knien wird geschrieben oder gerechnet. Ich möchte Tische und Bänke fertigen lassen, damit noch mehr Lernatmosphäre aufkommt. Das Tolle ist nämlich, dass die Männer und Frauen das Unterrichtsangebot wirklich schätzen und lernen wollen. Die meisten haben ihre Schulkarriere irgendwann innerhalb der sieben Grundschuljahre abgebrochen. Das Unterrichten der Erwachsenen macht mir viel Freude. Ich bereite Gruppenarbeiten vor und freue mich, wenn alle Aufgaben verteilt und verstanden sind und Stille im Klassenraum einkehrt und alle eifrig an ihrer Aufgabe schaffen.
Viele Grüße aus Gulu
Beate

so haben wir HUELLAS geburtstag gefeiert…

Sonntag, 22. November 2009

zum weiterlesen bitte auf das bild klicken.

20 aniversario de HUELLAS

Neues aus Manvi

Freitag, 20. November 2009

Hallo ihr Lieben,

wird wohl Zeit dass ich mal wieder was von mir hoeren lass. Rachel, die Freiwillige aus England und ich sind zur ZeitNov 09 Picture1 schwer damit beschäftigt Briefe an verschiedenste Bischöfe zu schicken, in denen wir sie über die Notsituation in den Dörfern informieren und um Spenden bitten. Die meisten Menschen, die durch die Flut ihr Haus verloren haben, leben noch immer am Strassenrand in den selbst gebauten Zelten. Einige konnten bei Verwandten oder Freunden unterkommen. Von den Spenden haben wir für sie jedoch schonmal Nahrung und Kleidung kaufen koennen. Die Menschen waren so dankbar über alles. Im Namen aller sage ich an dieser Stelle schonmal vielen lieben Dank fuer eure finanzielle Unterstützung. Für die Kinder haben wir Spielsachen wie Bälle oder Puppen mitgebracht. Es war wunderschön mit anzusehen wie sie sich darüber gefreut haben.

Nov 09 picture5Im letzten Brief habe ich erwähnt, dass wir Lehrerteams in die Doerfer schicken wollen. Ich war mit meinem Team zusammen in Yadiwala. Die Zeit dort war eine tolle Erfahrung für mich, wenn es auch nicht immer ganz einfach war. Wir hatten dort keinen Storm und kein sauberes Wasser. Trinkwasser wurde mit einem Tracktor gebracht, wenn dieses jedoch leer war mussten wir unser Wasser stets abkochen. Yadiwala ist geteilt in “New-“ und “Old-Yadiwala”. Der alte Teil des Dorfes ist komplett zerstört, so sehr dass keiner mehr dort leben kann. Also sind alle Einwohner nach New Yadiwala gekommen, wo auch wir unser “Lager” aufgeschlagen hatten. Die Krankenschwester unseres Teams, Sister Susai, die mit ihrem Team aus Mangalore angereist ist, hat sich im Schulgebaeude um Kranke und Verletzte gekuemmert, während wir die Zeit mit den Kinder verbrachten.

 

Da viele, oder eigentlich so gut wie alle Kinder aus dem Dorf keinen Englischunterricht bekommen, konnte ich michNov 09 Picture2 kaum mit ihnen unterhalten. Nach anfaenglichen Zweifeln an meinem Mithelfen dort habe ich aber gemerkt, dass es auch trotz den sprachlichen Differenzen super funktionierte. In diesen Tagen habe ich das Dorf und seine Bewohner so lieb gewonnen, dass es mir richtig schwer gefallen ist am letzten Tag Abschied zu nehmen. Auch Sister Susai hat mich mit ihrer ruhigen Art sehr beeindruckt. Wir haben noch immer Kontakt.

Nachdem nun seit einiger Zeit die Schule wieder begonnen hat, fängt auch so langsam der Alltag wieder an. Jedoch sollten wir die Menschen in den Dörfern nicht vergessen und bedenken, dass sie noch immer keine feste Bleibe haben. Der nächste Schritt wird nun der Wiederaufbau der Häuser sein, für die bereits ein Bauplan entworfen wurde. Den Brief mit Bildern, den wir hierfür geschrieben haben, werde ich sobald ich an eine schnellere Internetverbindung komme, auf der Homepage www.pannurflood.weebly.com/ unter der Kategorie “German section” online stellen.

Nochmals vielen vielen Dank für die bereits eingegangenen Spenden.

Alles liebe und bis bald,

Eure Linda

Namaskara nanna galeah galanu! Schönen Tag meine Lieben!

