Hallo – Grüße aus Gulu!
Die Idee von UNDUGU verbreitet sich unglaublich einfach! Der Gedanke, dass wir alle Brüder und Schwestern sind, findet schnell Begeisterung. Damit wir in Gulu tatsächlich langsam als eine Familie zusammen wachsen unternahm ich mit der Kindergruppe in Ariaga (Gulu) einen „Sonntagsausflug“. Zu Fuß gingen wir in Richtung Norden nach Laroo, um mit dem neu gegründeten Undugu-Club in der Laroo Boarding School Geschwisterlichkeit zu zelebrieren.
Die Kinder und Jugendlichen in dieser Schule sind alle frühere Entführte der Rebellen. Für die Betreuung der ehemaligen Kindersoldaten gibt es in Norduganda zwei Konzepte: spezielle Betreuung wie in Laroo Boarding oder schnellstmögliche Integration in die „normale“ Welt.

Der Musiklehrer in Laroo Boarding eröffnete einen Undugu-Club, der sich großer Beliebtheit erfreut. Der Besuch mit der Ariaga-Gruppe sollte zur Motivation und Integration der neuen Laroo-Gruppe in die Undugu Familie dienen. Und ich würde sagen, das gelang uns – vor allem den 25 Jungen und Mädchen aus Ariaga.
Die Strecke nach Laroo ist zu Fuß gut zu bewältigen. Mir graute es davor mit all den Kindern an der viel befahrenen Straße, die nach Kitgum führt, zu gehen. Erinnerte ich mich doch nur zu gut an frühere Ausflüge auf dem Zeltlager und so fort. Es klappte gut, wir brachten alle sicher heim!! Die Kinder selbst sind vielmehr an diese Straße gewöhnt als ich.

In der großen Halle der Schule versammelten sich alle und immer mehr Schüler/innen, auch welche die (noch) nicht im Undugu-Club sind, kamen hinzu. Abwechselnd zeigten die Gruppen etwas aus ihrem Repertoire. Ich kann Euch sagen, ein Feuerwerk von Tanz und Gesang war an diesem Sonntagnachmittag in Laroo zu sehen.
Die Schwierigkeit von Schulgruppen ist, dass die Lehrer zu sehr die Leitung übernehmen und den Schüler/innen nicht den Raum lassen, sich selbst zu organisieren. Ich musste an diesem Nachmittag den verantwortlichen Lehrer bremsen, der aus dem ersten Treffen einen Wettbewerb machen wollte. Wenn die Geschwisterlichkeit erst einmal gewachsen ist, dann können wir gerne „Kräfte messen.“

Da uns die Zeit knapp wurde – schließlich wollten wir bei Tag zurück gehen – beschloss ich, dass die Gruppen den königlichen Bola Tanz, den beide zeigen wollten, zusammen tanzen müssen. Die Kinder und Jugendlichen meisterten diese Herausforderung richtig gut. „Undugu, hoje!“
Zum Schluss: Wenn mich die Undugu-Gruppen überreden die Acholitänze mitzutanzen, mache ich allen eine große Freude: Es wird herzlich über mich gelacht. Ehrlich, es ist unheimlich schwierig!
Mit vielen Grüßen aus Gulu verabschiede ich mich für heute!
Bis bald, Lamaro Beate

