An diesem Wochenende sind tausende Menschen weltweit für den GULU WALK auf die Straße gegangen – und ich in Gulu!
Diese Initiative wurde 2005 von zwei Kanadiern – Adrian Bradbury und Kieran Hayward – gestartet, nachdem sie von der Lebensrealität der Kinder in Norduganda erfuhren. Tausende Kinder gingen täglich während jener Zeit des Krieges zwischen der Regierungsarmee UPDF und der Rebellengruppe LRA viele Kilometer. Als so genannte „night commuters“ suchten sie abends in Gulu einen sicheren Platz zum Schlafen und machten sich am Morgen wieder auf den Weg nach Hause und/ oder vielleicht in die Schule – Tag für Tag für Tag. Denn ihr zu Hause war zum Schlafen zu unsicher. Sie suchten in Kirchen, Schulen, Krankenhäusern… Unterschlupf und Schutz vor den Rebellen, die mit der Entführung von Kindern Kämpfer rekrutierten.

Der GULU WALK 2009 in Gulu stand unter dem Motto „Child Protection; a culture of peace“ (Kinderschutz – eine Kultur des Friedens). In der ganzen Stadt sind Schilder mit verschiedenen Slogans zu sehen, die dem Motto ein Gesicht geben, Kinderrechte einfordern und auf die Bedürfnisse von Kindern aufmerksam machen.

Kindergruppen, z.B. einer der Undugu Family Gruppen, Schulklassen sowie Mitarbeitende und Freiwillige der Hilfsorganisationen nahmen am GULU WALK teil. In einem orange-farbenen Demonstrationszug gingen wir auf den wichtigen und belebten Straßen durch die Innenstadt. Der Abschluss fand auf dem Festplatz, dem so genannten Kaunda Ground, statt. Neben zwei Tänzen und Musikstücken der Blaskapelle (hier gibt es tatsächlich auch Blasmusik, bestimmt ein Überbleibsel der Kolonialzeit) gab es einige Reden, die leider viel zu lang waren.

Kinderrechte standen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Und alle teilnehmenden Kinder bekamen ein GULU WALK T-Shirt. Doch die Bedürfnisse von Kindern und ihre Stimmen und Meinungen hätte ich gerne mehr berücksichtigt gesehen: Es haben nur Erwachsene gesprochen, der Walk wurde durch einige Stopps für Reden ziemlich in die Länge gezogen und Getränke wurden zuerst an Erwachsene und dann an Kinder verteilt. Es hat trotzdem Freude gemacht mit der Undugu Kindergruppe dabei zu sein. Sie konnten einen ihrer traditionellen Tänze zum Auftakt des Programms zeigen und waren somit einige der wenigen Kinder, die im Programm mitwirken konnten.

Seit 2006 ist Gulu und Norduganda Frieden, doch das Kämpfen jenseits der Landesgrenzen geht weiter. Weiterhin werden Kinder entführt und sind in Gefangenschaft der LRA (Lord’s Resistance Army). Um sie nicht zu vergessen, sind wir und Tausende weltweit an diesem Samstag auf Straßen gegangen für den GULU WALK.
Viele Grüße aus Norduganda
Beate