Dienstag, 17. November 2009

 

antonia rummelDa ich seit langem mal wieder eine Rundmail schreibe, macht euch am besten eine Tasse Schwarztee mit Milch und (das wichtigste) gaaaaanz viel Zucker, setzt euch gemütlich hin und nehmt euch zeit zum lesen!Das letzte mal, dass ihr von mir gehört hab, war, bevor wir losgefahren sind auf unsere große Reise durch den Süden Indiens…als erstes ging es für uns nach Mysore, mit der Hostelleiterin Meena, in deren Familie wir vorhatten eine Woche zu verbringen.Für 3 tage hatten wir eine wirklich schöne Zeit.Wir waren in vielen Tempeln und haben im Palastgarten das erste Mal, seitdem wir nach Indien gekommen sind, eleganten und Kamele gesehen, ganz nah!Nach diesen tagen haben wir von Linda, einer anderen deutschen Freiwilligen, mit der wir nach der Woche in Mysore unseren Urlaub zusammen fortsetzen wollten, gehört, dass sie nicht weg kann, da in der Gegend um Raichur (im Norden Karnatakas), in der sie wohnt und arbeitet, der Monsun so stark gewütet hat, dass sie den Menschen aus den zerstörten Dörfern helfen muss. Irmi und ich haben uns dann dazu entschlossen, unseren Urlaub zu verkürzen und sind für einige Tage auch in den Norden gefahren. (mit dem Bus in einer Nachtfahrt, die uns ins Todesangst versetzt hat! aber so war Fortan jede Busfahrt…)Als wir in dem Dorf Pannur ankamen, von wo aus die Hilfe organisiert war, wurden wir auf Gruppen aufgeteilt, die jeweils in ein Dorf gingen und aus Krankenschwestern, katholischen Schwestern und Helfern bestanden.Mein Dorf hieß Holuguntshie und als wir am nächsten morgen losgingen, hat mich eine Schwester erst noch zu dem platz geführt, an dem das Dorf sich vor dem monsunregen, bevor der Fluss so gewaltig über die Ufer getreten ist, befand.

Es war wirklich schockierend. Die meisten Häuser waren nur noch als Steinhaufen zu erkennen, manche auch gar nicht, die die aus Lehm gebaut waren. bei einem haus stand nur noch die Türe.In einem anderen Dorf, das hat mir eine Schwester erzählt, sind insgesamt 300 Tiere umgekommen, oft die einzige Verdienstgrundlage der dort lebenden Familien!Doch die Menschen dort haben so offen auf uns reagiert, sie waren nicht wütend, weil ihnen dieses schreckliche Schicksal zugestoßen ist, sondern haben uns mit einem Lächeln begrüßt, waren dankbar, dass wir kurz mit ihnen gesprochen haben. 

Als wir weitergingen, kamen wir nach einer Weile zu den ersten (von insgesamt über 300) zelten, die notdürftig aus plastikplanen zusammen gehalten, am Straßenrand aufgestellt wurden. Manche zelte, bei denen die Bewohner es geschafft hatten, viele Kleider/ decken/ essen/ Stoffe,… von den Hilfslieferungen der Regierung zu ergattern, waren schon stabiler und mit essen angefüllt. dann gab es aber auch zelte, vor allem die, in denen ältere Leute lebten, denen die kraft für die schlacht an den Hilfslastern fehlte, die leer und kalt waren. Aber selbst dort war die erste frage, die uns gestellt wurde “uta aita?” was bedeutet, “hast du gegessen?” und ob wir etwas von ihnen essen wollen. Beeindruckend war für mich auch, das Hilfsnetzwerk, das Father Eric dort aufgestellt hat.

Es kamen so viele Helfer, sogar welche, die 2 tage aus Mangalore hingefahren sind!Das Netzwerk war auch sehr gut. im Gegensatz zu den Hilfen, die die Regierung geleistet hat (Güter mit Lastern herkarren, verteilen und abends wieder fahren), die sicher auch wichtig waren, war die Hilfe von der Kirche so organisiert, dass wirklich jeden tag in jedem Dorf eine Gruppe da ist, auf die die Leute sich verlassen können, denen sie ihre sorgen erzählen und von denen sie medizinische Hilfe bekommen. und die auch darauf achten, dass die Kleider und andere Güter sinnvoll verteilt werden!

Die Helfer, zu denen auch ich Gehörte, haben mit den Kindern des Dorfes gespielt. Es war so wundervoll zu sehen, wie glücklich die Kinder wurden, obwohl wir “nur” ein paar Plastikbälle dabei hatten!

Dort habe ich mich wirklich dazugehörig gefühlt, nicht “weiß”, wie es auf der Straße oft der fall ist; dazugehörig zu denMalerei Menschen, als wir alle zusammen bangend bei einem Regenguss unter einem provisorischen Zelt in der “Dorfmitte” standen- von den Kindern angenommen, die mich ‘auntie, auntie’ genannt haben. die paar tage die ich dort verbringen durfte, erfüllen mich wirklich mit Dankbarkeit!

(es gibt auch eine Homepage über die flut dort, leider auf Englisch, die Adresse schicke ich in den nächsten tagen!)

 Anschließend sind wir dann nach Süden runter gefahren, nach Kerala, einen Staat südlich von Karnataka. die Zeit dort war wundervoll.

Vorher hatte ich noch nie erlebt, dass es in Indien auch einmal ganz leise sein kann! solch ein Genuss! in Varkala einmal nichts zu hören als das zirpen der grillen oder am strand das rauschen des Meeres…

Kerala ist ein wunderbarer Ort um Urlaub zu machen, es ist so vielseitig! in Munnar, in den Kardammonbergen haben wir 2 tage inmitten von Kilometerlangen Teeplantagen verbracht, soweit das Auge reicht! ich hab mir auch ein Teepflaenzchen gekauft (um meine eigene Plantage in Deutschland zu eröffnen!)

in Kumily im Nationalpark waren wir das erste Mal im Dschungel und kamen uns vor wie in koenig der Löwen! Löwen haben wir aber leider keine gesehen, nur eine Schlange und Affen! Und dann zum Abschluss eine entspannende fahrt durch die Backwaters  in der nähe von Allepey mit dem Hausboot. (Backwaters: die Gegend um Allepey/ Kochin ist durchzogen von hunderten kleinen Kanälen, die irgendwann auch ins Meer führen.)

 Wir haben die Zeit auf jeden fall sehr genossen!

So hatte ich mir Indien vorgestellt, ruhig. um Bangalore herum ist alles schon sehr am fortschritt und am Zeit nutzen/ etwas im leben erreichen…orientiert.( Bangalore ist DIE Stadt der Computer, des Westens, des Fortschritts!)

Deswegen war es auch etwas schwer, sich wieder hier einzugewöhnen. aber mittlerweile sind wir wieder mitten im ‘Alltag’ und schwer damit beschäftigt den ‘Childrens day’ am Sonntag vorzubereiten!

einen lieben Gruß an euch alle!

und auch ein ganz grosssen Dankeschön an die, die so grosszügig gespendet haben! wer gerne noch für mein Projekt hier spenden würde, unten noch einmal die Adresse!

Die Spenden fließen wirklich ausschließlich hierhin, in was genau, das werde ich noch schreiben, wenn ich was gefunden habe, wo Hilfe nötig ist. Ich habe schon einige Ideen, aber der Entschluss ist noch nicht gefasst!

 Jesuitenmission Nürnberg

Spendenkonto 5115582

Liga Bank Nürnberg

BLZ 75090300

Antonia Rummel 3899

 lieber Gruß, eure Antonia

 Da, wie ihr ja sicher gemerkt habt, heute schon Dienstag ist und ich die Mail somit erst nach dem children’s day losschicke, noch ein Satz dazu:

ich fand das Wochenende wundervoll, vor allem weil ich das Gefühl habe, dass es den Kindern wirklich als etwas ganz besonderes in Erinnerung bleiben wird. vor allem der Abschluss am Sonntagabend war ein Highlight in ihrem alltäglichen leben: ein Feuerwerk!

wundervoll war es, die Begeisterung in ihren Gesichtern zu sehen, als sie alle Wunderkerzen in den Händen hielten…

In Orán “…überholen kann man links und rechts”

Dienstag, 17. November 2009
3 Nov 09 

 Hola, Ihr Lieben,

seit mehr als sechs Wochen lebe ich nun schon in Argentinien – und ich denke, es ist Zeit,dass ich ein  Lebenszeichen schicke (einige haben auch schon angefragt). Die Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen waren in den ersten Wochen so vielschichtig, dass ich einfach Zeit zum speichern, sortieren, einordnen, verarbeiten gebraucht habe.

9 Nov 09 Anna mit KindUnd zum ersten Mal in meinem Leben habe ich hautnah erfahren, dass die Seele etwas mehr Zeit braucht zum Ankommen als der Körper. Also habe ich auch erst gewartet, bis auch sie hier angekommen ist. Da ich befürchte, dass dieser Rundbrief ziemlich lang wird, möchte ich diesen gliedern – und jeder kann sich die Punkte heraussuchen, die ihn interessieren. Rundbrief_1